Imperfect Flower

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    Regrets are alwas too late (Saeko - Laito)

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    Hiiragi Saeko
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    Regrets are alwas too late (Saeko - Laito)

    Beitrag von Hiiragi Saeko am So 05 Aug 2018, 17:20

    "Hey!! Mama!! Guck mal!!"
    Ein schwarzhaariger Junge rief quer über den Spielplatz.
    Stolz deutete er dabei auf seine große Sandburg.
    Anders als die anderen Mütter kam sie angelaufen und klatschte begeistert in die Hände.
    "Super!"
    Sie hielt ihrem Sohn die Hand hin.
    Er schlug lachend ein.
    "Machst du ein Bild für Papa?"
    Saeko lächelte.
    "Natürlich. Stell dich daneben."
    Ayato würde sich sicherlich freuen.
    Immerhin war er für 3 Wochen bei seiner Schwester und ihrem Mann...den Ayato nicht grade gut leiden konnte.
    'Weichei' nannte er ihn immer.
    "Kommt Papa bald wieder?"
    "Klar. Deine Tante wollte ihn nur gerne mal weider sehen. Papa ist ja ihr kleiner Bruder."
    "Achsooo!!"

    Auf der Bank sitzend schickte sie Ayato das Bild.
    'Ist das nicht ein Riesenberg aus Sand?', schrieb sie dazu.
    Währenddessen lief ihr Sohn Kenji munter über den Spielplatz.
    Zumindest solange, bis sie ihn im Augenwinkel vom Klettergerüst fallen sah.
    "Nicht schon wieder...!"
    Schon vor ein paar Wochen hatte er sich beim Spielen eine Platzwunde geholt.
    Ein anderes Elternteil half ihm schon auf.
    "Entschuldigung..!"
    Saeko hockte sich zu ihrem Sohn herunter.
    "Ach, schon gut. Ich---"
    Fragend sah sie auf.
    "...."

    Weinend drückte ihr Sohn sich an sie, während sie in ein bekanntes Gesicht sah.
    Laito.
    Sein Blick war ebenso überrascht.
    Und überfordert.
    Es war Jahre her, dass sie ein Paar waren und er nach Frankreich versetzt wurde.
    Die Fernbeziehung scheiterte an seiner Untreue.
    Das letzte was sie über ihn gehört hatte, war seine Kündigung.
    "Papa!!"
    Ein kleines Mädchen rief vom Klettergerüst runter.
    "Geht's ihm gut?", fragte sie besorgt.
    Ganz geistesabwesend lächelte er.
    "Ja. Seine Mama ist ja jetzt da."
    Liebevoll streichelte Saeko ihrem Sohn über den Rücken.
    Und musste die Flut an Gefühlen und Gedanken grade irgendwie unauffällig bewältigen.
    Papa? Er hatte also auch ein Kind? Wer war die Mutter?
    Wieso musste sie ihn nach Jahren in so einer Situation wiedersehen?
    Von weitem nur sehen hätte gereicht.

    Nun spielte Kenji mit Laito's Tochter.
    Er betrachtete die beiden Kinder.
    Eine Frau war nicht bei ihm.
    Saeko konnte einfach nicht den Blick abwenden.
    Das Mädchen sah sehr japansich aus.
    Es konnte also keine dieser Frauen sein.
    Aufgeregt lief die Kleine zu ihm.
    Plapperte los und zeigte immer wieder auf Kenji.
    Nun deutete Laito auf sie.
    Aufgeweckt kam das Mädchen auf sie zu.
    "Sind Sie Kenji-kun's Mama?"
    "Ja."
    "Darf ich vielleicht mit ihm zu Hause spielen?"
    Nun kam auch Kenji dazu.
    "Ich hab gesagt, dass du ganz leckeren Pudding gemacht hast!!"
    Normalerweise freute sie sich, wenn er so aufgeschlossen war.
    Aber das grade war eine komische Situation. Laito's Tochter....
    "W-was sagt denn dein Papa dazu?"
    "Papa hat gesagt, dass ich fragen soll."
    Wieso machte er sowas? War ihm nicht klar, wie komisch das alles grade war?
    "Papa!!! Komm mal her!!"
    Was für ein Organ.
    "Was ist denn?"
    "Du hast doch gesagt, dass ich darf, oder?"
    "So hab ich das nicht direkt gesagt.", er lachte.
    Was für ein Stechen im Herzen.
    "Wir fahren einfach mit!", schlug seine Tochter vor.
    "Dann trinken die Großen Kaffee und wir essen Pudding!", machte nun auch Kenji mit.
    Er schien sich richtig über seine neue Freundschaft zu freuen.
    "Meinst du denn, dass Mama einverstanden ist?", fragte Laito etwas ernster. Besorgter.
    "Mama hat gesagt, dass du mich das ganze Wochenende bei dir hast. Also entscheidest du doch."
    Getrennt?
    Sie stand auf.
    Verbeugte sich höflich.
    "Kirishima Saeko ist meine Name. Ich würde sagen, dass wir es doch einfach so machen."
    Sie sah seine Finger zucken.
    "Sakamaki Laito. Das hier ist Misa-chan."
    Was für eine Schauspielerei.

    Schließlich aßen die beiden Kinder fröhlich den Pudding, während Saeko Kaffee kochte.
    Zum Glück war Ayato nicht hier.
    Sie wüsste nicht, wie sie das hinkriegen sollte.
    Alleine war das Ganze nicht einfacher.
    Erst als die Kinder in Kenji's Zimmer gingen, konnte sich die Situation etwas lösen.
    "Das tut mir Leid.", entschuldigte er sich direkt.
    "A-ach was. Schon gut. Ist doch schön, wenn die Kinder sich so gut verstehen."
    Saeko umklammerte ihre Tasse.
    "Kirishima. Hast du also...Ayato geheiratet?"
    Sie nickte.
    Hörte ihn seufzen.
    "Wie gut er es hat."
    Mach's doch nicht noch komischer...
    "Und Misa's Mama?", fragte sie offen.
    Laito knurrte leise.
    "Lassen wir das Thema."
    "Lief's nicht so gut?"
    Aufmerksam lauschte der Rothaarige und sah zur Türe.
    "Es war nie geplant. Monate später stand sie plötzlich vor meiner Türe. Mit Misa."
    Das Mädchen war also ein Unfall.
    "Ich liebe Misa, aber....naja...."
    "Schon gut. Tut mir Leid, dass ich so nachgeharkt habe. Das alles grade ist einfach so komisch."
    Er trank einen Schluck.
    "Ja. Ich weiß. Aber wir können den Kindern schlecht was davon sagen. Wenn sie sich gut verstehen, sollten
    meine Fehler nicht im Weg stehen."
    Über seine Fingerknöchel zogen sich helle Narben. Die hatte er damals noch nicht gehabt.
    "Ich hab ja immer gedacht, dass ich dir eine reinhaue, wenn ich dich nochmal sehen sollte. Aber irgendwie...ist das gar nicht so."
    Er schmunzelte.
    "Das Mama-sein steht dir."
    "Kling nicht so wehleidig."
    Nervös klopfte er mit den Fingerspitzen auf dem Tisch.
    "Ich bring dich mal auf den Balkon."
    Tatsächlich sah sie von innen, wie er sich nervös eine Zigarette anzündete.
    Diese Gewohnheit hatte er nicht mehr los werden können, wie es aussah.
    "..."
    Sie schnappte nach Luft.
    Damals hatte er auch mit einer Zigarette im Mundwinkel die Türe geöffnet.....
    "Mama, ich hab Durst!"

    Laito sah sie mit den Kindern aus dem Wohnzimmer verschwinden.
    Erschöpft legte er seinen Kopf auf das Geländer.
    "Das ist doch ein schlechter Scherz...."
    Hoffentlich fiel ihm ein Vorwand ein, damit er schnell hier wegkam.
    Saeko war immernoch so hübsch und ihre Art...wie immer.
    Nun hatte sie alles, was er sich mit ihr erträumt hatte mit einem anderen Mann.
    Eine gemeinsame Wohnung. Ein Kind. Einen gemeinsamen Nachnamen.
    Und er hatte nur dieses süße Spätzchen von dieser blöden Tussi.
    Am liebsten wollte er Misa ganz zu sich nehmen, aber das bekam er nicht durch.

    "Papa? Weinst du?"
    Er erschrak, als Misa an der Balkontüre stand und ihn mit ihren kugeligen Augen ansah.
    "Haha...Papa hat nur was im Auge."
    "In beiden?"
    So clever....
    "Kirishima-san!! Wir müssen jetzt gehen. Mein Papa weint!!"
    "Misa...!"
    Aber da hatte Saeko ihn schon gesehen.
    Ihr Blick war kaum zu deuten.
    "Rauchen ist nicht gut, Sakamaki-san. Sicherlich brennt der Rauch in den Augen. Nicht?"
    "Mein Papa weint nie!", gab Kenji an.
    "Dein Papa raucht auch nicht.", sagte Saeko streng.

    "Es ist okay.", hauchte Saeko leise.
    Sie sah in die Ferne.
    Die beiden Kinder hatte sie mit Malsachen in die Küche gesetzt.
    "Das ist alles etwas zu viel schätze ich. Außer du hast wirklich was im Auge."
    Dieser freche Ton.
    "Ich...bereue einfach alles, Saeko-chan."
    "Zu spät."
    "Was machen wir mit den beiden? Kann ihre Mutter sie zum Spielen herbringen?"
    "Ich schätze ja."
    "Oder ist sie eine Bi..."
    "Leider ja. Aber sie kümmert sich mehr oder weniger gut um Misa."
    "Höflich ist sie ja."
    "Ich gebe mir Mühe."
    "Du kannst sie auch zum Spielen herbringen. Ich versuche Ayato das zu Erklären, wenn er da ist."
    "Das wird doch nie was."
    "Stimmt."
    Sie lachte.
    "Es wird schon werden."


      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Sa 15 Dez 2018, 17:18