Imperfect Flower

Just for the two of us


    ~longterm-mission~

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    Maririn

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    ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Do 26 Jun 2014, 12:28

    Dieser Tag fing schon mies an und er konnte nur noch mieser werden.
    Ich hatte weniger gut geschlafen und schaffte es auch kaum aus dem Bett zu kommen ohne
    dass sich meine Decke einen Spaß erlaubte und sich um mein Bein schlang.
    Selbst als ich am Boden lag blieb sie hartnäckig und ließ mich nicht los.
    Mit dem anderen Fuß versuchte ich mich zu befreien und erhob mich ächzen vor Schmerz.
    Ich hatte einen frühen Termin beim Kazekage, daher wurde die Zeit sogar schon langsam knapp.
    Leider hatte ich mich etwas zu lang im Bett aufgehalten.
    Daher stolperte ich durch die Wohnung um mich auf den Termin vorzubereiten und alles
    Wichtige dabei zu haben.
    Inzwischen war ich 14 Jahre alt und lebte schon allein in einem kleinen Apartment in der
    Stadtmitte.
    Es war also auch nachdem ich bereits fertig war noch ein lang Weg bis zur Kazekage-Villa und
    damit drängte auch der Zeitplan.
    Etwas aus der Puste kam ich bei der Villa an und lief die Treppen hinauf.
    Der Jo-Nin Baki fing mich ab: „Suna-san, du bist ganz schön spät dran. Kam dir was dazwischen?“
    Ich schüttelte den Kopf: „Sollst du mich wieder zum Kazekage begleiten?“
    „Ja, hier entlang.“, mit einer Geste bat er mich ihm zu folgen.
    So oft wie ich schon hier war, wusste ich auch selbst genau wo es hin ging.
    Jedoch forderte Baki jedes Mal diese Art der Formalitäten.
    Er musste sich damit unglaublich wichtig vorkommen, was Leute von außerhalb durchaus auch so
    sahen.
    Beim mir war das aber etwas anderes.
    Das er sich so aufspielte diente lediglich einer reinen Fassade.

    „Kazekage! Suna-san ist da.“
    „Bitte. Lass sie herein.“, antworte er in einem ruhigen Ton.
    Als ich eintrat hing er über einem dicken Stapel Papier und kritzelte mit einem Stift darauf rum.
    Baki blieb mit im Raum und schloss die Tür während ich vortrat.
    „Sie wollten mich sprechen.“, ich verbeugte mich kurz vor ihm und schloss die Augen dabei.
    „Ich habe eine Mission für Sie.“, dabei legte er einen kleinen Stapel Akten an die Tischkante und
    bat mich damit diesen anzusehen.
    „Zurzeit habe ich leider keine Missionen für Sie hier in der Umgebung, daher übertrage ich
    Ihnen diese und hoffe, dass Sie damit auch einen weiteren Schritt in ihrer Karriere aufsteigen.
    Man hört nur Gutes. Daher bin ich mir sicher eine richtige Entscheidung damit getroffen zu
    haben, Sie nach Kirigakure zu schicken.“
    Er redete neben bei, wo ich mir versuchte einen Überblick über die Akten zu verschaffen.
    Darin waren so etwas wie Lebensläufe von Ninjas aus Kirigakure.
    Sie gehörten der Einheit der 7 Schwertkämpfer des Dorfes an.
    Ein wenig packte mich die Furcht, denn von dieser Einheit hörte man nur schlimme Dinge.
    Zum Teil waren Sie noch aus der Zeit, wo die Abschlussprüfung der Akademie darin bestand alle Mitschüler auszulöschen, bevor sie einen auslöschten.
    Diese Methode schreckten einen doch ab auch nur einen Fuß in dieses Dorf zu setzten.
    Sunagakure war bei weitem kein unschuldiges Dorf, aber auf jeden Fall weniger blutrünstig.
    „Was sagen Sie?“, fragte der Kazekage nach einer Weile.
    Ich hatte ihn durch meine Überlegungen wohl zu lange warten lassen, daher verfiel das Büro
    in ein etwas unangenehmes Schweigen.
    Baki machte hinter mir einen Schritt vor: „Kazekage-sama, das…das können Sie nicht machen!
    Sie ist doch noch ein Kind.“, bemerkte er mit einem erschüttertem flattern in der Stimme.
    Meine Angst war urplötzlich verschwunden: „Ich nehme die Mission an!“, sagte ich fest
    überzeugt.
    Mit jedem Schritt kam Baki näher und stand letztlich neben mir und starrte mich an: „Was?!“
    Unerschrocken musterte ich ihn: „In Ihren Augen mag ich noch ein Kind sein. Aber ich weiß
    durchaus worauf ich mich einlassen kann und worauf nicht.“
    „Nein, das kannst du mit Sicherheit nicht entscheiden! Du bist gerade erst Ge-Nin, das ist keine
    Mission der Stufe C oder B! Bitte Kazekage schicken Sie sie nicht! Das ist eine Aufgabe für
    Einen Jo-Nin!“
    „Und an wen hattest du da gedacht? Vielleicht an dich?!“, fragte der Kazekage genervt.
    Baki schluckte und zuckte zusammen.
    Auch er schien nicht begeistert zu sein, wenn er dort hin müsse.
    Damit hatte der Kazekage Baki den Wind aus den Segeln genommen: „Sie nimmt diese Heraus-
    forderung an. Und nach allem was ich gehört habe, wird sie diese auch unbeschadet überstehen.
    Zwar sind die 7 Schwertkämpfer aus Kirigakure durchaus Problemfälle und stellen vielleicht
    sogar eine Bedrohung für sie dar. Jedoch bezweifle ich sehr, dass sie sich von denen unter-
    kriegen lassen wird. Wie sehen Sie das, Suna-san?“
    Ich nickte: „Ich werde diese Mission so gut es geht erfüllen und werde regelmäßig Bericht
    erstatten, Kazekage-sama.“
    Der Kazekage schien zufrieden und lehnte sich in seinem Stuhl zurück: „Genau so eine Arbeits-
    moral benötigt dieses Dorf. An ihr kannst du dir ein Beispielnehmen, Baki.“
    Damit war seine Standpauke an Baki auch schon beendet.
    Bewusst verkniff ich mir ein Lächeln oder Lachen in Baki’s und sowieso in der Nähe des Kazekage.

    Mit den Akten im Arm verließ ich das Büro.
    Der Jo-Nin Baki folgte mir und begleitete mich raus: „Ich hoffe du hast dir das gut überlegt.“
    „Verschone mich mit deinem väterlichen Verhalten. Das ist widerlich.“, knurrte ich ihn an.
    Endlich verschwieg er und verabschiedete mich nur noch, wünschte mir Glück und ich verließ
    die Villa.

    Zu Hause zog ich mich um und sammelte meine Waffen zusammen.
    Einen Rucksack füllte ich mit Kleidung, Proviant und einer Decke, sollte ich zwischendurch rast machen.
    Meinen Geldbeutel füllte ich ebenfalls mit dem, was ich noch so zu Hause gehortet hatte.
    Um vor der Sonne geschützt zu sein, da ich in der Wüste nun wirklich keinen Schatten finden würde, zog ich mir ein längeres Gewand über.
    Mit der Tasche auf dem Rücken und den Waffen gut verstaut machte ich mich auf den Weg.
    Meiner Nachbarin teilte ich mit, dass ich nun eine Weile auf Reisen war, damit sie sich gelegentlich um meine Wohnung kümmerte und einfach nur nach dem Rechten sah.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Do 26 Jun 2014, 14:32

    Auf dem Weg aus dem Dorf traf ich auf Kankurou und seine Schwester Temari.
    „Ey, Kyo-chan, wo willst du denn hin?“, fragte er meiner Meinung nach etwas zu neugierig.
    Ich ging auf seine Frage gar nicht ein: „Wo ist Gaara? Darf man den überhaupt allein rumlaufen
    lassen?“
    Gaara war ihr kleiner Bruder und der Sohn des Kazekage.
    Bei seiner Geburt hatte man den Ichi-bi ihn ihm versiegelt, damit dieser kein Unwesen mehr
    treiben konnte.
    Der kleine Rothaarige Junge aber litt sehr darunter, denn das Dorf beschimpfte ihn als Monster
    und selbst sein Vater kümmerte sich nicht um ihn.
    Eine ganze Weile hatte sich sein Onkel um ihn gekümmert.
    Doch war dieser darauf angesetzt worden Gaara das Leben zu nehmen.
    Da der Sand, den Gaara immer in einer riesigen Flasche auf dem Rücken transportierte, ihm aber automatischen Schutz bot, tötete sein Onkel sich selbst.
    Damit verlor er die einzige Bezugsperson, die er jemals gehabt hatte und die ihm das Gefühl
    gegeben hatte, kein Monster zu sein.
    Noch bevor Kankurou mir eine patzige Antwort geben konnte tauchte der kleine Junge hinter ihm auf.
    „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass du je nach mir gefragt hast.“, knurrte er mich an.
    Ich versuchte ruhig zu bleiben, denn mit Gaara war weder gut Kirschen essen, noch war
    er ungefährlich.
    So wie das Dorf mit ihm umging wurde er allmählich auch zu dem, was sie in ihm sahen.
    „Es gibt für alles ein 1. Mal, Gaara-chan.“, ich kicherte und hoffte, dass ich nicht zu unhöflich zu
    ihm war.
    Darauf entgegnete er nichts außer einem finsteren Blick, wie immer.
    „Es tut mir leid, aber ich bin in Eile. Ich bin auf dem Weg zu einer Mission.“
    „Was für eine „wichtige“ Mission kannst du schon haben?“, fragte Temari abwertend und
    erwartete keinesfalls eine Antwort darauf.
    Ich war auch nicht in der Stimmung ihnen zu erzählen, wohin mich mein Weg nun führte.
    Nah ging ich an Kankurou und Gaara vorbei.
    Gaara legte ich eine Hand auf den Kopf und beugte mich etwas zu ihm runter.
    Für einen Jungen in seinem Alter war er wirklich noch ziemlich klein.
    „Lass dich nicht ärgern, Gaara-chan.“, frech grinste ich ihn an.
    Eigentlich versuchte ich immer einen Draht zu ihm zu kriegen.
    Jedoch schien er das nicht zu verstehen und holte mit einer Hand nach mir aus.
    Kurz bevor er jedoch nach mir greifen konnte, war ich weg und stand auf einem Dach rechts von ihnen.
    „Macht’s gut!“, mit einem Wink verabschiedete ich mich, rannte los über die Dächer und sprang
    von Einem zum Nächsten.

    „Diese Mädchen macht nichts als ärger.“, nuschelte Kankurou und musterte seinen Bruder, der
    Mir anscheinend nachsah.
    „Ich verstehe dieses Mädchen nicht.“
    Daraufhin musterten Temari und Kankurou ihn nur aber sagten nichts dazu.

    Am Tor angekommen atmete ich nochmals tief ein und sah mich zum Dort um.
    Ich würde für eine lange Zeit weg sein.
    Manche Missionen konnten sich über Wochen ja sogar Monate ziehen.

    Allein zog ich durch die Wüste und vergrub mein Gesicht hinter dem Leinengewand, welches ich
    mir nun auch über Mund und Nase zog.
    Der Wind war so heftig, dass er den Sand aufwirbelte.
    Bald entschied ich mich dazu zu rennen, um schneller dem Sandgewirr entfliehen zu können.
    Als ich aus der Wüste heraus – wie abgeschnitten – plötzlich anderes Gebiet betrat enthüllte ich
    mein Gesicht wieder.
    Zur gleichen Zeit senkte ich mein Tempo und sah mich ein bisschen um.
    Ich setzte meine Reise durch „Kawa no Kuni (Land der Flüsse)“ fort und betrat nach einem halben Tag endlich das Gebiet „Hi no Kuni (Land des Feuers)“.

    „Erstmal eine Pause…“, erschöpft lehnte ich mich an einen Baum.
    Der Wald hier war wirklich schön und die frische Luft, die mir durch die Haare wehte war mehr
    als angenehm.
    Die Vögel zwitscherten und von weitem konnte man das ein oder andere Gebrüll eines Raubtieres hören.
    Während ich mich zurücklehnte, mit der Tasche neben mir und die Arme hinter meinem Kopf
    verschränkte, schaute ich in den Himmel auf und rechte mir aus wie lange ich bis Kirigakure noch brauchen würde.
    Ich hatte schon einen riesigen Teil der Strecke geschafft, so viel, dass ich nicht mal gedacht hätte wirklich schon so weit gekommen zu sein.
    Doch Hi no Kuni war mit eins der größten Länder.
    2 oder 3 Tage würde ich sicher noch brauchen.
    Mir fielen die Augen zu und ich rutschte weiter am Baum hinab.
    Meinen Kopf legte ich auf die Tasche und schlief vor Erschöpfung ein.
    So wie die Sonne stand war es mit Sicherheit gerade einmal spät Nachmittag, aber ich war
    einfach erschöpft.

    Wie ich es mir schon denken konnte war es stockfinster als ich aufwachte.
    Verschlafen rieb ich mir die Augen und streckte mich.
    Den schlaf hatte ich gebraucht und da ich nun schon so lange die Augen zugemacht hatte und
    mir das Finsternis bot, konnte ich im Dunkeln nun auch relativ gut sehen.
    Schnell schwang ich die Tasche wieder auf meinen Rücken und lief los.
    Sicherlich kam ich sicherer durch die Nacht, als durch den Tag.
    Verfeindete Ninjas konnte ich bei meiner Reise nicht gebrauchen und Banditen o.ä. noch viel weniger.
    Für alles was sich nicht bewegte oder sich nur langsam bewegte, zischte ich durch die Nacht, wie ein Schatten.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Fr 27 Jun 2014, 11:58

    Wie ich es mir schon gedacht hatte benötigte ich wirklich 2 ½ Tage allein um Hi no Kuni
    zu durchqueren.
    Womit ich weniger gerechnet hatte, war mit Meer, welches es mir erschwerte
    Mizu no Kuni zu erreichen.
    Ich gab es sehr ungern zu, aber ich tat mich schwer damit mein Chakra unter den Füßen zu
    stabilisieren und somit über das Wasser hinweg zu laufen.
    In Sunagakure war diese Technik auch nicht so im gebrauch, wie in anderen Dörfern,
    beispielsweise Konohagakure.
    Jetzt war ich also darauf angewiesen diese Technik schnell zu erlernen, oder mich
    mit einem Boot oder Schiff ans andere Ufer bringen zu lassen.
    Das Land konnte von weitem schon sehen.
    Doch war es zum schwimmen wirklich ZU weit weg.
    Und es lauerten viele Gefahren im Wasser.
    Die Nacht brach inzwischen wieder ein, daher entschied ich mich dazu eine Art Hafen zu suchen
    und dort zu kampieren.
    Ich ließ meinen Blick über die Klippe zum Meer schweifen und kniff meine Augen ein wenig
    Zusammen.
    Durch den leichten Nebel erkannte ich ein Haus, welches nah am Wasser stand.
    Ob dort noch jemand lebte?
    Durch den Wald huschte ich zu dem etwa 5-10 km weit entfernten Haus.
    Auf einem dicken Ast stoppte ich meine Bewegungen.
    In dem Haus brannte Licht, also musste dort jemand leben.
    Wie ich feststellte, besaß dieser jemand auch ein Boot.
    „Vielleicht ein Fischer…“, flüsterte ich in die Nacht hinein.
    Ich zog mir meine Tasche vom Rücken und schnallte sie vorn fest, damit ich mich bequem an den
    Baum lehnen konnte.
    Weiter hatte ich einen Blick auf das Haus und wartete bis dort das Licht ausging.
    Auch ich sollte noch ein wenig schlafen, daher lehnte ich letztlich auch den Kopf am Baumstamm
    an und schloss die Augen.

    Am nächsten Morgen weckte mich der Ruf eines Mannes.
    Ich rieb mir die Augen und streckte mich, wobei ich gähnte.
    Ein Mann war aus dem Haus gekommen und bewegte sich zum Boot.
    DAS war meine Chance.
    Elegant sprang ich vom Ast zu Boden und nährte mich mit der Tasche wieder auf den Rücken
    geschnallt langsam dem Mann.
    „Guten Morgen, mein Herr!“, rief ich freundlich und er fuhr verwirrt mit dem Kopf herum.
    -„G-guten Morgen.“, antworte er und musterte mich irritiert.
    „Sagen Sie, ist das Ihr Boot?“
    -„Ja.“, er lächelte.
    „Sind Sie eine Art Fischer?“
    -Er lachte: „Sie kombinieren wirklich gut, junge Frau. Wie kann ich Ihnen helfen?“
    Anscheinend hatte ich nun sein Vertrauen und seine volle Aufmerksamkeit.
    „Ich bin auf dem Weg nach Mizu no Kuni. Wäre es sehr umständlich für Sie mich
    vielleicht dort abzusetzen?“, ich rechnete nun mit jeder erdenklich Antwort.
    Der Mann ließ sich einen Augenblick Zeit bevor er antwortete und lächelte dann.
    „Vielleicht würde es mir etwas bringen, weiter draußen meine Netze auszulegen.
    Ehrlich gesagt sind die Gewässer hier derzeit etwas ausgestorben.“
    Dann wank er mich zu sich und ich atmete erleichtert auf.

    Während wir über das Wasser Richtung Mizu no Kuni trieben musterte er mich.
    „Sagen Sie, junges Fräulein, darf ich fragen, wie alt Sie sind und wo Sie herkommen?
    Sie sehen nämlich nicht so aus, als wären Sie eine Touristin.“, ihn plagte Unsicherheit,
    ob er das Richtige tat.
    Freundlich verbeugte ich mich kurz: „Bitte verzeihen Sie. Das war unhöflich von mir!
    Mein Name ist Suna Kyoko, ich bin 14 Jahre alt und ich mein Weg führt mich aus Sunagakure
    hier her. Ich bin derzeit auf einer wichtigen Mission.“
    -„Also sind sie eine Konoichi?“
    „Un.“
    Das verschlug ihm erstmal die Sprache.
    Er betrachtete mich genauer und bemerkte das ein oder andere Detail was darauf schließen ließ.

    Die restliche „Fahrt“ verlief sehr still.
    Man hörte nur das Wasser plätschern und den Wind pfeifen.
    Ich hatte den Mann wohl doch etwas verschreckt.
    Als ich von Bord ging erhob er sich ebenfalls und musterte mich: „Passen Sie auf sich auf.
    Und viel Erfolg bei Ihrer Reise, junges Fräulein.“
    Liebevoll lächelte ich ihm zu und nickte: „Haben Sie vielen Dank für alles. Ich hoffe Sie haben
    hier mehr Erfolg mit dem fischen. Kommen Sie gut heim.“
    Er verabschiedete sich mit einer Verbeugung, was ich ihm gleich tat.

    Da ich bereit etwas spät dran war, wie ich es zumindest empfand beeilte ich mich und
    rannte los.
    Kirigakure konnte nicht mehr weit entfernt sein, daher wollte ich vom Ufer schnell wegkommen.
    Nach einer halben Stunde Energieverlust kam ich am Tor des Dorfes an.
    Ein Wächter tauchte am Tor auf, aus dem Nichts heraus.
    „Wer bist du?!“, fragte er streng.
    Ach du meine Güte, waren die hier alle so unhöflich und Dutzen einen sofort?
    „Ich…Suna Kyoko. Der Kazekage schickt mich.“, antworte ich kurz.
    Der Mann vor mir trug eine Anbu-Maske und legte den Kopf schief.
    Hatte er ein Problem mit mir?
    Er zuckte mit den Schultern und bat mich um die Papiere.
    Diese kramte ich aus meiner Tasche heraus und zeigte sie ihm.
    Dann erst führte er mich in das Dorf hinein.
    „Der Mizukage erwartet dich bereits.“
    Auch noch der Mizukage?
    Zügig ging der Mann vor ohne auch nur noch ein Wort mit mir zu wechseln.
    Im Raum des Mizukage angekommen hielt ich die Luft an.
    Ich war ziemlich nervös.
    „Mizukage-sama? Die Konoichi aus Sunagakure ist eingetroffen.“
    Ich verbeugte mich tief und verblieb erst einmal in dieser Haltung, bis der Mizukage
    begann zu sprechen.
    Es war finster im Raum und außer dem Anbu, der mich her brachte, standen noch
    weitere Personen im Raum.
    Man fühlte sich doch ein bisschen wie in einem Verhörungszimmer.
    Doch waren hier ein paar Leute zu viel zum verhören anwesend.
    -„Suna-san, richtig?“
    „Ja.“
    -„Sie wurden darüber informiert, warum Sie hier sind, schätze ich.“
    Ich hob eine Augenbraue und nickte: „Ja.“
    -„Dann muss ich Ihnen ja nicht mehr viel erzählen.“, der Mann gab einen wink und einer der Personen im Raum trat an ihn heran und drehte sich mir zu.
    -„Die ist Hoshigaki Kisame. Er ist einer der 7 Schwertkämpfern und sorgt dafür, dass du
    dich im Dorf und unter den anderen Schwertkämpfern zurecht findest.“.
    Finster blickte mich der Mann neben dem Mizukage an.
    Er hatte bläulich-graue Haut, wie die eines Hai’s und sah auch so einem Hai sehr ähnlich.
    Doch hatte er mehr menschliche Züge.
    Sein Haar war kurz, dunkelblau und nach oben mit einem Zug nach hinten gestylt.
    Um die Stirn trug er das Stirnband Kirigakure’s.
    Ich verbeugte mich höflich vor ihm und spannte all meine Muskeln an.
    Von ihm ging eine ganz merkwürdige Aura aus, die mir leichtes Unbehagen bescherte.
    -„Hoshigaki-san, es ist keine Pflicht für dich, jedoch schätze ich, wird sie eine Art Mentor benötigen. Bereite sie auf alles vor, was sie bei der Mission erwarten könnte.“
    „Einverstanden.“, seine Stimme klang rau und ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.
    So einer sollte mein „Mentor“ sein.
    Ich bekam eher das Gefühl, dass ich sterben musste.
    -„Suna-san, willkommen in Kirigakure. Ich hoffe Sie nehmen etwas Erfahrung von
    diesem Dorf mit und entwickeln sich gut. Es hat mich gefreut Sie kennenzulernen.“
    Wieder verbeugte ich mich: „Die Freude ist ganz meinerseits.“
    Als ich mich wieder aufrichtete verzog Hoshigaki-san das Gesicht.
    M-machte ich etwa jetzt schon etwas falsch?
    Er trat auf mich zu und führte mich hinaus.
    Inzwischen war es sehr nebelig geworden und das atmen fiel mir schwer.
    Diese hohe Konzentration von Luftfeuchtigkeit kannte ich aus Suna gar nicht.
    Dort regnete es nur selten und viele Orte mit Wasser existierten im Freien
    auch nicht.
    Es gab eine Menge an das ich mich gewöhnen und auch lernen musste.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Fr 27 Jun 2014, 14:18

    Unsicher folgte ich Hoshigaki-san.
    Er war mindestens 3 oder 4 Köpfe größer als ich und wirkte nicht sonderlich gesprächig.
    Daher traute ich mich auch nicht ihm irgendwelche Fragen zu stellen.
    Plötzlich ertönte seine Stimme: „Bist du nicht ein bisschen Jung um auf so eine
    Mission zu gehen?“
    Schon wieder diese dämliche Frage.
    Ich begann Erwachsene für ihre Fürsorge zu hassen.
    Es war ja sehr nett, dass sich alle Sorgen um mich machten, aber ich wusste schon, worauf
    ich mich einließ.
    „Ich bin mir sicher, ich weiß was ich tue…“, antwortete ich mit starker Stimme.
    Stärker als ich es erwartet hatte.
    „Wie als bist du? 10? 12?“, er machte mich sogar jünger als ich war.
    Wie ärgerlich.
    „14…!“
    -„Das macht es nicht besser.“, sagte er fromm.
    Ich knurrte in mich hinein.
    Der Kerl war wirklich gemein und machte sich mit jedem Wort unbeliebter.
    Irgendwie zwang ich mich dennoch höflich zu bleiben: „Wie alt bist du denn,
    wenn ich fragen darf?“
    Er lachte abwertend: „Klar darfst du. Ich bin 19. Und deine Höflichkeit kannst du einstellen.
    Dich kann man ja gar nicht ernst nehmen.“
    Ich blähte meine Wangen auf und zog die Augenbrauen zusammen.
    Deswegen hatte er also so das Gesicht verzogen als ich beim Mizukage so höflich war.
    Was war das nur für ein beklopptes Dorf?
    „Darum Dutzen mich auch direkt alle, richtig?“
    -„Nein, da verstehst du was falsch. Sie Dutzen dich, weil du ein Kind bist!“
    „Die Leute in meinem Dorf Sietzen mich und der Fischer, der mich in einem Boot
    von Hi no Kuni nach Mizu no Kuni brachte auch.“, erklärte ich ihm.
    -„Hier wirst du das aber bei niemandem erleben. Du magst zwar fremd sein, aber
    für die Leute hier bist du eben nur ein 3-Käse-Hoch. Also hör auf mir damit auf die
    Nerven zu gehen, Göre.“
    Das war doch gemein.
    So einen Umgang war ich gar nicht gewohnt und ich tolerierte ihn auch nicht.
    Ich wollte, dass man ordentlich mit mir umgeht und nicht wie mit einem Kind.
    „Hör mir mal zu, ich-…!“
    Er blieb stehen, fuhr herum, beugte sich zu mir runter und sah mich wütend an:
    „Du hörst MIR jetzt zu! In deinem Land magst du sein, wer auch immer du bist
    aber HIER bist du NUR ein Kind! Nicht mal als Konoichi wirst du gesehen, selbst
    wenn du eine bist. Das interessiert hier keinen!! Und am aller wenigsten interessiert
    UNS das!!! Wenn du also heile wieder in deinem Land ankommen willst, rate ich dir
    dich im Ton zu mäßigen oder ich nehm’ dich gleich hier auseinander! Ist das klar?!“
    Vor lauter Angst konnte ich mich nicht mehr rühren.
    Nicht mal ein Wort konnte ich sagen.
    Ich konnte es gar nicht fassen, wie achtlos die Menschen hier waren.
    Jedoch musste ich mich auch irgendwie bei ihm bedanken, dass er mir das
    schnell begreiflich machte, bevor ich es auf andere Art und Weise erfuhr.
    Jetzt konnte ich mich darauf einstellen, wie die 7 Schwertkämpfer mit mir
    umspringen würden.
    Nachdem ich mich wieder gefasst hatte nickte ich und er nahm Abstand.
    „Gutes Mädchen.“, bemerkte er und schritt fort.
    Schweigend folgte ich ihm und blickte zu Boden.
    Als ich aufsah, konnte ich erkennen wie sich seine Muskeln entspannten.
    Hoshigaki-san war ein ziemlich aggressiver Mann.
    Vielleicht sollte ich mich vor ihm doch mehr in acht nehmen, als ich dachte.

    Bald darauf kamen wir dort an, wo sich alle Schwertkämpfer versammelt hatten.
    Es war klar, dass ich wieder nervös wurde.
    Hoshigaki-san blieb stehen und drehte sich zu mir.
    „Also Leute. Das ist die Konoichi aus Sunagakure. Ihr Name ist Suna Kyoko und ist 14
    Jahre alt. Seit nett zu ihr.“, beim letzten Satz lachte er hämisch.
    Sie beäugten mich alle von oben bis unten und ich stand etwas verloren im Raum.
    Von rechts trat plötzlich ein junger Mann an mich heran.
    Er hatte weißes, schulterlanges Haar und klare, lilane Augen: „Hey, Houzuki Mangetsu.
    Freu mich dich kennen zu lernen.“
    Freundlich verbeugte er sich und ich nickte ihm zu.
    „Nenn mich ruhig Mangetsu.“, dabei zeigte er munter auf sich: „Ich ähm…darf dich doch
    Kyo-chan nennen oder?“
    Der war aber freundlich.
    Ein wenig erhellte sich meine Miene und ich lächelte liebevoll wobei ich einmal nickte.
    „Super!“, er freute sich und blieb mit etwas Abstand brav neben mir stehen.
    Nach und nach stellten sich auch die anderen persönlich bei ihr vor.
    Als nächstes trat eine junge Frau auf sie zu, mit einer merkwürdigen Frisur und
    rotem Haar: „Ringo Ameyuki.“
    Danach trat ein großer, rundlicher Mann vor mich und grinste: „Suikazan Fuguki.
    Freut mich sehr.“
    Es folgten noch 3 Männer mit den Namen Kurosuki Raiga,
    Momochi Zabuza und Kuriarare Kushimaru.
    Ich schmunzelte: „Verzeiht, wenn ich euch die erste Zeit noch nicht mit Namen anspreche.
    Namen kann ich mir unglaublich schlecht merken.“
    Mangetsu hob eine Hand und ich zuckte zusammen.
    Verwirrt blickte er mich an.
    „Ich…wollte nur, dass du einschlägst. Ich bin da nämlich nicht besser.“, er grinste frech.
    Peinlich berührt lächelte ich: „A-achso.“, und schlug in seine gehobene Hand ein.
    Weiter hinten im Raum sah ich wie Hoshigaki-san die Arme verschränkte und mich mit
    einem strengen Blick musterte.
    Ein wenig hatte ich das Gefühl ihm missfiel es, dass ich mit Mangetsu gut klar kam.
    Oder einfach nur, das ich auch anders konnte, nur nicht bei ihm.
    Darauf würde ich ihn aber niemals ansprechen wollen.
    Vermutlich sagte er mir eh nicht die Wahrheit oder würde mich so lange schütteln
    bis die Fetzen flogen.

    Während sich die anderen wieder an ihre Arbeit begaben beschäftigte Mangetsu sich
    mit mir.
    Er war mir sehr sympathisch und bei ihm konnte ich so sein wie ich bin.
    Behandeln tat er mich ganz normal und nicht wie ein Kind.
    Hoshigaki-san hatte mir sicher nur Angst einjagen wollen.
    Oder seine Weltanschauung war einfach nur ziemlich düster.
    Egal was es war, ich war froh, dass es wenigstens auch nette Menschen in diesem
    Dorf versteckt unter dem Nebel gab.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Mo 30 Jun 2014, 10:13

    Durchgeflauscht und etwas fertig wachte ich am nächsten Morgen in meiner vorübergehenden
    Wohnung auf.
    Das Bett war super weicht und die Decke dick und warmhaltend.
    Des Öfteren hatte ich diese Nacht gefroren.
    Es war wirklich zu kalt in Kirigakure, an diesen Temperaturschwank musste ich mich wirklich
    gewöhnen, bevor ich noch krank wurde.
    Noch bevor ich dazu kam aufzustehen klopfte es schon lautstark an der Tür.
    Verwirrt blickte ich durch die Schlafzimmertür in den Flur.
    Wer konnte das denn nur so früh sein?
    Wir hatten doch erst 7 Uhr.
    Es hämmerte wieder gegen die Tür.
    Ein wenig bekam ich schon Angst, dass derjenige gleich die Tür eintrat.
    Schnell zog ich mir eine Jacke mit Kaomoji-Häschen drüber und huschte in den Flur zur Haustür.
    Ich öffnete sie und ich konnte spüren wie mir das Blut in den Adern gefror und in die
    Beine sackte.
    Hoshigaki-san stand vor der Tür und blickte mich finster an.
    Gerade als ich was sagen wollte ließen meine Beine nach und ich sackte auf dem Boden zusammen.
    Eigentlich hätte ich einen Schmerz spüren müssen, besonders weil mir so Schwarz vor Augen
    wurde, dass ich hätte denken müssen, dass ich jetzt sterben muss.
    Doch gab mir etwas Halt und als ich wieder klar sehen konnte, hatte Hoshigaki-san nach
    mir gegriffen.
    „Gerade mal 14 Jahre alt und schon Schwächeanfälle? Mein Gott…“, sprach er abfällig.
    Noch immer war es mir versagt zu Sprechen und auch mich wehren konnte ich nicht.
    Er hob mich auf seine Arme und trug mich in die Wohnung, schloss die Tür dabei hinter
    sich.
    Auf dem Sofa legte er mich ab und zog sich einen Stuhl heran.
    Langsam raffte ich mich wieder und setzte mich hastig auf.
    „Nicht so schnell!“, fauchte der Blauhaarige mich an und befahl mir mit Blicken
    mich wieder hinzulegen.
    Widersetzten wollte ich mich ihm nicht.
    Ich wollte ihn nicht unnötig reizen.
    „Was…machst du schon so früh hier?“, fragte ich ihn leicht gereizt.
    Denn immerhin hatte ich ihm den ganzen Schlamassel zu verdanken.
    Und gerade angenehm war es mir auch nicht, mir von IHM helfen zu lassen.
    „Verzeih.“, lachte er plötzlich: „Doch bei uns herrschen anscheinend andere Arbeitszeiten.“
    ‚Auch das noch.’, dachte ich mir.
    „Ich ging davon aus, man hätte dich informiert. Eigentlich wollte ich dich einfach nur
    abholen.“, er grinste und seine spitzen Zähne schreckten mich ein wenig ab.
    Sah eh schon aus wie ein Hai und hatte dann auch noch Zähne wie einer?
    Und was aß er?
    Fisch?
    Ich verkniff mir ein Lachen.
    Langsam stand ich auf und zog meine Jacke zu.
    Er hob eine Augenbraue: „Häschen…nein, wie süß.“
    Ich verzog das Gesicht und knurrte: „Gib mir 10 Minuten.“
    „Oho, keine Eile. Frauen brauchen doch immer länger. Egal worum es geht.“
    Wütend plusterte sich mein Inneres-Ich auf und fluchte ihn an.
    So ein Mistkerl!
    Jetzt wurde er auch noch unverschämt.
    Im Schnellschritt verschwand ich im Bad und knallte die Tür zu.
    Aus dem Wohnzimmer vernahm ich ein Kichern.
    Bis jetzt hatte ich seine Zweideutigkeit im letzten Satz noch gar nicht mitbekommen.
    Doch wurde mir diese gerade klar.
    Genervt blickte mein Spiegelbild mich mit seinen blutroten Augen an.
    „So ein Arsch…“, murmelte ich leise und kämmte mir die Haare.
    Auf die schnelle band ich mir mein blondes Haar zusammen, auch wenn mir das gar nicht
    gefiel, aber anders war es gerade nicht zu bändigen.
    Danach schlüpfte ich aus meinen Schlafsachen in meine übliche Kleidung.
    Jetzt fehlten nur noch die Waffen.
    Leise öffnete ich die Tür und spähte hinaus durch den Flur ins Wohnzimmer.
    Hoshigaki-san saß mit dem Rücken zu mir auf dem Sofa und blickte nieder auf…was auch immer.
    Ich schlich heraus und sammelte meine Waffen zusammen, die ich in Taschen an meiner
    Kleidung befestigte.
    Gerade als ich mich im Spiegel noch mal kurz betrachtete durchfuhr Hoshigaki-san’s raue Stimme den Raum.
    „Bist hübsch genug. Also mach hinne!“, mit verschränkten Armen stand er im Türrahmen.
    Finster blickte ich zu ihm und ging an ihm vorbei.
    Sein fieses Lächeln, als ich an ihm vorbei ging, entfiel mir nicht.
    Am liebsten hätte ich ihm die Tür vor der Nase zugeknallt, als ich zuerst aus der Wohnung aus-
    trat.
    Doch das…hob ich mir lieber für einen anderen Moment auf.
    Ich wusste, es würde noch einer folgen.
    Schweigend ging ich mit ihm durch die wenig belebte Stadt am Morgen und sah mich etwas um.

    Als wir ankamen saßen die anderen bereits zusammen an einem großen Besprechungstisch.
    Ob ich mich verbeugten sollte, das sie wegen mir die Besprechung aufschieben mussten?
    Mangetsu stürmte auf mich zu und wuschelte mir durchs Haar: „Ohayoooouuu, Kyo-chan!“
    Hilflos wedelte ich mit den Händen über seiner Hand herum.
    Jetzt sah ich wieder so aus, wie nach dem Aufstehen.
    „Ohayou…Ma-kun.“
    Das ich ihn so nannte, schien ihn zu erfreuen, denn er grinste breit.
    Auch er hatte diese erschreckend spitzen Zähne wie Hoshigaki-san.
    War das in Kirigakure etwa normal?
    In Suna war ich die einzige mit solchen Zähnen.
    Vielleicht stamm ich zum Teil ja doch von hier.
    Viel konnte ich über meine väterliche Seite leider nicht herausfinden.
    Meine Mutter sprach höchst ungern darüber.

    Mangetsu zog mich am Arm neben sich und ich ließ mich auf den Stuhl nieder.
    „Warum hat das so lange gedauert?!“, raunzte ein Mann, der vermutlich Leiter der Leute
    hier war, Hoshigaki-san an.
    „Ich bitte vielmals um Verzeihung.“, dabei grinste er jedoch, was seiner aufrichtigen
    Entschuldigung widersprach: „Man hat Suna-chan nicht darüber informiert, welche Zeiten
    hier herrschen.“
    C-chan?!
    Hatte er mich gerade ernsthaft ‚Suna-CHAN’ genannt?
    Der Mann blickte zu mir.
    Eigentlich hatte ich einen finsteren Blick erwartet, doch war er unnormal freundlich.
    „Nun gut. Euch sei verziehen.“, seufzte er, lächelte lieb und nickte mir zu.
    Ich nickte zurück und senkte meinen Blick.

    Im Groben besprachen sie den Einsatzplan für die kommende Woche und erstatteten Bericht
    über den derzeitigen Stand der Dinge.
    Letztlich blieb er bei mir hängen: „Gibt es etwas, worüber wir dich noch informieren müssen,
    Suna-san?“
    Etwas überrumpelt schnappte ich nach Luft und wurde nervös.
    Die Aufmerksamkeit der Gruppe ruhte nun auf mir.
    „Ähm…ich…bin mir nicht sicher.“, ich kam mir total bescheuert vor.
    Der Mann übernahm wieder das Wort: „Vielleicht sollten wir kurz eine Liste durchgehen,
    mit Fähigkeiten die du hier beherrschen solltest. Es gibt sicherlich Einiges, was du einfach
    nicht beherrschen kannst.“
    Und schon gings los.
    Jetzt sprachen wir über meine Schwächen.
    Wie unangenehm.
    Nach und nach entpuppte sich die Gruppe als Hilfsbereit.
    Zumindest mir gegenüber
    Untereinander schienen sie sich gar nicht zu verstehen.
    Zum Teil fetzten sie sich sogar mit Worten darum, wer mir was beibringen durfte.
    Letztlich hatte ich das Vergnügen mit Mangetsu, Hoshigaki-san, Momochi-san, Kurosuki-san und Ringo-san zu arbeiten.
    Jeder hatte seine Aufgaben, die ich Meistern sollte.
    Am meisten grauste es mir vor der Aufgabe über’s Wasser laufen zu sollen.
    Da würde ich meinen Spaß mit Hoshigaki-san kriegen.
    Das gefiel mir gar nicht.
    Aber nach meiner Meinung fragte hier niemand.
    Und selbst wenn, würde sie sicherlich nicht berücksichtigt werden.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Mo 30 Jun 2014, 11:46

    Als erstes kümmerte sich Ringo-san um mich.
    „So, dann testen wir mal, was du drauf hast und mit welchen Fähigkeiten du mich zu
    kontern versuchst.“, sie lächelte und ging in Kampfhaltung.
    Ich nickte und schluckte etwas ängstlich.
    Immerhin hatte ich keine Ahnung mit wem ich es zu tun hatte.
    Sie versuchte freundlich zu klingen: „Keine Sorge, ich werde dir schon kein Haar krümmen. Aber
    ich kann auch nicht versprechen, dass ich es nicht tue.“
    Noch bevor ich verstand, was sie gerade gesagt hatte formte sie Fingerzeichen in einer
    Schnelligkeit die mir seither unerreichbar schien.
    Das Umfeld versank komplett im Nebel.
    Es überraschte mich zugegeben nicht, dass dies die erste Technik war, die verwendet wurde.
    Allerdings konnte man fast die Hand vor Augen nicht sehen.
    Man hörte keine Geräusche und wenn, dann nur so gedämpft, dass man sie kaum wahr nehmen
    konnte.
    Hinter mir hörte ich ein zischen, weshalb ich mich rasch umdrehte.
    ‚Konzentrier dich, Kyoko!’, sprach ich mir in Gedanken zu.
    Mit einem Mal nahm ich ein Geräusch hinter mir wahr und überkreuzte meine Arme vor der Brust.
    Die Finger gespreizt und nach hinten ausgestreckt erfasste ich Ringo-san unbemerkt mit Chakrafäden und sprang über sie hinweg, ohne ihren Körper zu beeinflussen.
    Noch sollte sie nicht merken, was ich gerade getan hatte.
    Für diese Technik hab ich lange gefeilt und ich würde sicherlich noch länger daran rumfeilen.
    Denn einem Marionettenspieler lag der Distanzkampf mehr als der Nahkampf.
    „Schnell bist du schon mal.“, bemerkte Ringo-san und schmiss mir Wurfmesser entgegen, denen
    ich nur mit einem Radschlag ausweichen konnte.
    Doch da stand sie auch schon direkt neben mir.
    Mit einer Fingerbewegung zuckte sie weg und verharrte.
    Dadurch machte ich ihr einen weiteren Angriff unmöglich.
    „Was zum…?!“, fraglich blickte sie an sich runter.
    Zu erkennen schien sie meine Technik noch immer nicht.
    Besser für mich.
    Sie schüttelte ihre Arme aus, fasste sich wieder und bereitete einen weiteren Angriff vor.
    Mitten drin unterbrach ich ihren Angriff und schleuderte sie in den See in Mitten der Kampffläche, die von Bäumen umstellt war.
    Der Nebel lichtete sich langsam und ich erkannte, dass Mangetsu, Momochi-san, Hoshigaki-san
    und Kurosuki-san am Rand standen und zusahen.
    Das hieß dann wohl, wenn Ringo-san meine Technik durchschaute, dass sie es auch erfuhren.
    Und auch wenn nicht, sie es ggf. selbst herausfanden.
    Nun gut, ich sollte auch etwas lernen.
    Also mussten sie mit meiner Technik umzugehen wissen.
    Ringo-san stieg keuchend aus dem Wasser auf dessen Oberfläche und grinste mich fies an.
    „Mal sehen wie du damit zurecht kommst!“, warnte sie mich mehr oder weniger vor und formte
    wieder blitzschnell Fingerzeichen.
    Wasser stieg in die Luft und dieses formte Golfball große Kugeln.
    Wasserkugeln.
    Daraus würde sie wohl Geschosse machen.
    Dies wusste ich ihr aber zu vermiesen!
    Als sie die Wassergeschosse auf mich schleuderte sprang ich in die Luft um ihnen auszuweichen.
    Doch auch sie Sprang hinauf und zückte ihr Schwert.
    Ich behielt sie genau im Auge und riss meine Arme herum um ihren Angriff zu unterbrechen.
    Das klappte aber nicht so wie ich gedacht hatte.
    Indem sie ihr Schwert gezogen hatte, schnitt bzw unterbrach sie einen Chakrafaden nach dem anderen und verhinderte somit, dass ich ihr wieder dazwischen funken konnte.
    Im letzten Moment zog ich ein Kunai und konterte ihren Schwerthieb mit Mühe.
    Ihr Schlag schleuderte mich durch die Luft ins Wasser.

    Damit hatte sie mich letztlich doch geschlagen.
    Elegant landete sie auf dem Wasser und blickte hinein, auf der Suche nach mir.
    Am Ufer zog ich mich keuchend heraus.
    Meine Haare versperrten mir jegliche Sicht.
    „Gar nicht mal so übel, Kyoko.“, rechnete mir Ringo-san an.
    Sie half mir auf und richtete mir die Haare soweit es ging, damit ich wieder was sehen konnte.
    Auch die anderen kamen nun näher und stellten sich zu uns.
    „Obwohl deine Technik echt fies ist lässt sich sicherlich noch einiges daran machen.“
    Ich nickte nur, schnappte nach Luft, hielt sie an und schüttelte wild das Wasser verzweifelt
    heraus.
    Damit besprenkelte ich auch die anderen, aber das war mir egal.
    Entschuldigend blickte ich in die Runde.
    Bis auf Hoshigaki-san sahen alle so aus, als würden sie mir das verzeihen.
    „Dann darf ich ja jetzt erstmal überlegen, wie ich dich bezwinge.“, lachte Kurosuki-san.
    Die anderen warfen ihm argwöhnische Blicke zu.
    Ich dagegen hatte absolut keine Ahnung, was mich erwartete.
    Raiga stieg auf’s Wasser und reichte mir eine Hand.
    Mit geweiteten Augen schüttelte ich den Kopf und ging ein paar Schritte zurück bis ich gegen
    Momochi-san stieß: „Oh…Verzeihung.“
    Er schüttelte nur den Kopf und musterte mich freundlich, aber ernst.
    „Na komm her, meine Kleine.“, drängte Kurosuki-san mich und ich schüttelte weiter den Kopf.
    Zog dabei die Hände geballt an meinen Brustkorb.
    Ich konnte doch gar nicht auf dem Wasser stehen.
    Ich würde sofort untergehen, wie ein sinkendes Schiff.
    Hoshigaki-san stand mit verschränkten Armen da und seufzte: „Das Mädchen beherrscht
    es noch nicht auf dem Wasser zu stehen, also lass den Mist.“
    Kurosuki-san schaute erstaunt und musterte mich: „Ach ja…stimmt. Verzeih mir meine
    Dummheit.“
    Irgendwie wirkte mir der Mann viel zu verwirrt und irre.
    Seine Stimme war so sanft, als hätte man ihn gerade aus der Irrenanstalt entlassen.
    Daher fürchtete ich mich vor ihm sogar mehr als vor Hoshigaki-san.
    Ringo-san ging an mir vorbei und trat hinter mich um mich vor zu schieben.
    Ins Ohr flüsterte sie mir: „Er arbeitet viel mit Raiton-Jutsus. Ich hoffe das Hilft dir weiter.“
    Danach verschwanden die 4 und verteilten sich auf die umliegenden Bäume um von dort aus
    zuzusehen.
    Nein! Bleibt hier! Ich könnt mich doch nicht mit dem Irren allein lassen…!
    Ich schluckte und blickte ihn ängstlich an.
    „Keine Angst, meine Kleine. Ich tu dir nicht weh. Immerhin trainieren wir nur.“, ein fieses Lächeln
    huschte über seine Lippen.
    Er zog seine beiden Schwerter und ich zuckte zurück.
    Der Kerl war mir nicht geheuer.
    Lichter zuckten um ihn herum und ich konnte sehen, wie er sich mit Blitzen auflud.
    Die beiden Schwerter leiteten sein Raiton und verstärkten es.
    Seither hatte ich noch nie mit jemandem zu tun, der solch eine Technik verwendet.
    Wie ich das wohl überstehen würde?
    Einen Augenblick später war er verschwunden.
    Mir blieb das Herz stehen und meine Konzentration schwankte.
    Neben mir schlug ein Blitz ein und ich sprang nach dem Einschlag eher erschrocken zur Seite.
    Mich durchzog ein ungeheurer Schmerz.
    Schon stand Kurosuki-san hinter mir und ich sah seine lilanen Augen aufleuchten.
    „Gegenüber mir bist du wohl zu langsam.“, lachte er.
    Ich hielt die Luft an und zückte ein Kunai, mit welchem ich ihn dann angriff.
    Gekonnt schlug er es mir mit einem Hieb seines Schwertes aus der Hand.
    Zurückweichend zog ich weitere Kunai’s und warf sie nach ihm.
    Auch diese schlug er mit Hieben davon und kam auf mich zu.
    Beim Versuch ihm meine Chakrafäden an den Leib zu legen, materialisierte er die Fäden, sodass
    sie seinen Körper gar nicht erst erreichten.
    Ich hatte ja so was von verloren.
    Aber auch, wenn ihm das klar zu sein schien, wirkte er nicht, als wolle er den Kampf abbrechen.
    An einen Baum zurückgedrängt hielt er mir seine Klinge an den Hals.
    Sein Blick wurde irrer.
    Es war doch ohnehin vorbei, er sollte aufhören.
    Noch bevor er ausholen konnte tauchten rund um ihn herum die anderen auf und legten ihm
    kreisförmig die Klingen der Schwerter um den Hals, sodass er nur bei der kleinsten Bewegung
    den Kopf verlieren konnte.
    „Eine falsche Bewegung und die erlebst nie wieder eine deiner angehimmelten Beerdigungen
    außer deiner eigenen.“, knurrte Mangetsu.
    Er hatte sich zwischen mich und Kurosuki gestellt.
    „Fallen lassen.“, brummte Momochi-san durch seine Bandagen, die er über dem Mund und dem halben Gesicht trug.
    Ohne Widerrede ließ er seine Schwerter fallen.
    Ringo trat sie hinter sich und behielt ihm weiter im Auge.
    Mangetsu zog mich aus der Gefahrenzone während die anderen ihn fertig machen
    zu schienen.
    „Sorry, Kyo-chan. Manchmal hat er sie einfach nicht mehr alle und weiß nicht, wann
    Schluss ist.“, besorgt musterte mich der Weißhaarige.
    Meine Glieder trugen noch immer die Angst in sich, aber auch das brachte mich nicht
    davon ab mich unerschrocken zu geben.
    „Ach, schon gut. Ich kenn Leute, die sind mindestens genauso irre wie der und 10-Mal
    gefährlicher.“, und damit mochte ich wohl recht behalten.
    Ringo-san trat an uns heran und blickte ebenfalls besorgt drein.
    „Du musst Raiga entschuldigen. Er…verhält sich schon eine Weile ziemlich merkwürdig.“
    Das wank ich bloß ab.
    „Wo sind sie denn nun hin?“, fragte ich neugierig.
    Die Rothaarige und Mangetsu sahen sich an und gaben mir dann beide mit Kopfschütteln
    zu verstehen, dass es besser wäre, wenn ich das nicht weiß.
    „Ich bring sie wieder nach Hause. Das war genug für heute.“, beschloss Mangetsu.
    Ringo-san zuckte die Achseln: „Mach doch, was du willst.“, und verschwand daraufhin.

    Mangetsu begleitete mich bis zur Haustür und baute mich mit Worten auf.
    Munter plapperte er und lobte mich.
    „Du warst echt gut. Ich muss zugeben ich hab mir das Lachen verkniffen, als Ameyuki
    so blöd aus der Wäsche geguckt hat.“
    Da konnte auch ich mir ein Kichern nicht verkneifen.
    Das war schon witzig gewesen.
    Zumindest JETZT.
    Nach dem Kampf gegen sie.
    Währenddessen war es eher Anstrengung pur.
    Da blieb mir gar keine Zeit darüber nachzudenken wie Lustig dies oder das war.

    Noch bevor ich ganz im Hausflur verschwand blieb Mangetsu im Rahmen stehen und
    musterte mich mit einem liebevollen Blick: „Hey.“
    Aufmerksam schaute ich zu ihm.
    „Hast du Lust…heute Abend was trinken zu gehen? Egal was?“
    Leidend lächelte ich.
    Bei so was war ich nicht gut und außerdem doch auch viel zu jung.
    Und das gab ich wirklich nur in solchen Momenten zu.
    „Warum nicht.“, antwortete ich ihm, einfach dem guten Willen wegen.
    Er war ein netter Kerl, also konnte man sicherlich auch normal was mit ihm
    unternehmen.
    Breit grinste er: „Yeah, cool~ Ich hol dich dann so gegen 7 ab?“
    Ich nickte nur und er zog von dannen.

    Was für ein merkwürdiger Vormittag.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Mo 30 Jun 2014, 15:18

    Bis zum Abend hatte ich nun auch meine Ruhe.
    Soweit ich dazu kam, nahm ich mir vor am Nachmittag zu schlafen nachdem Hoshigaki-san mich
    so früh am Morgen rausgeworfen hatte.
    Diesmal stellte ich mir einen Wecker bevor mich diesmal auch noch Mangetsu verschlafen
    zu Gesicht bekam.

    Nachdem ich aus meinem Schlaf erwachte bereitete ich mich langsam auf Mangetsu’s
    Ankunft vor.
    Um Punkt 7 stand er vor meiner Tür und klopfte.
    Fertig und bereits sogar mit Schuhen an, empfing ich ihn an der Tür.
    „Konban ha!“, sagte er zufrieden: „Können wir?“
    Ich nickte und wir zogen sofort los.
    Mangetsu betrachtete mich von oben bis unten.
    Klar, sonst würde er mich sicherlich nur in Ninja-Sachen sehen.
    Es war also besonders den jeweils anderen Mal in anderer Kleidung anzutreffen.
    Mit einer kurzen, schwarzen Hose, einem tief dunkel-grünen Oberteil, einer dazu passenden
    grünen Schleife (wie aus der Schule), einer schwarzen Weste darüber und schwarzen Kniestrümpfen mit schwarzen Schuhen, begleitete ich ihn.
    Meine Haare hatte ich mit Haarspangen zur Seite gemacht, sodass mein Pony mir nicht im Weg
    war.
    „Du hast schon einen ausgefallenen Freizeitstyle.“, bemerkte er mit einem hauch Bewunderung
    in der Stimme.
    Immer wenn jemand etwas Nettes über meinen Kleidungsstil sagte freute ich mich darüber, was
    total normal war: „Danke“
    Ein wenig hoffte ich doch, dass uns nicht noch jemand von den anderen sah.
    Da wäre es mir vielleicht dann doch unangenehm.
    Mein Blick ruhte auf Mangetsu.
    Er war heller gekleidet als ich und relativ lässig.

    Bei der Bar angekommen setzten wir uns in eine ruhige Ecke um etwas plaudern zu können.
    Mangetsu bestellte sich etwas Alkoholisches mit wenig Prozent.
    Ich dagegen bestellte mir eher eine Cola.
    Alkohol hätte ich vielleicht sowie so nicht bekommen.
    „Dann erzähl mal. Du kommst aus Sunagakura: Wie ist es da so?“, fragte er mich.
    „Heiß, würde ich sagen. Ganz anders als hier.“
    -„Frierst du hier etwa?“
    „Oh ja. Besonders nachts.“
    Er lachte: „Oh je, du Arme.“
    „Du, Mangetsu…“, begann ich und der Kellner brachte uns unsere Getränke.
    -„Ja?“
    „Ist es wahr, dass die Menschen hier sehr unhöflich sind? So sehr, dass sie mich als Konoichi
    Nicht ernst nehmen?“
    -„Kisame-san wars oder?“
    Ich nickte nur.
    Mangetsu seufzte: „Naja, es gibt durchaus Leute die ziemlich unfreundlich sind. Und auch welche
    die eine große Klappe haben, wie ich.“, er deutete spaßeshalber mit beiden Daumen auf sich:
    „Und es wird auch welche geben, die dich als Konoichi nicht ernst nehmen werden. Aber hey, sieh
    es als dein Vorteil. Sie unterschätzen dich, du schellst denen einen und dann kommen die von
    allein drauf, dass die eine junge Frau vor sich haben, mit der man nicht spaßen sollte.“
    Ich musste zugeben, dass mich seine Worte sehr aufmunterten.
    Er hatte recht.
    Wenn die Menschen hier mich nicht ernst nahmen, dann sollte mir das egal sein.
    Immerhin kannte ich die Wahrheit.
    Der Weißhaarige nippte an seinem Drink: „Außerdem solltest du Personen aus Kisame-san’s
    Jahrgang nicht so ernst nehmen. Er hat eine andere Erziehung gehabt und ist daher ziemlich
    kaputt drauf.“
    Ich legte den Kopf schief während er einen ordentlichen Schluck von seinem Drink nahm.
    „Was meinst du damit?“
    -„Du hast doch sicher gehört, wie Leute wie er die Akademie bestehen konnten, oder?“
    Zwar wusste ich grob, was er meinte, doch wollte ich es von ihm noch mal erzählt kriegen.
    -„Kisame-san hat vor gut 10 Jahren seinen Abschluss an der Akademie gemacht.“
    Ich schreckte auf: „Da war er ja gerade mal 4 Jahre jünger als ich jetzt.“
    Mangetsu nickte: „Er hat mir anderen Schülern gelernt und trainiert. Sicher auch Freunde
    gefunden. Doch die Abschlussprüfung verlangte von allen ihre Mitschüler umzubringen und gegen
    ALLE zu bestehen um die Prüfung zu bestehen.“
    Ein wenig träumte ich durch die Gegend und versuchte mich in seine Person zu versetzten.
    An seiner Stelle wäre ich durchgedreht und hätte mir irgendwann selbst das Leben genommen.
    Die Leute aus Kirigakure waren wirklich hart im nehmen.
    „Das ist grauenhaft…“, hauchte ich in einen Moment der Stille.
    Der junge Mann mir gegenüber nahm einen letzten ordentlichen Schluck seines Drinks und nickte.
    „Er war jedenfalls einer der letzten die das ganze durchmachen mussten.“
    Jetzt konnte ich mir erstens sein Verhalten erklären und zweitens warum manche Menschen hier
    einen Psychoschaden hatten.
    Ich trank einen großen Schluck von meiner Cola.
    „Sunagakure hatte auch keinen guten Ruf, was die Abschlussprüfungen angeht.“
    Das zauberte ein Schmunzeln auf meine Lippen: „Irgendwie hat jedes Dorf so seine Macken.“
    Der Weißhaarige konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und es klang so herzlich, dass ich nur
    einstimmen konnte.
    Er war wirklich ein netter Mensch, da konnte ich es kaum glauben, dass er wirklich aus Kirigakure
    kam.

    Nachdem wir uns zu genüge ausgetauscht hatten und die Zeit mehr und mehr verstrich, schmiss
    uns der Barkeeper raus.
    Wir hatten dabei eine menge Spaß und hetzten uns durch die Straßen des Dorfes.
    Bis wir schließlich wieder vor meiner Haustür standen.
    „Tja, Kleine. Dann mal eine Gute Nacht.“, er nahm mich in den Arm und drückte mich fest, aber
    behutsam an sich.
    Kurz schlang ich meine Arme um ihn und öffnete danach meine Tür: „Bis morgen.“
    Ich wank ihm zu und er zurück.
    Urplötzlich wie ein Schatten war er verschwunden.
    Leise schloss ich die Haustür und bereitete mich nach und nach aufs Bett vor.

    Entspannt ließ ich mich in das weiche, flauschige Bett fallen.
    Und obwohl ich am Nachmittag schon geschlafen hatte, fielen mir die Augen zu, als wäre ich
    schon 3 Tagen auf den Beinen.

    Ausgeschlafen aber noch immer erschlagen, so begann jeder Morgen bei mir.
    Die ganze Woche über quälten mich meine „Sensei’s“ und in der nächsten Woche würde
    Hoshigaki-san dran sein.
    Ich freute mich ganz und gar nicht darauf.
    Auch wenn ich nun wusste wieso er war wie er war, konnte ich mich nicht damit abfinden.
    Neulich lernte ich eine Konoichi kennen, welche in 6 Wochen mit ihm auf eine Mission gehen
    würde.
    Sie hatte versucht mir zu erzählen, wie wunderbar er sei.
    Das konnte ich nicht nachvollziehen.
    Er sah weder sonderlich gut aus, noch war sein Charakter der Beste.
    Zwar hatte ich sie gefragt, was sie an ihm fände, doch darauf antwortete sie mir mit einem:
    „Ich habe absolut KEINE Ahnung.“, und lächelte mich breit an.
    Liebe kannte also keine Grenzen und war unberechenbar.
    Ich gruselte mich jetzt schon vor dem, was mich irgendwann mal erwartete.
    An diesem Wochenende schlug mir Mangetsu vor mit ihm und seinem kleinen Bruder etwas zu
    unternehmen.
    Sein kleiner Bruder hieß Suigetsu.
    Er war etwa in meinem Alter.
    Vielleicht etwas jünger, 2 oder 3 Jahre.
    Soweit Mangetsu mir erzählte, hatte auch Suigetsu eine verdammt große Klappe und erlaubte
    mir ihn zu schlagen wenn er frech würde.

    Auch diesmal zog ich mich etwas ungewohnt für die Augen der Gesellschaft an.
    Ich trug nochmals meine schwarze, kurze Hose, darunter eine Stumpfhose mit einem schwarz
    rot gepunktetem Bein.
    Die andere Seite hatte ich abgeschritten und trug auf der Seite einen schwarz, weiß geringelten Kniestumpf.
    Ich entschied mich für ein weißes Top mit einem großen Kamoji-Häschen drauf und einer schwarz, innen weiß karierten, extravaganten Jacke, dessen Ärmel ich mit Hilfe von Reisverschlüssen abmachen konnte.
    Die Kapuze hatte zwei Hasenhören dran, die außen schwarz waren.
    Das Ohrinnere trug dasselbe Muster wie die Innenseite der Jacke.

    Mangetsu erwartete mich bereits mit Suigetsu am vereinbarten Treffpunkt.
    „Woohoo!“, der große Bruder klatschte als er mich sah.
    Der Kleine dagegen rümpfte die Nase und stand mit verschränkten Armen da.
    „Kyo-chan, dreh dich mal!“, Mangetsu war ganz aufgeregt.
    Ich drehte mich wie befohlen und lächelte.
    „Du überrascht mich echt immer wieder!“, mit einer Umarmung begrüßte er mich.
    „Darf ich vorstellen, Suigetsu. Mein kleiner Bruder.“
    Er war genauso groß wie ich und sah Mangetsu wirklich zum verwechseln ähnlich.
    Was vermutlich mit daran lag, dass sie dieselbe Frisur hatten.
    Ich verbeugte mich höflich vor ihm und er brach ich Gelächter aus.
    „Wie süß ist die denn!“, posaunte er heraus.
    Wie unverschämt!
    Meine Wangen röteten sich und ich blickte genervt weg.
    Mangetsu knurrte hörbar und zog Suigetsu eine über: „Sei gefällst freundlich, du Penner! So
    geht man doch nicht mit einer Lady um.“
    -„Lady? Die ist genauso alt wir ich.“
    „Nein, sie ist älter!“,
    -„Trotzdem ist sie keine Frau. Die hat doch absolut keinen Vorbau.“
    Genervt schloss ich die Augen und meine Augenbraue zuckte.
    Ich war dabei die Nerven zu verlieren.
    Mit knallrotem Kopf ging ich an beiden vorbei und augenblicklich hörten sie auf sich zu streiten.
    Sie blinzelten mir nach und liefen dann los.
    „Sei friedlich oder es knallt, Su-Su!“
    -„Nenn mich nicht so. Ich bin keine 3 Jahre alt mehr.“
    „So führst du dich aber auf!“
    Allgemeines Geknurre.
    Beiden drückte ich meine Hand ins Gesicht und schubste sie voneinander weg.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Di 01 Jul 2014, 09:23

    Mangetsu führte uns zum Meer, welches diesmal ganz schön aussah.
    Die Sonne schien und ließ das Wasser glitzern.
    Ich kam an einem Tag an dem nicht so gutes Wetter war, daher glaubte ich eigentlich, dass es
    immer so ein mieses Wetter gab.
    Gekonnt spazierte Suigetsu aufs Wasser und hockte sich hin.
    Dabei piekste er mit seinem Zeigefinger ins Wasser und schloss ein Auge, als würde er auf etwas
    zielen.
    Sein großer Bruder begann zu lachen: „Suigetsu, lass die Fische am leben, ja?“
    Verwirrt musterte ich ihn und versuchte etwas im Wasser zu erkennen.
    Es war klar blau-grün.
    Ich fühlte mich wie im Urlaub.
    Auch Mangetsu trat nun aufs Wasser und schubste Suigetsu um.
    „Ich sagte: Lass das.“, dann lachte er und Suigetsu ebenfalls.
    Na, die hatten ihren Spaß.
    „Oi, Kyo-chan!“, rief Suigetsu mir zu: „Komm her!“, dabei streckte er seine Hand nach mir aus,
    auch wenn ich sie nicht ergreifen könnte bei der Entfernung.
    Leidend blickte ich zu ihm herüber und Mangetsu murmelte etwas zu ihm, was ich nicht verstehen konnte.
    Suigetsu sah mich freundlich lächelnd, aber dennoch leidend an, nach dem, was Mangetsu ihm
    mitgeteilt hatte.
    Plötzlich löste er sich in Wasser auf und ich erschrak.
    Ich trat näher ans Wasser heran und suchte nach Mangetsu’s kleinem Bruder.
    Doch er war verschwunden.
    Hinter mir kicherte jemand und mich umgriffen zwei Arme.
    „Na? Angst gekriegt?“, Suigetsu sah mir über die Schulter und ich versuchte einen Schrei
    zu unterdrücken.
    Erschrocken nickte ich und gab mir alle Mühe seinen Griff zu lösen.
    Vergeblich.
    „Du kannst also nicht auf dem Wasser stehen, ja?“, er grinste breit als er das sagte.
    „Nee.“, antwortete ich beleidigt.
    „Kisame-san wird’s ihr Montag wohl beibringen müssen.“, lachte Mangetsu.
    „Oho…der ist ja nicht gerade der geduldigste. Bringen wir es ihr doch jetzt bei.“, lachte Suigetsu
    herzlich und hob mich hoch.
    Mit weit aufgerissenen Augen trug mich Suigetsu auf das Wasser zu und spazierte locker
    darüber.
    Ich wog für ihn anscheinend gar nichts.
    „Und jetzt…“, begann er und setzte mich ab.
    Wie erwartet ging ich sofort unter.
    Als wäre ich plötzlich mitten drin ins Wasser gefallen.
    Ich konnte die Brüder lachen hören.
    Vollkommen nass tauchte ich auf und keuchte.
    Meerwasser war wirklich ekelig.
    Der kleine Bruder beugte sich weit zu mir runter und schob die Hände in die Hosentaschen.
    Mangetsu erklärte mir, was ich zu tun hatte und ich gab mir alle Mühe dabei.
    Immer wieder half Suigetsu mir aus dem Wasser, damit ich erstmal versuchen konnte zu stehen.
    Das ganze erwies sich mir als ziemlich schwierig.
    Irgendwann aber begann ich langsamer zu sinken, bis es letztlich aussah, als stünde ich in
    Treibsand.
    „Siehst du. Geht doch!“, freute sich Suigetsu.
    „Ich weiß nicht, was doch gehen soll. Ich geh noch immer untrrrr…blubb.“, ich holte tief
    Luft als ich auftauchte.
    So ein Mist.
    Als die Brüder aber so herzlich lachten musste auch ich mitlachen.

    Später lag ich auf der Seite am Ufer und ließ die Sonne meine Kleider trocknen, während ich mich in der Wärme entspannte.
    Mangetsu lag links von mir und Suigetsu saß zu meiner rechten.
    Er starrte aufs Meer hinaus und genoss den frischen Wind.
    Als ich aufwachte lag seine Hand auf meiner Schulter.
    „Scheint als wärst du trocken.“, er schenkte mir ein freches Grinsen.
    Sogar der Knirps hatte diese Reißzähne wie sein Bruder und ich.
    Ich setzte mich auf und legte mir den Arm über die Stirn als Sonnenschutz.
    Es war so verdammt hell.
    Auch Mangetsu setzte sich nun auf.
    Er lag zu mir gedreht, anscheinend hatte er mich beobachtet.
    „Jetzt bist du schon über eine Woche hier und ich hab immer noch das Gefühl, ich würde dich
    schon Ewig kennen.“, Traurigkeit schwang in seiner Stimme mit.
    Mit schief gelegtem Kopf betrachtete ich Mangetsu und zog die Knie an meine Brust heran.
    „Es ist, als wärst du die kleine Schwester, die wir nie hatten.“, hauchte Suigetsu von der anderen
    Seite.
    Auch ihn betrachtete ich mit schief gelegtem Kopf und einer leidenden Miene.

    Die nächste Woche begann für mich weniger erfreulich.
    Hoshigaki-san stand wieder sehr früh vor meiner Tür.
    Diesmal war ich aber vorbereitet UND fertig.
    Er blinzelte mich überrascht an und trat von meiner Haustür zur Seite um mich raus zu lassen.
    Schweigend huschte er mit mir zu dem Trainingsplatz, wo ich die letzten Tage auch mit den
    Anderen trainiert hatte.
    Ich hoffte inständig, dass ich ihn schnell wieder los war.
    Auf dem Wasser konnte ich wenigstens schon mal halbwegs stehen.
    Jetzt musste ich nur noch schnell auf die reihe kriegen, was er sonst noch führ mich bereit
    hielt.
    Lässig spazierte er aufs Wasser und drehte sich dann zu mir.
    Auch er erklärte mir noch einmal worauf ich zu achten hatte.
    Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er heute ungewohnt motiviert war.
    Schon fast so, als würde es ihm eine gewisse Freude bereiten mir etwas beibringen zu dürfen.
    Musste er sich etwa erstmal an mich gewöhnen?
    Wie auch immer…
    Mutiger trat ich nun aufs Wasser zu und ging noch mal durch, was ich vor 2 Tagen gemacht
    hatte.
    Konzentriert trat ich aufs Wasser und stand nun sicherer als ich gedacht hatte.
    Erstaunt hob Hoshigaki-san eine Augenbraue.
    „Du lernst ausgesprochen schnell, Kyo-chan.“
    Inzwischen waren wir also beim Vornamen angekommen?
    Seine Launen wechselten auch wie Wind und Wetter.
    Zufrieden lächelte ich: „Ich muss zugeben ich hab vorher ein bisschen geübt.“
    -„Willst du mir etwa was beweisen?“
    „Ich wüsste nicht was…“, gab ich zu.
    Frech grinste er und musterte mich.
    Dann grinste er breiter: „Du sinkst.“
    Erschrocken konzentrierte ich mich wieder genauer auf alles.
    „Keine Sorge, irgendwann machst du das mit links. Ist wie Fahrradfahren.“, er prustete laut
    drauf los.
    „Lach nicht.“, knurrte ich.
    Das schien ihn jedoch eher mehr zu amüsieren.
    Plötzlich warf er mich mit etwas ab und ich sprang zurück.
    „Jetzt wollen wir mal testen, wie lange du oberhalb des Wassers bleibst, wenn du kämpfst.“
    Noch bevor ich nachdenken konnte stand er schon direkt vor mir.
    Er holte aus und ich duckte mich unter seinem Schlag weg und lief übers Wasser an ihm vorbei.
    Ganz dicht flogen rechts und links von meinem Kopf Wurfsterne an mir vorbei.
    „Wo willst du denn hin?! Du sollst kämpfen!“, knurrte er.
    Wie vereist blieb ich stehen und hielt die Luft an.
    Im Nahkampf war ich nicht gut.
    Und das schon gar nicht gegen so jemanden wie ihn.
    Er schubste mich um und ich ging unter.
    Wundervoll…das würde gar nicht lustig werden.
    Eine Hand griff ins Wasser nach mir und zog mich am Kragen raus.
    „Du bist ja leicht zu verunsichern.“, er verzog das Gesicht und setzte mich am Rand des Sees ab:
    „Vielleicht kommt die Frage etwas spät, aber der Nahkampf liegt dir nicht, hab ich Recht?“
    „Damit triffst du den Nagel auf den Kopf.“
    -„Woran liegt das?“
    „Ich bin Marionettenspieler. Kein Boxer.“
    Er lachte und ließ sich neben mir nieder.
    Langsam fürchtete ich mich mehr vor ihm.
    Ich hatte absolut keine Ahnung wo ich bei ihm dran war.
    Erst war er total gemein zu mir, und plötzlich wieder nett.
    Mit einer Hand stütze er seinen Kopf auf und versteckte sein Gesicht darin.
    „Darf ich dir also noch Nahkampftechniken beibringen, ja?“
    „Die anderen haben es bereits versucht, aber viel hängen geblieben ist nichts.“
    „Na herrlich…“, seufzte er.
    Schnell rappelte er sich wieder auf und nickte entschlossen: „Na gut. Hoch mit dir.“
    Überrascht starrte ich ihn an und stand auf.
    Auf die Schnelle zeigte er mir ein paar Griffe und ließ sie mich an ihm versuchen.
    Dabei half er mir zwischendurch nach.
    „Mit genug Schwung schaffst du sogar jemanden wie mich. Glaub mir.“
    „Dafür muss ich erstmal stark genug sein.“, maulte ich.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Di 01 Jul 2014, 14:34

    Er lachte wieder: „Nicht bei allem. Ich würde sagen, es ist alles eine Frage der Technik.“
    Ich seufzte und ließ den Kopf hängen, dazu beugte ich direkt meinen Oberkörper mit nach vorn
    und ließ die Arme hängen.
    Womit ich nicht rechnete war mit seiner Hand, die er mir auf den Kopf drückte.
    „Kopf hoch!“, dabei grinste er frech.
    Am liebsten hätte ich ihn jetzt gefragt, warum er so urplötzlich nett zu mir ist.
    Jedoch wollte ich ihm die Laune nicht vermiesen, nur weil ich nicht damit klar kam,
    dass er auch anders konnte.

    Irgendwann legten wir eine Pause ein und ich ließ mich einfach zu Boden fallen.
    Vollkommen außer Atem lag ich keuchend da und streckte Arme und Beine von mir.
    Hoshigaki-san schien kaum angekratzt zu sein, denn er setzte sich ganz normal neben mich.
    „Warum…bin ich…eigentlich…als Einzigste…vollkommen…fertig?“, ich versuchte einmal tief
    Luft zu holen um mich wieder einzukriegen.
    „Ich habe Unmengen an Chakra, die niemand zur Verfügung stehen hat. Ich weiß nicht, wo
    meine Grenze liegt, aber das war bei weitem nicht mal ein viertel dessen, was ich kann.“
    Hieß für mich: Mit ihm sollte ich mich schon mal nicht ernsthaft anlegen.
    Das wäre ein Sprung in den sicheren Tod.
    Sein Blick ruhte auf mir.
    Als ich mich wieder zum Sitzen aufgerafft hatte, schaute ich aufs Wasser.
    Er hatte seine Augen noch immer nicht abgewandt.
    Ich traute mich aber auch nicht seinen Blick zu kreuzen.
    „Mit den Houzuki-Brüdern scheinst du dich gut zu verstehen, was?“, setzte er aus heiterem
    Himmel an.
    Mir blieb kurz das Herz stehen und schlug dann doppelt so schnell weiter.
    Lässig sah ich zu ihm und nickte: „Sie sind unglaublich lieb zu mir.“, dann lächelte erfreut.
    Seinerseits kam kein Lächeln zurück.
    Er wendete seinen Blick eher ab.
    „Aber…wie kommst du dra-…?“
    „Ihr schient am Wasser euren Spaß gehabt zu haben.“, fiel er mir ins Wort.
    „Außerdem schleicht einer gerade um den Platz herum und beobachtet uns.“, seine Zähne
    knirschten.
    Woher…wusste er das?
    Hastig sah ich mich um, aber sah niemanden.
    Als ich meine Aufmerksamkeit wieder ihm schenkte nickte er nach hinter uns, als unsere Blicke
    sich trafen.
    Konzentriert fuhr ich mit dem Blick herum und starrte in die Schatten des dichten Waldes.
    Es raschelte und ein Schatten verdrückte sich hinter einen Baum.
    Ich zuckte zusammen als Hoshigaki-san zu brüllen begann: „Komm raus! Wir haben dich eh schon
    bemerkt!!“
    Schweigen.
    Inzwischen hatte der Blauhaarige seinen Blick von mir abgewandt und war aufgestanden.
    Suigetsu trat plötzlich ins Licht und meine Miene erhellte sich merklich.
    „Sui-kun!“, ich sprang erfreut auf und lief auf ihn zu.
    Sein freches Grinsen würde ich immer in Erinnerung behalten so einbrennend war es.
    Vor allem war es so ehrlich.
    „Hallo Nee-chan~“, begrüßte er mich.
    Seit er Samstag beichtete, dass ich die große Schwester sei, die er nie gehabt hatte, nannte
    er mich ‚Nee-chan’.
    „Was machst du hier?“, fragte ich gespielt meckernd.
    -„Dir zusehen. Nii-san ist derzeit weg und mir war langweilig. Also hab ich dich gesucht… und
    gefunden.~“
    „Hör mal, ich muss trainieren. Da muss ich mich konzentrieren und wenn du hier bist funktioniert
    das weniger gut.“
    „Ooooh…“, er verschränkte die Arme hinter dem Kopf: „Ich dachte ihr seit schon fertig…“
    Ich drehte mich zu Hoshigaki-san um, der mich und Suigetsu finster anfunkelte.
    Da verging mir die Freude.
    Suigetsu streckte ihm sogar noch die Zunge raus, woraufhin ich ihn mit Gewalt umdrehte und
    weg schob: „Sei lieb zu-…LASS DAS!“
    -„Aber Nee-chaaaan…“
    „Nein! Aus! Hör auf zu jammern und geh nach Hause. Lass uns heute Abend was unternehmen.
    Aber bis dahin bleibst du brav zu Hause, klar?“
    „Ehehe…“, kicherte er und drehte sich zu mir um: „Es scheint mir als wolltest du nur mit
    Hoshigaki-san allein sein, ne? ewe“
    „EH?! Was?! Aaarg!! Yame nasai yo! Geh!“, auf dem letzten Meter schubste ich ihn weg und er tat
    was ich ihm befahl.

    Nachdenklich ging ich zurück zu Hoshigaki-san, der mich noch immer böse ansah.
    Erschrocken verbeugte ich mich tief: „Verzeihung!“
    Darauf ging er gar nicht erst ein: „Machen wir weiter!“, sagte er nur streng.
    ‚Danke, Suigetsu!
    Wegen dir hat er wieder seine schlecht-Wetter-Laune!’, knurrte ich ihn gedanklich an.

    Der restliche Nachmittag verlief eher schmerzhaft…für mich.
    Ohne Gnade bezog Hoshigaki-san mich diesmal in Training mit ein.
    Ich vertrug einiges, steckte fiel ein aber teilte Gott sei Dank auch aus.
    Ein wenig war er diesmal außer Atem, nachdem er mir den Rest gegeben hatte.
    „Das genügt…für Heute…“, grummelte er.
    Mir war als hätte er gerade Frust an mir abgelassen…auf „zarte“ Art und Weise.
    Bei vielen Schlägen hätte er durchaus brutaler draufhauen können, doch dämpfte er diese
    (zumeist) im letzten Moment ab.
    Keuchend, verdreckt und mit Schrammen erhob ich mich: „D-danke.“, mehr konnte ich zu ihm
    nicht mehr sagen.
    Schweigend betraten wir zusammen das Dorf, dann verabschiedete er sich plötzlich und ich
    wuselte mir meinen Weg allein nach Hause.
    Zuerst wusch ich mir den Dreck ab und verarztete meine Wunden.
    Sicherlich hatte ich morgen eine menge blaue Flecken.

    Gegen Abend klopfte es an der Tür.
    Ich hatte mir inzwischen lässige Kleidung angezogen und öffnete nach dem zweiten Klopfen die
    Haustür.
    Suigetsu hob die Hand: „Konban wa, Nee-chan.“
    Schweigend bat ich ihn herein und führte ihn ins Wohnzimmer.
    „Kann ich dir was zu Trinken anbieten?“
    „Auja!“, antwortete er begeistert.
    Langsam begab ich mich in die Küche.
    Hoffentlich war Hoshigaki-san morgen wieder freundlicher und verschonte mich ein wenig.
    Sonst würden die Schmerzen noch schlimmer bis zu unerträglich werden.
    Zurück im Wohnzimmer stellte ich zwei Gläser und zwei große Flaschen auf den Tisch.
    Ihm goss ich das Glas halb mit Wasser voll, welches er sich direkt schnappt und in einem
    austrank.
    „Ich bin kurz vorm verdursten.“, keuchte er heraus, als er ausgetrunken hatte.
    Nachdem ich auch mir etwas eingegossen hatte, schüttete ich ihm auch noch etwas ein.
    „Vielleicht auch einen Joghurt? Dein Bruder erwähnte, dass du so was gern magst.“
    „Hast du welche?! Das wäre super, Nee-chan!!“, und schon lief ich wieder in die Küche.
    „Hier.“, ich stellte Suigetsu einen Joghurt vor die Nase und reichte ihm einen Löffel.
    „Ouh super!!“, erfreut riss er den Deckel ab und fing an zu löffeln.
    Am liebsten wollte ich ihm Vorwürfe machen, dass mich Hoshigaki-san nach seinem Auftreten
    „zusammengeschlagen“ hat.
    Aber so süß wie er da saß und brav seinen Joghurt aß, konnte ich ihm nicht böse sein.

    Wenig später war sein Joghurt leer und er stellte den Becher auf den Tisch.
    Er musterte mich von oben bis unten und sein Blick verriet mir, dass er sah, in welchem
    Zustand ich war.
    „Was hat Hoshigaki-san nur angestellt?“
    Ich schüttelte den Kopf.
    Ehrlich gesagt konnte ich es mir selbst nicht erklären: „Deine Anwesenheit hat ihn nicht sehr
    gefreut.“
    Suigetsu schluckte und schaute leidend zu Boden: „Tut mir leid.“, dabei zog er die Schultern
    zusammen.
    Tröstend setzte ich mich neben ihn und legte einen Arm um ihn.
    „Schon gut. Ich wird’s überleben. Sind nur n paar Kratzer.“, ich lächelte liebevoll und drückte ihn
    ein bisschen an mich.
    Als er seine Arme um mich schlang, legte ich ihm meine Hand auf den Kopf und streichelte ihn.
    Er genoss es sehr, denn er kuschelte sich noch mehr in meine Arme.
    -„Nee-chan?“
    „Hm?“
    -„Darf ich bei dir schlafen? Nii-san kommt heute nicht nach Hause und Kaa-san und Too-san
    wissen, dass ich hier bin.“
    „Eh…aber…ist das denn auch wirklich okay für sie? Ich will echt keinen ärger mit deinen Eltern.“
    -„Ich hab Kaa-san gestern und heute gaaanz viel von dir erzählt. Und auch Nii-san redet viel von
    dir. Sie sagte, sie findet dich sympathisch obwohl sie dich noch gar nicht selbst kennen gelernt
    hat und hat es mir erlaubt. Too-san kann meist nur zustimmen. Er schlägt Kaa-san kaum eine
    Meinung aus.“
    Unsicher nickte ich: „Na gut. Aber nur heute. Morgen früh geht’s wieder ab nach Hause.“
    Erfreut hob er den Kopf, nickte und drückte sich wieder an mich.

    Bald schon machte ich mich bettfertig und gab ihm ein T-shirt und eine Hose von mir, in die er
    gut reinpasste.
    „Deine Sachen riechen total gut, Nee-chan~“, schwärmte er.
    Die Sachen, die ich ihm gab, sahen nicht mal sonderlich weiblich aus.
    Und sie waren ihm sogar zu groß.
    Wenn ich sie trug, passten sie aber auch nicht.
    Ich hörte wie Suigetsu sich in mein Bett wuselte.
    „Sui-kun!“, rief ich und es wurde still: „Sofa!“
    „Oouuh! Nee-chan! Ich bin doch kein Hund…!“, jammerte er und wuschelte sich wieder aus dem
    Bett heraus.
    Im Wohnzimmer deckte ich ihn auf dem Sofa zu und streichelte ihm über den Kopf.
    „Schlaf gut, ja?“
    Er nickte und kuschelte sich ein, bevor ich das Licht löschte und ins Schlafzimmer ging.
    Die mir zugefügten Wunden brannten, als ich ins Bett kletterte.
    Auch heute fiel es mir leicht einzuschlafen und das, obwohl ich Suigetsu im Wohnzimmer leise
    atmen hören konnte.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Do 03 Jul 2014, 13:42

    Die Nacht zog schnell vorüber und an den Rand des Bettes gequetscht wachte ich auf.
    Als ich mich auf den Rücken drehte und mich streckte erschrak ich als ich Suigetsu neben mir
    fand.
    „Warum bist du in meinem Bett?“
    Er grinste frech: „Ich bin schon seit etwa 20 Minuten hier und hell wach. Du schläfst wirklich
    süß, Nee-chan~“
    Mürrisch rollte ich mich aus dem Bett und warf ihm die Decke über den Kopf.
    Zwar versuchte er sich unter der Decke herauszuwuseln, doch fiel ihm das etwas schwer.
    In der Zeit war ich schon im Bad verschwunden und war in der Badewanne verschwunden.
    Ich musste mich unbedingt entspannen, bevor ich heute weiter trainieren würde.
    Vorsichtig stieg ich in das heiße Wasser uns legte mir einen kühlen Waschlappen auf den Kopf.
    Mit den Armen auf dem Beckenrand gelehnt legte ich den Kopf auf die rechte Schulter und
    starrte leer zur Tür.
    Suigetsu rückte mir echt auf die Pelle.
    Nicht das ich ihn nicht mochte, aber ich wollte ihn alles andere als SO nah haben.
    Er war jünger als ich und wenn sein großer Bruder das mitbekam wusste ich nicht was
    mir blühte.
    Meine Gedanken begannen abzuschweifen und ich träumte vor mich hin.
    Mir wurde mollig warm und ich entspannte mich richtig.
    Das was Mangetsu mir erzählt hatte ließ ich Revue passieren und entwickelte wieder eine
    merkwürdige Sympathie zu Hoshigaki-san und den anderen, die in der Zeit die
    Abschlussprüfungen abgelegt hatten.
    Ich versuchte mich in diese Lage zu versetzten.
    Wen ich alles hätte töten müssen, wenn meine Abschlussprüfung so gewesen wäre.
    Einmählich wurde mir schlecht, je mehr ich daran dachte.
    Ob es ihnen auch so ergangen war?
    Hoshigaki-san war 10 Jahre alt gewesen, als er seine Prüfung ablegen musste.
    Was für ein traumatisches Erlebnis für ein Kind.
    Sogar mit 14 Jahren musste ich noch überlegen ob ich wirklich einen erwachsenem Feind das
    Leben nehmen will, nur weil er ein verfeindeter des Dorfes Sunagakure war.
    Seither hat das immer jemand für mich übernommen.
    An dieses Bild und den Gedanken, würde ich mich jedoch NIE gewöhnen können.
    Wie muss das also erst für sie gewesen sein, in einem Leichenberg aus Freunden und Mit-
    schülern zu stehen?
    Ich schloss die Augen und versuchte das beschwerende Gefühl loszuwerden.
    Meine Vorstellungskraft war so gut, dass ich mich sehen konnte, wie ich in einem Berg von
    Leichen meiner Mitschüler und Freunde stand.
    Mir schnürte sich der Hals zu, wonach mir eine Träne die Wange runter lief.
    „Nee-chan…warum weinst du?“
    Ich erschrak und fuhr mit dem Kopf hoch.
    Suigetsu saß mit mir in einer Wanne.
    WO zur Hölle kam der her?
    Ich hatte weder die Tür gehört noch sonst etwas.
    Da fiel mir ein, dass sich der Junge ja in Wasser auflösen kann.
    Jedenfalls sah ich dann auch genau hin und einige Stellen seines Körpers und der Haare, hatten
    sich noch nicht materialisiert.
    „Suigetsu!!!“, schrie ich und verdeckte meinen Körper mit den Armen.
    Er ging gar nicht darauf ein und blieb ruhig sitzen.
    „Bist du traurig? Kann ich dich irgendwie trösten?“
    „Du kannst aus der Badewanne verschwinden, verdammt!“, panisch zog ich die Beine an und
    schaute ihn böse an.
    Vermutlich hätte er gern gelacht, aber er schien sich ernsthafte Sorgen zu machen.
    Ein Seufzten entfuhr mir: „Ich hab mich ein wenig zu sehr in eine Situation hineinversetzt,
    die mich nicht mal betrifft. Mach dir keine Sorgen. Ich bin einfach sensible.“
    Damit verriet ich ihm weder, woran ich dachte, noch log ich ihn an.
    Er nahm meine Aussage so hin und verschwand wieder im Wasser.
    So als wäre er nie da gewesen.
    Ich schlug ins Wasser hinein.
    Mir war nicht wohl bei der Sache, dass er das konnte.
    Bei weiteren Gedanken wurde ich knall rot und versteckte mein Gesicht in den Händen.
    Mehrere Szenarien gruben sich ihren Weg zu meiner hautnah, bildlichen Vorstellung
    frei.
    Um die Gedanken loszuwerden schüttelte ich den Kopf heftig hin und her.
    Aber sie machten nicht die Anstalten zu verschwinden.
    Wieder seufzte ich und gab mich den Gedanken hin.
    Immerhin gehörten sie mir allein.
    Und wenn keiner Gedanken lesen konnte, würde sie auch niemand sehen.
    Ruhig gab ich mich den Bildern hin, die meine Gedanken mir darboten.

    Mangetsu saß an meiner Seite und wir waren allein zusammen am Meer.
    Er lächelte mich an und legte einen Arm um mich.
    Verlegen vergrub ich mein Gesicht an seiner Brust, bis er mit zwei Fingern mein Kinn an-
    hob und ich feststellen musste, dass Mangetsu nicht mehr Mangetsu war, sondern
    Hoshigaki-san.
    Erschrocken riss ich die Augen auf.
    Das konnte jetzt nicht euer Ernst sein, oder Gedanken!
    Ich betrachtete meine Hände die nervös zitterten und hielt sie an mein warmes Gesicht.
    Inständig hoffte ich, dass mir wegen dem heißen Badewasser so warm im Gesicht war,
    und nicht…weil ich das Bild mit Hoshigaki-san so nah vor mir auf irgendeine Art genossen hatte.
    Langsam richtete ich mich auf, zog den Stöpsel und griff mir das Handtuch.
    Der kalte Waschlappen war mir zu Boden gefallen, als ich mich niederlassen musste.
    Mir wurde ganz schwindelig.
    Zu heiß gebadet.
    Da wollte mein Kreislauf einfach NIE mitmachen.
    Nachdem ich mich kurz ausgeruht hatte zog ich mich an und bereitete mich auf mein
    Training vor.
    Hoshigaki-san würde gleich kommen und mich abholen.
    Ich musste Suigetsu vorher unbedingt nach Hause bringen.

    „Sui-kun?!“, fragte ich in die Wohnung hinein und aus dem Wohnzimmer kam Antwort:
    „Hier bin ich, Nee-chan!“
    Neben ihm machte ich halt und legte ihm eine Hand auf den Kopf: „Ich muss dich jetzt nach
    Hause bringen. Ich muss gleich zum Training.“
    Suigetsu begann wieder zu jammern.
    Diesmal ließ ich mich davon aber nicht weich kochen.
    Ich hatte nicht mehr viel Zeit und er musste weg.
    Rasch griff ich ihn am Arm und zog ihn zur Tür.
    Dort zog ich mir die Schuhe an und er tat es mir trotzig gleich.
    Mit ihm an der Hand verließ ich die Wohnung und rannte los.
    Er sagte mir den Weg und vor der Tür machte ich halt.
    Ich klingelte und wartete, dass mir jemand die Tür öffnete.
    Eine Frau trat in die Tür und lächelte freundlich: „Oh, du musst Suna-san sein, richtig?“
    „Eto…ja.“, ich nickte und verbeugte mich vor ihr mit einem Lächeln.
    „Kommt doch rein.“
    „Verzeihen sie Houzuki-san, aber ich hab gleich Training. Eigentlich wollte ich ihren Sohn
    nur nach Hause begleiten.“
    -„Das ist aber lieb von Ihnen.“
    Kurz trat schweigen ein und Suigetsu trat neben seine Mutter: „Kaa-san, kann Nee-chan
    nicht zum Abendessen vorbeikommen?“
    „Das ist eine gute Idee, Suigetsu! Dürfte ich Sie denn zum Abendessen bei uns zu Hause
    einladen?“
    Ich ließ mir das einen Moment durch den Kopf gehen und lächelte: „Wieso eigentlich nicht?“

    Schnell verabschiedete ich mich von den beiden und huschte in Windeseile nach Hause.
    Als ich ankam, stand Hoshigaki-san bereits vor der Tür und setzte zum Klopfen an.
    „Hoshigaki-san!“, rief ich ihm zu und er schaute erstaunt zu mir.
    „Oh. Du bist schon draußen? Wo warst du denn so früh?“
    Jetzt musste ich mir schnell was einfallen lassen: „Ich war…eine runde spazieren.“
    Er hob eine Augenbraue und zuckte mit den Schultern.
    Anscheinend hatte er mir das einfach so abgenommen.
    So kam ich wenigstens nicht in Bedrängnis.
    Denn wenn man es nicht ganz so genau nahm, war ich wirklich spazieren.
    Im Eiltempo!
    Auf dem Weg zum Trainingsplatz bemerkte ich mehr und mehr, wie nervös ich eigentlich
    war.
    Das schien nicht nur mir aufzufallen.
    „Hast du Hummeln im Hintern?“
    Erschrocken sah ich zu Hoshigaki-san auf:„Hm? Wieso?“
    „Du bist so hibbelig.“, knurrte er schon fast.
    Damit hatte ich etwas gefunden, was er nicht mag.
    Hibbelige Menschen.
    „Ich…freu mich nur aufs Training.“, diesmal hatte ich gelogen.
    Aufs Training freute ich mich überhaupt nicht.
    Er hob eine Augenbraue und kicherte: „Woher diese Tatendrang?“
    Ich zuckte die Achseln: „Vielleicht freu ich mich ja, dich fertig zu machen.“
    Zugegeben: Ich würde mich mehr als alles andere darüber freuen ihm die Strapazen
    des Vortages heimzuzahlen.
    Die Aussage erheiterte ihn und er begann zu lachen: „Viel Erfolg, Ojou-san.“
    Mein Herz machte einen Sprung und ich verfluchte es dafür.
    „Schon wieder ein neuer Name. Was folgt als nächstes?“, fragte ich und lächelte.
    Frech grinste er mich an und verwuschelte mir die Haare: „Ich nenn dich, wie ich das
    will. Und ‚Ojou-san’ passt ganz gut zu dir, du Gör.“
    Gerade hätte ich Luftsprünge machen können.
    Er war wieder gut drauf.
    Jetzt durfte nur nichts schief gehen.

    Das Training begann ganz lässig und ich hatte sogar meinen Spaß am Schlagabtausch
    mit ihm gefunden .
    Irgendwann stoppte er und nickte mir zu: „Du bist gut geworden.“
    Zufrieden und etwas außer Atem lächelte ich ihm zu.
    „Vielleicht kann ich dir heimlich doch noch ein bisschen was beibringen.“
    „H-heimlich?“, verwirrt aber aufmerksam sah ich ihn an und richtete mich auf.
    -„Ich weiß nicht, ob es mir verboten ist dir Jutsu’s beizubringen.“
    „Etwa Suiton?“
    -„Was sonst?“
    „Nun…Kurosuki beherrscht Raiton…“
    -„Ich nicht. Aber das ist auch nicht weiter tragisch.“, murrte er.
    Erstmal nickte ich nur und verschwieg.
    Ich wollte ihn nicht unnötig nerven.
    Zu Beginn stellte er sich mit mir aufs Wasser und das neben mich.
    „Also, zuerst…“, er fing damit an, mir die Fingerzeichen zu erklären.
    Langsam machte ich sie nach.
    Natürlich etwas unbeholfen.
    Seither hatte ich damit relativ wenig am Hut gehabt.
    Es gab nur EIN Fingerzeichen, was ich für meine Puppen brauchte, und das war bis jetzt
    immer genug gewesen.
    Jetzt waren es aber einige mehr.
    „Uff…“, seufzte ich: „Das wird hart.“
    Hoshigaki-san entfuhr ein lachen: „Du bist wirklich eine merkwürdige Konoichi.“
    Er setzte sich mit mir ans Ufer und schaute mir dabei zu wie ich verzweifelt versuche
    die Fingerzeichen immer und immer wieder nachzumachen.
    Des Öfteren musste er mich korrigieren und formte meine Finger so, wie sie sein sollten.
    Es dauerte eine Weile bis er klar erkennen konnte, dass ich sie beherrsche.
    „Sieht so aus, als hättest du es verstanden, nicht wahr?“
    Ich warf mich zurück und blieb reglos liegen.
    Mir war augenblicklich die Motivation flöten gegangen.
    „Ich will nach Hause.“, jammerte ich.
    Hoshigaki-san ließ den Kopf hängen und betrachtete mich dann: „Du willst heute also nicht
    noch mehr lernen, versteh ich dich richtig?“
    Auf einmal war ich mir gar nicht mehr sicher und setzte mich auf um ihm in die Augen sehen
    zu können.
    „Führ mir bitte mal das Jutsu vor~ Das sieht bestimmt cool aus.“
    Frech grinste er mich an und erhob sich.
    Es schien ihm zu gefallen, dass er vor mir damit angeben konnte, weil ich dazu noch nicht
    in der Lage war.
    „Pass gut auf. Ich mach das nur einmal!“, rief er mir zu und stellte sich auf die Mitte des
    Sees.
    Schneller als mein Auge es erfassen konnte formte er die Fingerzeichen und das Wasser begann sich zu bewegen.
    Plötzlich schossen Haie, geformt aus Wasser heraus und flogen um in herum.
    Erstaunte riss ich die Augen auf und klatschte in die Hände.
    „Subarashii yo!“
    Schnell stand ich auf und lief zu ihm.
    Ich wollte mir die Tierchen von nahem ansehen.
    Fies kicherte er und schleuderte sie auf mich zu, als ich das Wasser betrat.
    Als ich das registrierte rutschte ich auf dem Wasser aus und sie flogen über mich hinweg.
    „Das war echt knapp…“, keuchte ich.
    Mein Blicke trafen auf Hoshigaki-san’s und er deutete mit einer Kopfbewegung hinter sich.
    Sofort fuhr mein Kopf herum und ich konnte erkennen, dass die Haie ihren Weg zurück fanden.
    „Nee, vergiss es!“, rief ich ihm zu und tauchte unter.
    Ob das so eine gute Idee war unter Wasser vor ‚Haien’ zu flüchten?
    Unsicher schwamm ich ein bisschen tiefer und hielt gut die Luft an.
    Ich konnte Hoshigaki-san auf der Oberfläche stehen sehen.
    Die Haie waren verschwunden.
    Was er tat, sah ich nicht genau, aber er bewegte seine Hände sehr schnell.
    Seine Hand berührte das Wasser und Haie geformt aus Wasser und Chakra schossen auf mich
    zu.
    Panisch stieß ich alle Luft aus und versuchte schnell wegzuschwimmen.
    Irgendwann erreichten sie mich und explodierten schlagartig vor mir.
    Der Strom zog mich eher noch mehr unter Wasser.
    Ehrgeizig versuchte ich weiter an die Oberfläche zu kommen.
    Sehr schnell ging mir der Sauerstoff und somit auch die Kraft aus.
    Die Oberfläche würde ich nicht mehr erreichen.
    Das letzte was ich sah, war das klare Strahlen und Glitzern der Sonne unter Wasser, als ich
    langsam nach unten sank.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Do 03 Jul 2014, 15:16

    Ich fand mein Bewusstsein langsam wieder.
    Es war hell, als ich die Augen öffnete.
    So hell, dass es mich schob blendete.
    Mit einem Arm vor den Augen setzte ich mich auf.
    Erstmal versuchte ich mich zurecht zu finden, wo ich war und blickte mich mit zusammen
    gekniffenen Augen um.
    Ich war nicht zu Hause, es sah zumindest weder danach aus, noch roch es so wie bei mir.
    Eine Tasse gefüllt mit Flüssigkeit stand auf dem Tisch.
    Als ich daran schnüffelte stellte ich fest, dass es Tee war.
    Lebte ich überhaupt noch?
    Um das zu überprüfen kniff ich mir in den Arm.
    Weh tat es jedenfalls.
    Nun guckte ich genauer an mir herunter.
    Ich trug ganz andere Kleidung als die, die ich beim „Ertrinken“ trug.
    „Ah, wie ich sehe, geht es dir gut.“, hörte ich eine raue Stimme hinter mir.
    Hoshigaki-san stand da und trug etwas zu Essen herein.
    „Wo…wo bin ich?“
    -„…bei mir zu Hause.“, zögerte er zu antworten.
    Das nahm ich mit einem nicken hin und setzte mich wieder.
    „Ha…hast du mich umgezogen?“, wollte ich von ihm wissen.
    Den Teller wollte er nur abstellen, hatte ihn vor Schock aber beinahe fallen gelassen.
    Es schepperte etwas, als er den Teller auf den Tisch stellte.
    Er suchte meinen Blick und schwieg: „…“
    Scharf zog ich Luft ein, die ganz kalt in mich hineinströmte.
    Ich musste knall rot geworden sein, denn Hoshigaki-san’s Mundwinkel zuckten für einen
    Augenblick nach oben.
    „Iss.“, was nun mehr nach einer Bitte klang, als nach einem Befehl, wie sonst.
    Lautlos verließ er den Raum und ich bediente mich an dem, was er mir hingestellt hatte.
    Eigentlich war mir nicht nach Essen.
    Aber irgendwie hatte ich auch einen unglaublichen Hunger und vor allem Durst.
    Noch immer war er nicht im Raum, daher konnte ich in Ruhe das Gesicht verziehen, als ich
    probierte.
    Das Essen entsprach absolut nicht meinem Geschmack.
    Aus Freundlichkeit würde ich es trotzdem essen, allein auch, um ihn nicht zu verärgern.
    Sagen wollte ich dazu auch nichts.
    Es war unglaublich nett von ihm auf mich Acht zu geben, wo er mich schon, meiner Meinung
    nach, dem Tode nahe hatte.
    Während ich aß setzte er sich mir gegenüber, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme.
    Ohne etwas zu sagen betrachtete er mich.
    Nach dem letzten Bissen schluckte ich ein bisschen vom Tee runter und holte tief Luft.
    „Fertig.“, stieß ich beim Ausatmen aus.
    Schweigend nahm er mir den Teller und die Tasse ab und brachte sie weg.
    Ob ich ihm ohne bedenken folgen konnte?
    Ich tat es einfach.
    Leichtfüßig folgte ich ihm in die Küche.
    Das dreckige Geschirr warf er einfach in die Spüle mit den Worten: „Spül’ ich später.“
    Ich musste schmunzeln und musterte ihn lieb.
    Verwirrt musterte er mich: „Warum folgst du mir?“
    „Es interessiert mich, wie du wohnst.~“
    -„…keh!“
    Unsicher ob ich durfte, sah ich mich um.
    Hinter meinem Rücken griff ich mein Handgelenk der anderen Hand und beugte mich vor, wenn
    ich etwas betrachten wollte, was niedriger stand/lag.
    „Ganz schön neugierig.“, kommentierte er plötzlich, als ich eins seiner Fotos betrachtete.
    Breit grinste ich und richtete mich auf: „Das bist du, nicht?“
    „Und wenn schon.“, zischte er zwischen den Zähnen hindurch.
    Ich nahm es mir raus, es das Bild zu kommentieren: „Süß.“
    Darauf sagte er nichts und ließ mich weiter gucken.
    Jedoch ohne mich aus den Augen zu lassen.
    Seine Wohnung war sehr einfach eingerichtet, nur mit dem nötigsten.
    Wenig farbenfrohes.
    Aber das brauchte die Wohnung auch nicht.
    Sie war ziemlich gemütlich, auch ohne überflüssigen Schnick-Schnack.
    Er hielt eine menge Abstand zu mir und sagte nichts mehr.
    Nicht, bis er mich davon abhielt eine Tür zu öffnen.
    Dann stellte er sich vor mich und bäumte sich auf: „Weiter nicht.“
    Ich nickte und lächelte.
    Tänzelnd begab ich mich zum Wohnzimmer zurück und ließ ich auf die weiche Couch fallen.
    „Du hast eine sehr gemütliche Wohnung, wenn ich das sagen darf.“
    Er fletschte mehr die Zähne, als dass er grinste und murmelte: „Danke.“
    Zufällig sah auf die Uhr und stellte fest, dass es bereits 5 Uhr war.
    Da er mich noch immer nicht aus den Augen ließ, war es nicht schwer seine Blicke zu kreuzen.
    „Ich habe dir zu Danken.“, hauchte ich leise.
    Schon fast angewidert schüttelte er den Kopf: „Du hast mir gar nicht zu Danken. Ich hab dich
    aus versehen fast umgebracht. Wenn mir nicht aufgefallen wäre, dass du für einen Menschen
    schon etwas zu lange unter Wasser bist, wärst du ertrunken!“, sagte er mit Nachdruck.
    Schüchtern sah ich weg und ließ das auf mich wirken.
    „Verzeih mir.“, fügte er noch hinzu.
    Überrascht nahm ich seinen Blick wieder auf, den er diesmal unterbrach.
    Es war ihm zutiefst unangenehm sich entschuldigen zu müssen.
    Ich war ratlos, wie ich ihm verständlich machen konnte, dass er bereits genug getan hatte
    womit er sich direkt entschuldigt hatte.
    Er hatte sich sorgen gemacht, dass ich krank werde, mir Essen und Trinken gegeben und
    ein Plätzchen zum Ruhen.
    Hätte ich mehr Mut gehabt, hätte ich ihn wenigstens kurz gedrückt.
    Aber das brachte ich nicht zustande.
    „Ich habe dir schon verziehen.“, ich setzte mein niedlichstes Lächeln auf.
    Diesmal sah er mich überrascht an.
    -„Hast du?“
    „Ja. Du hast schon eine menge getan, dass mir gar keine andere Wahl bleibt, als dir zu verzeihen.
    Es sei denn du wolltest mich absichtlich ertränken, und hast es dir dann doch anders überlegt.“
    Ich warf ihm einen prüfenden Blick zu.
    Seinerseits ließ jedoch keine Reaktion auf solch ein Verhalten schließen.
    „Ich sehe keinen Sinn darin, dich kalt zu machen.“, sagte er ernst.
    „Dann bist du frei gesprochen.“, ich hoch die Arme und grinste breit.
    Hoshigaki-san war ein unglaublich lieber Kerl.
    Nur wusste er das selbst am aller wenigsten.
    Diesmal erhob ich mich und verbeugte mich tief: „Ich danke dir für alles, Hoshigaki-san.“
    „Kisame.“, verbesserte er mich.
    Verblüfft musterte ich ihn und wurde leicht rot.
    Dann nickte ich und verbeugt mich noch mal: „Ich danke dir für alles…Kisame-san.“
    Mit seiner Aussage überrumpelte er mich etwas.
    Eigentlich ging ich bei ihm nicht davon aus, dass ich ihn früher oder später einmal
    mit Vornamen anreden darf.
    Ich legte meine Hände auf meine Kleidung und zupfte dran rum, wobei ich ihn, vielsagend
    ansah.
    -„Behalt sie erstmal. Ich bring dir deine Wäsche morgen.“
    „Du wäscht sie?“
    Er nickte: „Sie trocknen grade.“
    „N…nagut. Ich will dir nur keine Umstände machen.“
    Von ihm ging ein knurren aus und ich verstummte.
    Solch ein Knurren machte ihn wirklich gefährlich und verschrecke mich direkt ein bisschen.
    Kisame erhob sich und begleitete mich zur Tür.
    Jedoch schien er genauso einfallslos zu sein, wie ich.
    Zumindest was die Verabschiedung anging.
    Letztlich wank ich ihm nur zu und er nickte schweigend.
    Ohne Worte, war vieles leichter.

    Ich beschloss nach Hause zu laufen und mich dort umzuziehen.
    Immerhin war ich bei den Houzuki’s noch zum Essen eingeladen.
    Meine Hoffnung ruhte darauf, dass Mangetsu’s und Suigetsu’s Mutter besser kochen konnte
    als Kisame.
    Mir war ein wenig schlecht davon geworden.
    Zu Hause angekommen ging ich mich schnell duschen, um den See-Geruch aus den Haaren
    zu kriegen.
    Danach zog ich mir etwas Anständiges an und machte mich auf den Weg zu der Familie Houzuki.
    Suigetsu musste am Fenster gestanden haben, denn als ich gerade vor der Tür stand, öffnete
    er sie und grinste mich breit und frech an.
    „Konban wa, Nee-chan~“, er umarmte mich ohne Vorwarnung.
    Etwas erschlagen lehnte ich mich leicht zurück und er ließ mich wieder los.
    An der Hand zog er mich ins Haus.
    Es roch bereits nach leckerem Essen.
    Ganz konnte ich aber nicht ausmachen, was es war.
    Mangetsu folgte und betrachtete mich: „Guten Abend, schöne Frau.“
    Sofort lief ich rot an und er lachte.
    „Du bist echt süß, Kyo-chan~“, er verwuschelte mir die Haare.
    Zusammen begleiteten sie mich ins Wohnzimmer und stellten mich ihrem Vater vor,
    der keinem der Brüder ähnlich sah.
    Er hatte sehr kantige Gesichtszüge, war normal gebaut und trug gerade eine Lesebrille.
    Anscheinend laß er gerne Bücher, denn im Wohnzimmer standen 3 Regale voll mit lauter
    Büchern über die unterschiedlichsten Sachen.
    Höflich verbeugte ich mich und er nickte mir zu.
    Die Mutter stellte das Essen auf den Tisch und begrüßte mich herzlich: „Ah~ Suna-san,
    da bist du ja schon. Setz dich doch. Darf ich dir vorab etwas zu trinken anbieten?“
    Ich lächelte: „Ja, ich hätte gern Wasser.“
    „Kaa-san! Ich auch!“, Suigetsu legte einen Arm um mich und grinste weiter frech.
    „Ich auch bitte, Mutter.“, Mangetsu kam von der anderen Seite.
    Sie kicherte und verschwand in der Küche.
    Mangetsu zog mich zu sich, aus Suigetsu’s Arm und bat mir einen Stuhl an:
    „Los komm! Setz dich neben mich.“
    Sein Bruder begann zu jammern: „Ich wollte aber, dass sie neben mir sitzt, Nii-san!“
    „Sei still. Du hast bei ihr übernachtet, im Gegensatz zu mir. Also darf ich mal bestimmen.“
    „Oh, stimmt. Wie war eigentlich deine Mission?“, fragte ich und setzte mich auf den
    von ihm angebotenen Stuhl.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Fr 04 Jul 2014, 14:37

    Das Abendessen war sehr familienfreundlich und ich hatte den Eindruck in Kirigakure
    angekommen zu sein.
    Seit meiner Ankunft war jetzt etwa 1 ½ Wochen vergangen.
    Ich war schon gespannt, wann genau ich mit den anderen auf Mission gehen würde.
    Vor allem mit WEM genau.
    Am liebsten hätte ich mir eine Mission mit Mangetsu gewünscht.
    Leider konnte ich mir das aber nicht aussuchen, was auch immer auf mich wartete.
    Nach dem Essen verschleppte mich Mangetsu mit in sein Zimmer und Suigetsu folgte uns dort
    hin.
    Die Tür fiel ins Schloss und ich setzte mich auf einen Stuhl in der Nähe seines Schreibtisches.
    Sein kleiner Bruder setzte sich zu meinen Füßen auf den Boden und grinste frech wie immer.
    Mangetsu bequemte sich aufs Bett und schaute durchs Zimmer.
    „Das ist meine kleine Rückzugsstation.“, erklärte er und kratzte sich am Hinterkopf.
    „Du musst mein Zimmer auch angucken, Nee-chan~“, Suigetsu zog an meinem Schuh.
    Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.
    Die beiden waren einfach zu niedlich.
    So lieb und so kindlich.
    Bei genauerer Betrachtung des Raumes fiel mir auf, dass er eigentlich ziemlich leer aussah.
    Etwas unbewohnt vielleicht.
    Mangetsu schien nicht oft hier zu sein.
    Meinen Eindruck wollte ich ihm aber nicht mitteilen und auch nicht die genaueren Umstände
    erfragen.

    Wir ließen den Abend mit einem netten Gespräch ausklingen.
    Suigetsu wurde irgendwann zwischen 8 und 9 Uhr aus dem Zimmer gerufen und drückte mich
    fest an sich.
    „Oyasumi, Nee-chan!“
    Ich grinste: „Oyasumi nasai, Sui-kun.“
    Schnell verschwand er aus dem Zimmer und ich blieb allein mit seinem großen Bruder zurück.
    Die Atmosphäre veränderte sich merklich.
    Mangetsu streckte mir seine Hand entgegen: „Komm her.“, wobei er eine Geste vollzog, die
    mich dazu bringen sollte mich neben ihn aufs Bett zu setzten.
    Unsicher erhob ich mich und nahm seine Hand, mit der er mich neben sich zog.
    Sein Bett war ganz nicht ganz so weich, aber auch nicht steinhart.
    Von hier hatte ich eine andere Ansicht seines Zimmers.
    Er betrachtete mich, wie ich neugierig durch die Gegend schaute.
    Schweigend saßen wir da.
    Aber es war eine sehr angenehme Art der Stille.
    Ihm entfuhr ein positives Seufzen, womit er meine Aufmerksamkeit erhielt.
    Schneller als ich es hätte erwarten können legte er mir seine Hand auf die linke Wange und legte
    seine Finger um meinen Hinterkopf.
    Er drückte mir einen sanften Kuss auf die Lippen und schaute mir danach tief in die Augen.
    Ich war so erstaunt und schockiert zu gleich, dass ich mich weder rühren, noch etwas
    sagen konnte.
    „Du wirst ja schon wieder ganz rot, Kyo-chan.“, hauchte er und legte seine Nasenspitze an meine.
    Seine Augen schloss er dabei ein wenig.
    In der Tat, mir wurde schlagartig heißt, da konnte ich nur knallrot im Gesicht sein.
    Mein Herz schlug so laut, dass ich es in meinem Kopf hören konnte.
    Es machte mich vollkommen wahnsinnig.
    Mangetsu ließ von mir ab und schluckte: „Bitte verzeih. Vielleicht war das doch zu viel.
    Immerhin kennen wir uns noch nicht so lang. Aber…es ist, als würde ich dich ewig kennen.“
    Durch meinen hochgeschossenen Blutdruck zitterten meine Hände ein wenig, als ich die Finger
    an meine Lippen legte.
    Sein Körper bebte als er mich so sah und er hielt sich seinen Handrücken vor den Mund um sein
    Lachen zu unterdrücken.
    „War das etwa…dein…Erster?“
    Darauf vermochte ich nicht zu antworten sondern drehte meinen Kopf weg.
    Er wertete das als ein ‚Ja’.
    Ohne ihn noch mal anzusehen stand ich auf und ging zur Tür.
    Sofort folgte er mir und begleitete mich zur Haustür.
    „Kyo-chan…“, begann er als ich die Schuhe anzog und ich musterte ihn noch immer erschrocken.
    „Verzeih mir…ich…es tut mir leid…“, dafür kniete er sich hin, legte die Fingerspitzen am Boden
    zueinander und beugte seinen Kopf bis kurz vor dem Boden runter.
    Eine Weile verharrten wir so.
    Ich schloss die Augen und verließ das Haus.

    Suigetsu kam um die Ecke und musterte seinen Bruder am Boden.
    „Nii-san? Was tust du da?“, er hob fragend eine Augenbraue.
    Sein Bruder erhob sich langsam und betrachtete traurig die Tür.
    Eine Antwort gab er Suigetsu nicht auf seine Frage.

    Meine nächsten Tage bestanden darin das gelernte gegenüber Kisame-san anzuwenden.
    Das fiel mir weniger leicht und ich wurde das Gefühl auch nicht los, dass er langsam
    ungeduldig wurde.
    Obwohl er mit mir in vielen Sachen schon ziemlich geduldig gewesen war.
    Das war ihm nur hoch anzurechnen.
    Es dauerte ein paar Tage bis ich den dreh wirklich raus hatte.
    Bis dahin hatte er mich mit Unmengen an Wasser bombardiert.
    Egal ob in Hai-Form oder einfach als Flutwelle.
    Ich ging jeden Tag nass nach Haus.

    Einmal hielt mich Kisame-san bis abends am laufen und jagte mich durch das Dorf.
    Er wollte testen wie gut ich darin bin mir eine Tarnung oder ein Versteck zu suchen.
    Sodass auch im Notfall mich keiner finden konnte.
    Im Dorf war das einfach.
    Fand er mich nach einer Stunde nicht, trafen wir uns an einem Ort im Wald.
    Und genau das trat auch ein.
    An dem Ort im Wald wartete er bereits als ich eintrat und grinste mich frech an.
    „Ein Punkt für dich, Ojou-san. Mal sehen wie gut du in der Natur bist. Dasselbe Spiel wie vorhin.
    Finde ich dich in einer Stunde nicht, treffen wir uns hier.“
    Wie zuvor verdeckte er die Augen und ich lief drauf los.
    Irgendein Ort, an dem er mich nicht vermuten würde.
    Was wirklich schon absurrt wäre…
    Mein Kopf arbeitete in Blitzgeschwindigkeit alle Möglichkeiten durch.
    Letztlich entschied ich mich zum Meer zu laufen.
    An einer Stelle gab es Klippen, bei denen ich mich sicherlich gut verbergen konnte.
    Ich sprang hinunter, auf ein winzigkleines Stück Strand und entdeckte einen Spalt, in den ich mit
    meinem zierlichen Körper reinpassen konnte.
    Irgendwie quetschte ich mich dort hinein und verdeckte meine Gestalt indem ich meine Jacke
    vorher ausgezogen hatte und sie auf die Schwarze Seite kehrte.
    Ich zog sie hinein und legte sie über mich damit ich in einem tief-schwarzen Schatten
    gehüllt da lag.
    Jetzt hieß es wieder warten.
    Das war nicht einfach, still zu sein.
    Mehr als das Meeresrauschen hörte ich nicht.
    Davon wurde ich ganz müde und begann mich zu entspannen.
    Nein, nicht entspannen!
    Ich durfte meine Konzentration nicht verlieren.
    Wenn er ein Feind wäre und er würde mich finden, wäre ich erledigt, wenn ich unaufmerksam werde.
    Es begann dunkel zu werden.
    Sogar den Sonnenuntergang konnte ich hier beobachten, wie die Sonne langsam hinter
    dem Land Hi no Kuni verschwand.
    Draußen raschelte es und ich zuckte zusammen.
    War das etwa Kisame-san?
    Unsicher hielt ich den Atem an und rührte mich nicht mehr.
    Eine Person stand vor meinem Versteck und schien etwas zu suchen.
    Ob es nun wirklich Kisame-san war, wusste ich nicht.
    Derjenige griff in mein Versteck hinein, aber eher, ums ich festzuhalten.
    Nicht ernsthaft um darin rumzugraben.
    „Mist…“, zischte jemand.
    Fast wäre ich zusammengefahren.
    Der Fremde verschwand und jemand anders huschte herbei.
    ‚Meine Güte…ziemlich beliebt der Fleck hier…’, dachte ich mir.
    ‚Das nächste Mal such ich mir lieber ein anderes Versteck.’
    Unbemerkt wagte ich einen Blick und bereute das sogleich wieder.
    „Hab dich…!“, knurrte Kisame-san und griff nach mir.
    Schnell wendete ich ein Tausch-Jutsu an und war wieder verschwunden.
    Durch den Wald rannte ich davon und hielt nach einem neuen Versteck Ausschau.
    Plötzlich ergriff mich etwas von der Seite, stieß mich zu Boden und bedrohte mich:
    „Wo hast du die Schriftrolle versteckt?!“, knurrte mich der vermummte Fremde an.
    „Was…? Schriftrolle? Ich…-„
    -„Rück sie raus!“
    „Ich weiß nichts von einer Schriftrolle!“, knurrte ich ihn an.
    -„Na wenn das so ist.“
    Ich spürte eine unglaubliche Hitze im Bauch und es begann weh zu tun.
    Der Mann ließ mich fallen und flüchtete.
    Auf dem Boden wand ich mich auf die Seite und hielt mir den Bauch.
    Warme Flüssigkeit lief über meine Hand und ich erschrak als ich feststellte, dass es Blut war.
    Wer war dieser Mann gewesen?
    Welche Schriftrolle hatte er gemeint?
    Was passierte hier gerade eigentlich?
    Kisame-san tauchte neben mir auf: „Sieht so aus, als hättest du verloren.“
    Mir war nicht nach Spielen zumute.
    Ich hustete und spuckte Blut.
    Er sah genauer hin und erschrak.
    Hastig hockte er sich neben mich und drehte mich auf den Rücken.
    „Was zum…?“, setzte er als Frage an.
    „Wer war das?!“, raunzte er.
    Aber allein beim versuch zu sprechen tat mir alles weh.
    Ich hauchte mehr aus dem Schmerz heraus: „Ich…weiß es nicht…“, und brach zusammen.
    Mir wurde so schnell schwarz vor Augen, dass ich nicht mehr begriff, was passiert war.

    Etwas piepte um mich herum, als ich erwachte.
    Wie ich feststellte befand ich mich im Krankenhaus und war an Geräte angeschlossen.
    Blumen standen neben meinem Bett auf dem Tisch und leuchteten grell in der Sonne, die durchs
    Fenster hinein schien.
    Ein Doktor entnahm mir gerade Blut und kontrollierte die Verletzung an meinem Bauch.
    Ich hatte schon einige Verletzungen abbekommen, zumeist im Bauch, Bein oder Schulterbereich.
    Narben hatte ich seither, außer am Bein, keine davongetragen.
    Als der Doktor beruhig davon trat, schloss er die Tür nicht ganz, dass jemand hereinkam.
    Kisame-san war zu Besuch bekommen und schloss die Tür hinter sich.
    Sein Blick fiel direkt auf die Karten und Blumen auf dem Tisch.
    Angewidert wendete er den Blick ab.
    Er stellte sich neben mich an Bett und schaute auf mich runter.
    „Bist bei den Houzuki’s wohl ziemlich beliebt.“, lästerte er.
    Ich entgegnete nichts.
    Es war mir einfach nicht möglich meine Stimme zu finden.
    Seufzend zog er einen Stuhl heran und verschränkte die Arme bevor er mich mit einem
    besorgten und zugleich vorwurfsvollen Blick ansah.
    „Du wurdest in etwas mit hineingezogen, dass dich nicht einmal etwas angeht.“, erklärte er.
    Dann knurrte er und fletschte die Zähne: „Der Kerl kam noch einmal zurück und hatte
    Pech auf mich zu treffen.“
    Er sah, dass ich den Mund öffnete und wartete, dass ich etwas sagte.
    Mehr als ein unverständliches Flüstern bekam ich nicht zustande.
    Kisame-san rückte mit seinem Stuhl näher ran und beugte sich zu mir vor.
    „Ich hab ihn kalt gemacht.“, sagte er ruhig und musterte mich eindringlich.
    Stur blickte ich ihm in die Augen.
    Dass er ihn umgelegt hatte, war mir schon irgendwie klar gewesen.
    „Er war ein Feind des Dorfes und suchte nach einer Schriftrolle, die Fuguki-san vorgestern
    in dem Spalt gefunden hatte, indem du dich versteckt hieltest.“
    Langsam lehnte er sich wieder zurück: „Die Sache hat sich damit also erledigt.“
    Mir fielen kurz die Augen zu.
    Mein Körper schien so stark zu arbeiten, dass ich schon wieder müde war.
    Oder der Arzt hatte im Tropf doch starke Schmerzmittel.
    Denn ich spürte absolut gar nichts.
    Im Augenwinkel erhob sich Kisame-san vom Stuhl und setzte sich auf die Bettkante.
    Vorsichtig legte er seine Hand auf meinen Bauch und legte den Kopf schief.
    „Erhol dich. Das Training haben wir mit dem letzten Mal beendet.“
    Wie lange hatte ich denn geschlafen?!
    Mit meiner Hand griff ich nach seiner und schaute traurig.
    Er wirkte als wolle er schon wieder gehen.
    Und damit hatte ich recht behalten.
    Sein Blick huschte zu seiner Hand, die von mir festgehalten wurde.
    Fragend betrachtete er mich dann.
    Ich verzog das Gesicht zu einer noch traurigeren Miene.
    Wenn ich schon nicht sprechen konnte musste ich ihm eben anders klarmachen, dass ich ihn
    nicht gehen lassen wollte.
    Zusätzlich zu meiner traurigen Miene verfestigte ich meinen Griff nach seiner Hand.
    „Ich soll hier bleiben?“, die Verwirrung war in sein Gesicht geschrieben.
    So ganz konnte er wohl nicht nachvollziehen warum.
    Ich nickte.
    Dann lachte er und legte seine Hand auf meine.
    Dabei achtete er darauf, die Finger nicht auf die Nadel vom Tropf zu legen, die in meiner
    Hand steckte.
    Das piepen der Geräte wurde schneller.
    ‚Ah! Nein! Beruhig dich du dumme Kuh!’, fluchte ich mich im Kopf an.
    Sein Grinsen wurde nur noch breiter und langsam auch fies.
    Ohne Vorwarnung erhob er sich, aber ließ seine Hand auf meiner liegen.
    „Gewöhn dich nicht zu sehr an mich, Ojou-san. Ich bin keine harmlose Hauskatze.“
    Die Wörter „harmlos“ und „Hauskatze“ konnte man nicht mal in einem Satz verwenden.
    Jede Katze war ein Nachfahre der Raubkatze, also ist es selbstverständlich, dass sie
    NICHT harmlos sind.
    „In meiner Nähe geschieht dir nie Gutes. Und weitere Nähe, würde dich das Leben kosten.“, mit
    diesen Worten ließ er meine Hand los.
    „Nach der Mission kehrst du in dein Dorf zurück und damit endet unser „gemeinsamer“ Weg.“
    Am liebsten wäre ich ihm gerade an die Gurgel gesprungen.
    Er würdigte mich während er erzählte nicht einmal eines Blickes.
    Nahm ihn das etwa mit?
    Oder wollte er einfach den Abstand klarmachen, den er zu mir hatte?
    Ich schloss die Augen.
    Ich war müde und traurig.
    Kein Wort von dem was er sagte, wollte ich mehr an mich heranlassen.
    Auch wenn ich ihn hören konnte, was für herablassende Dinge er sagte.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Di 22 Jul 2014, 10:51

    Nach einer Woche wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen, aber sollte mich nach
    Ansage des Arztes noch schonen.
    Bei den Nachuntersuchungen entnahm man mir die Fäden und entließ mich endgültig.
    Hätte ich Beschwerden, sollte ich nochmals vorbeischauen.
    Zu Hause angekommen räumte ich als erstes auf.
    Mangetsu war zwischendurch hier gewesen und hatte nach dem Rechten gesehen.
    Die Familie Houzuki und auch alle anderen, die mit mir zu tun hatten, wussten, dass ich
    entlassen worden war.
    Ich rechnete damit, dass sie bei mir früher oder später aufschlagen würden.
    Gegen Mittag klingelte es dann auch schon an der Tür.
    Davor stand Kisame-san.
    „Dich hatte ich eher zuletzt hier erwartet.“, ich schloss meine Augen und trat zur Seite.
    Leicht verzog er das Gesicht: „War etwa noch niemand hier?“
    „Nein.“
    Meine Antworten hielt ich lieber so knapp wie möglich.
    Ich war etwas unsicher, wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte.
    Immerhin standen wir nicht auf der Ebene, die ich gedacht hatte.
    Ohne ihn eines Blickes zu würdigen ging ich ins Wohnzimmer.
    Er schloss die Haustür und folgte mir dorthin und ließ sich auf der Couch nieder.
    Dort führte er seine Hand in die Jacken Innentasche und zog eine Art Brief heraus.
    „Hier drin stehen Informationen über die Mission, die du hier zu erledigen hast.“, erklärte
    er.
    Nachdem ich mich ihm gegenüber hingesetzt hatte zog ich den Brief über den Tisch und öffnete
    ihn mir einer eleganten Handbewegung.
    Ruhig las ich mir die Unterlagen durch.
    Er verschränkte die Arme und begutachtete mich.
    Jede Bewegung und jede Reaktion versuchte er zu ersehen.
    Das machte mich doch ein wenig nervös.
    „Darf ich dir etwas zu Trinken anbieten?“, fragte ich letztlich aus Höflichkeit.
    Doch schüttelte er den Kopf.
    Damit war ich wieder in derselben Situation.
    Verzweifelt versuchte ich es auszublenden, dass er mich beim Lesen so unter
    Beobachtung hielt.
    Meine Mission hatte ich mit ihm und noch ein paar anderen Ninja’s aus Kirigakure zu über-
    nehmen.
    Die Namen sagten mir gar nichts.
    Also war er, der Einzige den ich kannte.
    Wir sollten wichtige Informationen einer wichtigen politischen Person bringen.
    Gegenüber feindlichen Ninja’s hatten wir Schweigepflicht und wenn es uns das Leben
    kostete.
    Die Schriftrolle hatten wir so zu verwahren, dass niemand sie fand und an sich nehmen konnte.
    Im Allgemeinen klang das alles ziemlich einfach.
    Doch der Weg zum Zielort führte durch eine Menge bewachter Grenzgebiete.
    Es würde schwierig werden unentdeckt zu bleiben.
    Daher war höchste Vorsicht geboten.
    „Du scheinst nicht begeistert.“, bemerkte Kisame-san schließlich.
    Ich setzte an etwas zu sagen und kreuzte seinen Blick.
    Zu entgegnen hatte ich jedoch nichts und brach den Versuch ab, etwas zu sagen.
    Während ich den Brief wieder wegsteckte schwiegen wir uns an.
    Noch immer taxierte er mich.
    Als würde er versuchte mich zu durchleuchten.
    Versuchen herauszufinden, was ich gerade dachte.
    Dann stand er plötzlich auf und verließ den Raum in Richtung Haustür.
    Ich folgte ihm und lehnte mich in den Türrahmen des Hausflurs.
    Er zog sich seine Schuhe an und schritt über die Türschwelle nach Draußen.
    „Wir sehen uns dann in 3 Wochen, Ojou-san.“, kurz schaute er über seine Schulter zu mir.
    Mit einem leeren Blick betrachtete ich nun seine Gestalt.
    Irgendwas stimmte nicht mit ihm.
    Mir war als hätte er sich in der Zeit, wo ich im Krankenhaus gelegen hatte ziemlich verändert.
    Ob etwas passiert war?
    Gerade als er verschwunden war stand Suigetsu vor mir und grinste mich an: „Nee-chan!!“, er war
    ein kleines Stück gewachsen und inzwischen größer als ich.
    Und das nur innerhalb von 2 Wochen.
    Ich kam mir verarscht vor.
    Er umarmte mich von oben herab und drückte leicht: „Wie geht es dir?!“
    Atemlos keuchte ich dann: „A-aua…eigentlich…ganz gut!“
    Sofort ließ er mich los.
    „Waah! Tut mir leid! Ich vergess’ immer, wie stark ich bin.“, verpeilt kratzte er sich am
    Hinterkopf und lächelte entschuldigend.
    Mangetsu trat ebenfalls um die Ecke und musterte mich besorgt.
    Ein breites Grinsen setzte sich auf mein Gesicht und ich umarmte Mangetsu schlagartig.
    Etwas erschrocken wich er einen Schritt zurück und legte dann die Hände auf meinen Rücken.
    Mit so einer Begrüßung hatte er gar nicht gerechnet, nachdem ich das letzte mal so
    entsetzt geflüchtet war.
    Ich bat sie herein und setzte in der Küche direkt einen Tee auf.
    Es machte mich richtig glücklich die beiden bei mir zu haben.
    Im Krankenhaus hatte ich sie kaum gesehen, da ich immer dann geschlafen hatte, als sie zu
    Besuch waren.
    Locker bis zum Abend unterhielten wir uns munter über dies und das.
    Besonders durch Suigetsu’s glorreiche Fantasie, wurden die Gespräche richtig unterhaltsam.
    „In ein paar Jahren will ich auch einer der 7 Schwertkämpfer sein, wie mein Bruder!“, schwärmte
    er.
    Das tat Mangetsu nur mit einem Lachen ab: „Sieh erstmal zu, dass du die Akademie mit einem
    annehmbaren Ergebnis überstehst.“, und mahnte ihn.
    Der kleine Houzuki blähte die Wangen auf, verschränkte die Arme und schaute trotzig weg.
    „Träumt davon mir nachzueifern, aber bemüht sich nicht mal um einen ordentlichen Abschluss.“
    Ich kicherte leise und legte einen Arm um Suigetsu: „Das packst du schon, Sui-kun! Ich glaub an
    dich. Und wenn es dir eine Motivation ist: Wenn du die Akademie gut abschließt, darfst du mich
    besuchen kommen!“
    Sofort verflog seine miese Laune und er glänzte mich an: „Seh’ ich dann dein richtiges zu
    Hause?“
    „Wenn du das willst, natürlich.“, ich nickte und lächelte liebevoll.
    Erfreut schlang er wieder die Arme um mich.
    Diesmal aber weniger fest, als bei der Begrüßung.
    Mangetsu nickte mir zufrieden lächelnd zu und nippte an seinem Tee.
    „Ich hoffe wir sehen uns wieder, wenn du alles überstehst und in dein Dorf zurückkehrst.“, er
    beugte sich vor und stellte die Tasse auf dem Tisch ab.
    Die Atmosphäre spannte sich mit einem unangenehmen Gefühl für den Bauch.
    Ein gewisser Druck legte sich auf unsere Gemüter und im Raum trat schweigen ein.
    „Du schaffst das doch, oder Nee-chan?“, fragte Suigetsu besorgt und ließ von mir ab.
    „Natürlich. Kisame-san ist doch dabei. Viel passieren kann mir da nicht.“, damit versuchte ich
    die Stimmung zu heben.
    Erfolglos.
    „Gerade wenn Kisame-san dabei ist, passiert dir doch etwas. Und das nicht immer zu deinem
    Vorteil.“, Mangetsu wirkte angespannt.
    Ihm gefiel es nicht, dass ich mit ihm eine Mission hatte.
    In dem Fall konnte ich ihn verstehen.
    Bisher hatte mir jeglicher Kontakt zu Kisame nur Schwierigkeiten bereitet.
    Egal ob es wegen ihm selbst war, oder weil plötzlich jemand Fremdes meinte, mir die Hölle
    heiß zu machen.
    „Sei bitte vorsichtig, Nee-chan.“, hauchte Suigetsu bevor er und sein Bruder spät am Abend
    meine Wohnung verließen.
    Ich nahm ihn in den Arm und drückte ihn kurz.
    Mangetsu ebenfalls.
    Mit einem Kuss auf mein Haar verabschiedete er sich letztlich und verschwand mit seinem
    Bruder in der Dunkelheit.

    An diesem Abend fiel es mir schwer einzuschlafen.
    Ich drehte mich unruhig von einer Seite zur anderen und warf letztlich die Decke von mir runter.
    Langsam stand ich auf und trat ans Fenster, welches ich weit aufriss um die kühle Nachtluft zu
    genießen.
    Zu viele Dinge gingen mir durch den Kopf.
    Die Houzuki-Brüder machten sich sorgen, dass ich bei der Mission in 3 Wochen draufgehen
    könnte und Kisame-san verhielt sich mehr als merkwürdig.
    Besorgt stützte ich meinen Kopf auf den Händen auf und betrachtete den Mond.
    Er war unnormal groß und hell diese Nacht.
    Aber irgendwie hatte das auch etwas Magisches.
    Während ich dort so stand schloss ich die Augen und genoss weiter die Luft von draußen.


    Im Laufe der nächsten Wochen machten Kisame-san und ich uns mit den Leuten bekannt
    mit denen wir auf Mission gehen sollten.
    Außer mir war noch eine Konoichi dabei.
    Sie war jene, die sich Kisame-san so verbunden fühlte.
    Mehrmals sprach sie mit ihm und erzählte mir danach, wie toll sie ihn fand.
    Lächelnd konnte ich ihre Rederei nur zuhören und für mich behalten.
    Einmal beobachtete ich sie mit ihm und stellte fest, dass er gar nicht so recht wusste,
    wie er das Mädchen handhaben sollte.
    Selbst bei Abweisungen schien sie nicht zu reagieren, sondern eher noch enger bei ihm
    sein zu wollen.
    Ich für meinen Teil fand es ziemlich amüsant.
    Und auch beeindruckend.
    Auch Neid war dabei.
    Wenn ich so an mir runter sah stellte ich immer wieder erschreckend fest, wie jung ich für die
    Leute hier sein musste.
    Die meisten waren schon volljährig, da konnte ich gar nicht mithalten.
    Ein wenig hatte ich mir während all dieser Zeit gewünscht etwas älter zu sein, damit ich
    vielleicht auch auf einer vertrauten näheren Ebene mit Kisame-san hätte reden können.
    Die Konoichi machte das so selbstbewusst und hartnäckig, dass ich mir wünschte an ihrer
    Stelle zu sein.
    Oft traf sie sich mit mir und lud mich gegen Abend, nach den Vorbereitungen der Mission zum
    Essen ein.
    Ich sprach nicht viel, und hörte lieber zu was sie zu sagen hatte.
    Auch wenn 90 % davon aus dem bestand, wie toll Kisame-san doch war.
    Einmal waren die anderen mitgekommen und unterhielten sich offen über private Dinge.
    Ich saß außen und lauschte den Gesprächen und musterte die Konoichi die sich neben Kisame-san
    gedrängt hatte um sich näher mit ihm unterhalten zu können.
    Er gab sich eher unbeeindruckt und verschlossen.
    Ich hatte den Eindruck, dass er sich schon bedrängt fühlte.
    Zwischendurch warf er mir hilfesuchende Blicke zu.
    Das ließ mich schmunzeln und versuche starten, sie in ein Gespräch mit mir zu verwickeln.
    Kisame-san schien mir für jeden Moment, in dem er mal seine Ruhe hatte, dankbar zu sein.
    Es dauerte zumeist aber nicht lang, bis sie wieder mit ihren Gedanken bei ihm war.
    Sie war wirklich ausdauernd.
    Die Männer unterhielten sich zum größten Teil an dem Abend untereinander.
    Zwischendurch stellten sie jedoch auch mir die eine oder andere Frage.
    Auf die meisten konnte ich relativ kurz antworten.
    „Was? Du bist erst 14?“, stellte einer entsetzt fest.
    „Was machst du denn dann auf einer Mission wie dieser?“, fragte ein anderer.
    Wie auch alle anderen empfanden sie es als viel zu riskant für mich.
    Darüber konnte Kisame-san nur leise lachen und mich gehässig ansehen.
    Ich knurrte ihn an damit er aufhörte zu lachen.
    Das animierte ihn aber nur noch mehr dazu amüsiert zu sein.
    „Ich sagte dir doch, du hättest lieber zu Hause bleiben sollen, Ojou-san.“, sagte er streng.
    Die Konoichi sah zwischen ihm und mir hin und her.
    Ihr schien ein Licht aufzugehen und sie verstummte ein wenig.
    Noch immer redete sie freundlich mit mir, aber mehr gezwungen.
    Unsicher verließ ich hinterher in Begleitung der anderen das Restaurant und sah stur zu
    Boden.
    Um sich der Konoichi zu entziehen legte Kisame-san mir eine Hand zwischen die Schulterblätter:
    „Ich bring dich mal heim, Ojou-san.“, dann verabschiedete er sich mit einem Nicken von den
    anderen.
    So schnell wie er mit mir von dannen zog konnte ich mich gar nicht mehr verabschieden.
    Als wir weit genug weg waren, und die anderen nicht mehr in Sichtweite waren atmete
    er erleichtert auf.
    „Frauen sind wirklich hartnäckig. Versprich mir, dass du nie so wirst.“
    Ich sah ihn nicht an und kicherte: „Wir werden sehen, wie ich mich entwickle.“
    „Wenn du so weit kommst.“, antworte Kisame-san darauf.
    Das klang für mich eher wie nach einer Drohung.
    Unmerklich schluckte ich und verschwieg.
    Er schien meine Anspannung zu spüren.
    Löste sie auch nicht.
    Uns verblieb noch eine Woche für die Vorbereitung.
    Bald also ging es los.
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Mi 23 Jul 2014, 15:12

    Die ganze Woche über ging es mir ziemlich mies.
    Ich hatte oft Kopfschmerzen und Magenbeschwerden.
    Mit der Zeit stellte ich fest, dass das reine Aufregung war.
    Vielleicht war auch ein wenig Angst dabei.
    Jedenfalls hatte ich noch das Wochenende, welches jetzt begann, um mich noch
    ein wenig zu erholen.
    Mangetsu und Suigetsu hatten sich schon wieder angemeldet.
    Sie wollten mich vor meiner Abreise noch mal sehen.
    Ehrlich gesagt machte mir das auch wieder Angst.
    Die Houzuki Brüder taten so, als käme ich nie wieder.

    Ich hatte sie zum Mittagessen bei mir eingeladen.
    Gemütlich ging ich noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
    So ganz wusste ich noch nicht was ich kochen sollte, daher sah ich mich im Supermarkt etwas um.
    Vielleicht konnte ich ihnen ja etwas Fleischiges vorsetzten.
    Das konnte ich ziemlich gut durchbraten und es schmeckte gewürztechnisch auch immer gut.
    Bei Gemüse tat ich mich eher schwer, daher verzichtete ich eigentlich immer darauf.
    Aber heute konnte ich mich ja mal wieder dran versuchen.
    Fleißig packte ich das Gemüse in den Korb und dazu auch Fleisch.
    Reis hatte ich noch zu Hauff zu Hause.
    Mit den Einkäufen begab ich mich wieder in Richtung Heimat und träumte ein wenig vor mich hin.
    Der Himmel war heute sehr schön blau und das Wetter auch sehr gut.
    Vielleicht konnte ich diesen Abend ja endlich mal schwimmen gehen.
    Allein…ohne wen dabei.
    Seit ich in Kirigakure war, wollte ich schon immer mal im Meer schwimmen.
    Nur hatte ich bisher keine Badekleidung gefunden, also hatte ich mich entschlossen einfach
    Unterwäsche zu nehmen.
    Und wenn es dunkel war, war ich geschützt vor doofen Blicken oder Spannern.
    Hoffentlich auch vor feindlichen Ninja’s.
    Dank der letzten Aktion war ich etwas paranoid.

    Zu Hause angekommen warf ich mich sofort hinter den Herd und hatte binnen Stunden ein
    Halbwegs gutaussehendes und hoffentlich auch schmeckendes Essen zubereitet.
    Die Brüder waren pünktlich und konnten sich sofort an den gemachten Tisch setzten.
    Wie ich mir dachte alberte Suigetsu wieder um.
    Mangetsu meckerte und ich hatte was zum lachen, was die beiden immer verwirrte.
    Sie zofften sich und ich hatte nichts Besseres zu tun, als zu lachen.
    „Uff, das war lecker, Nee-chan~“, gefüllt und zufrieden schlug Suigetsu sich auf den Bauch.
    Breit lächelte ich und räumte die geleerten Teller und Schüsseln zusammen.
    Mangetsu nahm mir das Besteck ab und im nach hinein sein Bruder mir auch Teller und Schüsseln.
    „Was soll das?“
    „Wir räumen ab, Nee-chan. Du hast super gekocht und wir machen sauber~“
    Na wenn das mal gut ginge.
    Unter Aufsicht machten sie alles sauber und räumten alles dorthin wo ich es hergeholt hatte.
    Währendessen holte ich Joghurt aus dem Kühlschrank und brachte ihn ins Wohnzimmer.
    Sie folgten mir, nahmen ihre Becher und verspeisten es mit mir zusammen als Nachtisch.
    „Was machst du eigentlich wenn du wieder in Sunagakure bist?“, fragte mich Mangetsu neugierig.
    Unwissend schaute ich durch die Gegend und zuckte mit den Schultern.
    „Ich weiß noch nicht so recht. Vermutlich versuche ich erstmal meine Wohnung auf
    Vordermann zu bringen.“, ich lächelte: „Davor muss ich aber dem Kazekage Bericht erstatten.“
    „Uh! Wie ist der Kazekage denn so?“, fragte Suigetsu neugierig.
    Kurz dachte ich nach: „Nun, er ist relativ jung und unglaublich ernst. Jedoch hat er ein
    großes Vertrauen in mich, dass ich diese Mission erfolgreich bestehe.“
    Mangetsu lehnte sich zurück und kratzte in seinem eigentlich schon leeren Becher herum.
    „Und was ist wenn du nicht bestehst?“
    Finster schaute ich ihn an: „Sei nicht so pessimistisch. Du machst mir Angst!“
    Dann lehnte der Weißhaarige sich vor und legte seine Hand auf meine.
    „Ich will dir keine Angst machen. Jedoch nur darauf eingehen, was vermutlich kommen wird.
    Ich hab einfach ein ungutes Gefühl bei der Sache.“
    In seinem Blick lag etwas Besorgtes und Liebevolles.
    Suigetsu legte mir seine Hand auf den Kopf und wuschelte mein Haar durch.
    Unverhofft ließ er diese dann auf meine Schulter hinabrutschen und legte seinen Kopf auf meine
    andere Schulter.
    „Bitte pass auf dich auf, ja, Nee-chan?“, hauchte er leise.
    Ich vermochte aber keine Antwort darauf zu geben.

    Gegen Abend gingen sie nach Hause.
    Mangetsu verabschiedete sich mit einem Kuss auf meine Stirn und Suigetsu drückte
    mich fest an sich.
    Wie üblich erdrückte er mich dabei fast.
    Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und Mangetsu ebenfalls.
    Dann ließ ich sie gehen.
    Schnell griff ich mir ein paar Klamotten zum Anziehen und begab mich in die Dunkelheit
    nach Draußen.
    Immerhin wollte ich noch im Meer schwimmen gehen.
    Vielleicht aber sollte ich lieber den See nehmen, an dem ich immer mit den anderen
    trainiert hatte.
    Ich sprang auf ein Dach hinauf und huschte wie ein Schatten durch das Dort bis an das Tor
    welches am Rande des Dorfes stand.
    Es zog mich hinaus in die Freiheit.
    Gerade wollte ich einfach nur für mich sein und den Nachthimmel genießen.
    Heute war diese besonders schön.
    Nicht eine Wolke und somit Sternenklar.
    Auch der Mond schien grell durch die Bäume hindurch.
    Als ich letztlich am See ankam strahlte der Mond den See an und brachte das Wasser
    zum Schimmern.
    Es sah wirklich schön aus.
    Ich horchte und ging langsam zum Ufer.
    Währenddessen zog ich mir meine Weste aus und danach mein Oberteil über den Kopf.
    Auch die Hose streifte ich locker von meinen Hüften und legte alles sorgfältig in ein Gebüsch
    unter den Bäumen, damit niemand sah, dass jemand hier war.
    Es war etwas frisch, jedoch nicht wirklich kalt.
    „Ich hab mich wohl schon an die Temperaturen hier gewöhnt.“, kicherte ich leise zu mir selbst.
    In Unterwäsche lief ich über das Wasser und sprang dann von der Stelle kopfüber hinein.
    Ich hatte tief Luft geholt und ließ mich nun ein wenig sinken.
    Viel bewegen wollte ich mich nicht, denn das Wasser war ziemlich kalt.
    Und solange ich mich nicht rührte war es warm um mich herum, als hätte ich eine Art
    warmen Schutzfilm am Körper.
    Verträumt blickte ich an die Wasseroberfläche.
    Betrachtete den Mond, wie er meine Luftblasen, die ich mit ins Wasser zog, zum glitzern
    brachte.
    Fische schwammen an mir vorbei und schienen sich nicht an mir zu stören.
    Ruhig schwebte ich im Wasser hinab und schloss die Augen.
    So eine Ruhe empfand ich schon lange nicht mehr.
    Ich hatte seit einem halben Jahr kaum Zeit für mich selbst gehabt.
    Immer nur für Missionen, Prüfungen oder anderen Kram.
    Aber wirklich allein, für mich selbst, war ich kaum gewesen.
    Etwas so wohltuendes hatte ich auch schon lange nicht mehr gespürt.
    Zuletzt als ich nach den Prüfungen geflüchtet war um das Wochenende allein irgendwo im
    Nirgendwo zu verbringen.
    Das war auch eine schöne Zeit gewesen.
    So was sollte ich wirklich öfters machen…
    ‚Ich brauche unbedingt Urlaub…’, dachte ich mir und öffnete meine Augen wieder.
    Langsam richtete ich mich aus meiner Liege-Position auf und schwamm an die Oberfläche indem
    ich nur meine Beine als Antrieb benutzte.
    Oben angekommen holte ich tief Luft und schwang die Haare nach hinten.
    Diese legten sich über meine Schultern und den Rücken auf der Wasseroberfläche ab.
    Kurz sah ich mich um, nur um die Lage zu checken.
    Ich hörte einen Ast knacken und ein leises rascheln.
    Sofort fuhr ich mit dem Kopf herum und hielt inne.
    War da jemand?
    Viel sehen konnte ich nicht, denn der Mond war so hell, das alles was im dunklen lag
    vor mir verborgen blieb.
    Plötzlich kam jemand auf mich zu und sagte: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dich hier finden
    würde. Und das zu solch einer merkwürdigen Uhrzeit.“
    Erschrocken fuhr ich zusammen und fuhr wieder mit dem Kopf herum.
    Ich erstarrte ein wenig, als Kisame auf dem Wasser vor mir hockte.
    Sofort schlang ich die Arme um meinen Körper.
    „Was treibt dich dazu, so spät noch raus zu gehen und fast nackt im Wasser zu plantschen?“,
    der Ton klang anzüglich und charmant zugleich.
    Mit geröteten Wangen sank ich noch mehr im Wasser ein und schaute ihn nicht mehr an.
    „Mir war einfach danach mal etwas allein zu sein.“
    Er ging zum Ufer und ließ sich dort nieder: „Die Houzuki-Brüder hängen wohl sehr an dir, was?“
    Unweigerlich nickte ich und schwamm ans Ufer.
    Dort legte ich meine Arme auf den Boden und legte meinen Kopf darauf.
    Der Rest meines Körpers baumelte im Wasser.
    Kisame-san’s Blick ruhte auf mir.
    „Dir ist klar, dass es hier gefährlich ist, hoffe ich.“
    Ich vermied seinen Blick und zuckte die Achseln.
    Das schien ihn zu reizen.
    Meine Absicht war das nicht gewesen, aber man konnte ihn ohnehin ziemlich schnell auf
    die Palme bringen.
    Er bleckte seine Reißzähne und schaute dann weg.
    „Du solltest dich für morgen lieber ausruhen.“, schrieb er mir vor.
    Mit den Armen stütze ich auf dem Boden am Ufer ab und zog mich aus dem Wasser.
    Mein Körper war nun genug gekühlt.
    Ich hatte genug vom Wasser.
    Und da Kisame-san nun auch schon hier war, fühlte ich mich nicht mehr so wohl.
    Da wollte ich mich lieber wieder in die Wohnung verziehen.
    Mir wurde durch den leichten Windzug besonders kalt und es war mir mehr als unangenehm, dass
    Kisame-san mir so nachschaute.
    Damit meine im Busch versteckte Kleidung nicht auch so nass und damit kalt wurde entschloss ich
    mich dazu, mich kurz im dunklen zu verstecken und mit die Unterwäsche auszuziehen.
    Zwar war das unhygienisch so in meine normale Kleidung zu schlüpfen, aber ich wollte nicht
    frieren.
    Die Haare band ich mir zusammen und ging wieder zurück zu ihm.
    Schweigend setzte ich mich mit Abstand neben ihn und schaute auf das noch immer
    glitzernde Wasser.
    Mit etwas Schwung hob ich die Arme und ließ mich nach hinten fallen.
    Hinter dem Kopf verschränkte ich meine Arme dann und musterte verträumt die Sterne.
    Sie funkelten dort oben so schön und hell, dass ich so hätte einschlafen können.
    Zum Glück war der Wind nun auch nicht mehr ganz so kalt.
    Die nasse Kleidung hatte ich in eine Tasche geschoben.
    Immerhin war es eh nicht zu sehen ob ich Unterwäsche trug oder nicht.
    Der Mann neben ihr richtete sich auf und sah auf sie nieder.
    „Ich bring dich jetzt nach Hause.“, knurrte er.
    Verwirrt musterte ich ihn: „Ich will aber nicht. Ich will noch hier bleiben.“
    „Verhalt dich nicht wie ein störrisches Kind. Beweg dich!“, fuhr er mich an.
    Beleidigt zog ich die Augenbrauchen zusammen und stand auf.
    Wie üblich zu schnell.
    Mein Körper neigte sich weiter nach vorn, als ich wollte und ich hielt mich an Kisame-san fest.
    Er stützte meinen Körper mit einem Arm.
    „Komm hoch.“, als ich wieder bei sinnen war drehte er mir den Rücken zu und ging leicht
    in die Hocke.
    Grimmig sah er über die Schulter.
    Ohne Widerrede sprang ich auf seinen Rücken und schlang meine Arme um seinen Hals.
    Meinen Kopf legte ich erschöpft in seinen Nacken und ich spürte nur noch wie der mir nochmals
    einen Schubs nach oben verpasste, damit er mich richtig festhalten konnte.

    Zu Hause musterte ich ihn verschlafen.
    Er musste wohl meinen Schlüssel in der Hosentasche gefunden habe, dass er überhaupt
    so weit kam.
    Gerade suchte er meine Schlafsachen zusammen.
    Verpeilt stand setzte ich mich auf und schaute durch mein Schlafzimmer.
    „Ich denke…du kannst gehen.“, hauchte ich leise.
    Zwar vermochte er es mir nicht zu zeigen, aber ich konnte fühlen, dass er sich erschrocken
    hatte.
    Langsam trat er auf mich zu und legte ein paar Sachen neben mich aufs Bett.
    Mit einem Nicken entfernte er sich von mir.
    Noch bevor er den Raum verlassen hatte zog ich mir mein Oberteil über den Kopf.
    Im selben Moment drehte er sich um und riss ein wenig die Augen auf.
    Schnell drehte er sich wieder um und sagte gereizt und voller Schamgefühl: „Kannst du nicht
    warten bis ich endgültig weg bin?!“
    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich nochmals umdrehen würde.
    Meine Wangen wurden warm und daher schätze ich auch, dass ich knallrot im Gesicht war.
    „V-verzeihung…“, sagte ich leise und zog mir schnell etwas über.
    Kisame murmelte etwas, was ich nur hörte, als ich mir Mühe gab ihn zu verstehen.
    „…keine Oberweite aber ist doch schon Weiblich genug, um so was in Gegenwart eines Mannes
    lieber nicht zu tun...“
    Ein wenig musste ich Schmunzeln.
    Ich wusste gar nicht, dass er sich so sehr über etwas ärgern konnte.
    Ich musste ihn schon SEHR in Verlegenheit gebracht haben.
    „Kann ich jetzt wieder hinsehen? Oder hast du inzwischen gar nichts mehr an?“, murrte er.
    Warum ich mir das Lachen nicht verkneifen konnte, wusste ich nicht, aber ich begann
    lauthalses zu lachen.
    Kisame-san schien das gar nicht lustig zu finden und drehte sich einfach um: „Hör auf zu lachen!
    Das ist nicht witzig!“
    „Tut…tut mir leid, aber…“, ich konnte nicht mehr aufhören und drehte ihm sogar schon den
    Rücken zu.
    In der Hoffnung ich würde mich beruhigen.
    Zu meinem Glück und seiner Entlastung tat ich das auch.
    Es schien mir, als würde er sich verarscht vorkommen, wenn ich so weiter lachte.
    Ruhig drehte ich mich wieder zu ihm um.
    Inzwischen stand er direkt vor mir.
    Ich musste schlucken und ein scharfes einsaugen von Luft vermeiden um ihn nicht zu zeigen, wie
    sehr ICH mich jetzt erschrocken hatte.
    Fies grinste und beugte sich zu mir runter.
    Seine Reißzähne machten mir immer noch etwas Angst.
    Aber warum nur?
    Ich hatte doch selbst welche!
    Und bei Mangetsu und Suigetsu fand ich sie auch nicht so Angst einflößend.“
    Warum dann bei ihm?
    Ich vermutete, weil er vom äußerem einem Hai am nächsten kam.
    Obwohl ich die auch nicht so gruselig fand.
    Einen gesunden Respekt hatte ich vor diesen Tieren.
    Er setzte zum Sprechen an und ich wurde aufmerksam.
    Tief sah er mir in die Augen: „Ich gebe dir einen guten Rat, Ojou-san. Wenn morgen etwas
    unvorhersehbar gefährliches passiert, EGAL was, dann lauf. Lauf so weit du kannst und
    so schnell du kannst.“
    Nicht ganz wusste ich was er mir damit sagen wollte.
    Doch sollte mich seine Drohung, die er nun Aussprach schon dazu bewegen es einfach zu tun:
    „Tust du es nicht…“, er legte eine kleine Pause ein und taxierte mich: „…leg ich dich um.“
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    Maririn

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    Re: ~longterm-mission~

    Beitrag von Maririn am Do 24 Jul 2014, 14:58

    Bevor er gestern Abend gegangen war, verwuschelte er mir die Haare und setzte mir einen
    Hauch von einem Kuss auf die Stirn.
    Verwirrt wie ich war blieb ich einfach nur stur stehen und lief rot an.
    Starrte ihm fragend nach.
    Doch umdrehen tat er sich nicht mehr.
    Am nächsten Morgen wachte ich mit einem ziemlich unguten Gefühl auf.
    Selbst nach dem Frühstück war mir noch schlecht und ich wusste nicht, wie ich das beheben
    sollte.
    War ich so nervös, dass heute diese Mission startete weswegen ich eigentlich in Kirigakure war?
    Oder lag es an Kisame-san’s Worten vom Vorabend.
    ‚Ich gebe dir einen guten Rat, Ojou-san. Wenn morgen etwas
    unvorhersehbar gefährliches passiert, EGAL was, dann lauf. Lauf so weit du kannst und
    so schnell du kannst. Tust du es nicht…leg ich dich um!’, hatte er gesagt.
    Warum hatte er sich nach solch einer Ansage wiederum so liebevoll verabschiedet?
    Sein Verhalten leuchtete ihr einfach nicht ein.
    Er war undurchschaubar.
    Ich versuchte den Tag langsam angehen zu lassen, doch klopfte es schon wieder
    donnernd an die Tür, als ich dabei war mir Kleidung rauszusuchen.
    Schnell warf ich mir eine Jacke über und lief zur Tür.
    „Du schon wieder?“, fragte ich und zog die Tür weit auf.
    Kisame-san stand bereit fertig vor mir und musterte mich.
    „Noch nicht fertig?“
    Mürrisch musterte ich ihn: „Seh’ ich so aus?“
    Fies lächelte er mich an und trat ein.
    Schnell folgte ich ihm und schnappte mir die Klamotten die ich brauchte und verschwand
    im Badezimmer.
    „Setz dich und warte!“, fuhr ich ihn an.
    Es war viel zu früh am Morgen, als dass ich ihn jetzt ertragen konnte.
    Schon gar nicht mit seiner Wechsellaune.
    Elegant rutschte ich in meine Hose und zog mir das Oberteil über den Kopf.
    Kurz betrachte ich mein halbnacktes Selbst im Spiegel und sah an mir herab.
    Ich schüttelte nur den Kopf und zog mich schnell an.
    Kisame-san würde sicher nicht lange warten wollen.
    In meinem Zimmer füllte ich dir extra an der Hose befestigten Säckchen mit Waffen
    und schob mir ein Kurzschwert in die hintere Gürtelschnalle.
    Ob ich das benötigen würde, wusste ich nicht.
    Aber ich konnte nie vorsichtig genug sein.
    Dank dem Training konnte ich wenigstens etwas mit einem Schwert umgehen.
    Vollkommen ausgerüstet tauchte ich hinter ihm im Wohnzimmer auf und schaute ihm über die
    Schulter.
    Er spielte mit einem Kunai in der Hand und wirbelte es immer um einen Finger herum.
    Fing es dann mit der ganzen Hand wieder ein.
    „Du bist fertig, richtig?“, seine tiefe Stimme schallte durch den Raum.
    Ich zuckte zusammen und gab einen zustimmenden Laut von mir.
    Wie auf heißen Kohlen sitzend, sprang er auf und grinste breit: „Dann lass uns beginnen!“
    Mit ihm zusammen verließ ich die Wohnung schloss die Tür ab und verschwand mit ihm
    im morgendlichen Nebel des Dorfes.
    Die Sichtweite reichte vielleicht auf gerade mal 50 Meter, aber nicht weiter.
    Am Dorftor angekommen erwarteten uns schon die anderen.
    Gemeinsam verließen wir den Ort im Schutze des Nebels.
    Die Männer waren wirklich schnell und liefen weit über die Äste der Bäume vor.
    Ich kam nur schwer hinterher.
    Sogar Kisame-san sah hin und wieder zurück und scheuchte mich mit Worten: „Beweg dich,
    Ojou-san!“
    Die Konoichi lief neben ihm her und musterte ihn.
    Sein Blick fiel zu ihr.
    „Weißt du, wenn das hier vorbei ist, dann sollten wir unbedingt mal allein zusammen
    etwas essen gehen, ja?“, fragte sie in einem liebevollen Ton.
    Stur starrte er sie an.
    Es schien als wüsste er nicht, was er darauf sagen sollte.
    Innerlich ärgerte ich mich ein bisschen darüber.
    Andererseits versuchte ich darauf gleichgültig zu reagieren.
    Doch tat mein Bauchgefühl alles andere als zu meinem Kopf halten.
    Auch wenn er zwischendurch so gemein zu mir war, hatte ich ihn doch ziemlich lieb
    gewonnen.
    Immerhin war er an sich ein sehr netter Kerl.
    Nur schien er das ungern zu zeigen.
    Oder selbst nicht ganz zu wissen, ob das seine wahre Art war.
    Wie sehr wünschte ich mir gerade älter zu sein.

    Am Abend rasteten wir in einem dicht bewachsenen Waldstück.
    Abseits der Informanten und der Konoichi setzte Kisame-san sich an einen Baum gelehnt hin,
    und trank der einen oder anderen Schluck aus einer Flasche.
    Ich hatte mich auf einen Ast gesetzt und knabberte an einem Stück Schokolade.
    Die hübsche Konoichi erhob sich und ging zu ihm.
    Ihr langes Haar wehte leicht im Wind: „Hoshigaki-san, warum kommen sie nicht zu uns rüber
    und essen etwas mit uns zusammen?“
    Er musterte sie aufmerksam und schaute dann grimmig weg: „Haltet euch lieber von mir Fern.“
    Leidend beobachtete ich ihn.
    Lautes Lachen war von den Männern zu hören: „Lass ihn in Ruhe! Wenn er nichts will, bleibt eben
    mehr für uns.“
    Etwas Unverständliches meckerte sie in Richtung der Männer als ein Kunai ferner von uns im Boden stecken blieb.
    Ein Blatt flatterte daran und Flammen zerfraßen es.
    Eine Bombe!
    Sie explodierte mit einem lauten knall.
    Mich riss die Explosion vom Baum und ich sprang elegant vom Boden ab neben Kisame-san.
    Die Konoichi und die Informanten standen hinter uns und erstarrten ein wenig.
    „Mist, wer war das?!“, konnte ich von hinter uns hören.
    Vor uns tauchten Ninja auf, die aussahen als wären sie aus einem Dorf aus Hi no Kuni.
    „Ihr habt Informationen, die wir haben wollen. Rückt sie freiwillig raus, oder wir werden
    euch foltern, bis ihr sie herausrückt!“, drohte der Mann uns und neben ihm versammelten sich
    weitere Ninja.
    Mein Herz pochte und mein Adrenalinspiegel stieg an.
    Ich hörte wie Kisame sein Schwert zog, daher zog ich auch meins.
    Anders als gedacht, zischte seine Klinge ganz knapp an mir vorbei.
    Erschrocken blickte ich zu ihm und er setzte schon zum nächsten Hieb an.
    Mit aller Kraft konterte ich seinen Angriff und stolperte zurück.
    Von oben sprang er auf mich herab und versetzte noch einen Schlag mit Ziel auf meine Schulter.
    Ich parierte und knurrte: „Kisame-san!! Was soll das? Ich bin nicht dein Feind!“
    Er fletschte die Zähne und trat mir in die Magengrube.
    Ohne halt knallte ich mit dem Rücken gegen einen Baum.
    Als ich auf sah blieb mit das Herz fast stehen.
    Vor lauter Angst war ich wie gelähmt.
    Ich konnte meinen Blick nicht mehr abwenden von der Brutalität die sich mir bot.
    Die Männer wurden einer nach dem anderen von seiner Klinge durchbohrt.
    Jedoch nicht die feindlichen sondern die Informanten.
    Sie konnten nicht mal fliehen, so schnell zog er seine Spuren durch ihren Körper.
    Die Frau schlug er zu Boden und schieß ihr das Schwert durch den Rücken in die Brust,
    während sie am Boden lag.
    „Wa...rum…?“, war das letzte was sie sagte.
    Mit zitterten die Gliedmaßen als er mich finster und kalt ansah.
    Dann erinnerte ich mich an seine Worte und schluckte.
    ‚Lauf weg! Lauf weg! LAUF DOCH!!“, schrie ich mich in Gedanken an und stach mir mit dem
    Schwert, welches ich noch in der Hand hielt, in den Arm.
    Der Schmerz weckte mich und reaktivierte meinen Körper.
    Ich sprang regelrecht auf und stolperte davon.
    Ob er mir nachlief wusste ich nicht, aber ich floh so schnell ich konnte von dem Ort.
    In eine Richtung, die ich nicht wusste, wo sie mich hinbringen würde.
    Irgendwann ging mir die Puste aus und ich rang nach Luft.
    Als ich mich umsah wusste ich nicht mehr wo ich war und Kisame-san war nirgends zu sehen.
    Auch keiner der Ninja, die uns angegriffen hatten.
    Was war nur in ihn gefahren?
    Ich traute mich nicht zurückzulaufen.
    Und auch ins Dorf wollte ich nicht mehr.
    Aber ich musste.
    Meine Berichte lagen noch dort.
    Schnell analysierte ich die Gegend und begab mich auf den Weg zurück ins Dorf.
    Immer wieder sah ich mich um und überprüfte meine Umgebung.
    Bis ich zu Hause vor der Tür stand, bestand keine Gefahr.
    Eilig schloss ich die Tür auf und huschte hinein, knallte die Tür mit Schwung hinter mir zu.
    Gerade als ich erleichtert aufatmen wollte erschrak ich.
    Kisame-san saß auf meinem Sofa und funkelte mich an.
    Jedoch schwieg er.
    Auch ich hatte nicht vor etwas zu sagen.
    Ich wollte nur meine Berichte holen und schnell verschwinden.
    Den Letzten würde ich unterwegs verfassen.
    Sein Blick folgte mir bis eine Wand seine Beobachtung unterbrach.
    Im Wohnzimmer konnte ich hören wie er aufstand und hinter mir im Rahmen stand.
    Zwanghaft versuchte ich ihn zu ignorieren und steckte alles ein, was ich mitgebracht hatte.
    „Willst du etwa schon gehen?“, fragte er in einem ruhigen Moment.
    Mir fielen die Berichte aus der Hand vor Schreck.
    „J-ja. Ha-hatte ich vor.“, antworte ich ängstlich und sah ihn noch immer nicht an.
    Als ich mir die Tasche auf den Rücken schnürte packte er mich grob am Arm:
    „Zuerst wirst du mit mir beim Mizukage erwartet, Ojou-san. Danach kannst du immer noch
    in dein geliebtes Dorf zurückkehren!“, raunzte er aggressiv.
    Er tat mir weh und ich versuchte mich loszureißen: „Aua! Lass mich los!“
    Je mehr ich mich wehrte desto stärker packte er zu und zog mich zu sich ran: „Hör auf dich zu
    wehren!“
    Unsanft verschleppte er mich zum Mizukage und ließ mich auch erst los, als wir im Raum waren.
    Widerwillig verbeugte ich mich, so wie Kisame-san es tat.
    „Ihr seid also zurückgekehrt. Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Mission fehlschlug.“
    „Ja.“, antworte Kisame ohne zu zögern und erklärte die Situation.
    Der Mizukage atmete tief ein und aus: „Konohagakure also…“
    Ich schwieg und hielt die Augen weitestgehend halbgeschlossen.
    Die Blicke des Mizukage ruhten auf mir.
    Sicherlich fragte er sich, wie ich mit dem Leben davonkam.
    „Es sieht so aus, als wäre ihre Mission damit auch beendet. Kehren Sie zurück in Ihr Dorf,
    mit den Erfahrungen die Sie hier machen durftest und machen Sie so weiter wie bisher.
    Ich wünschen Ihnen alles Gute.“
    Es erschien mir, als würde der Mizukage dies eher form halber sagen, als wirklich ernst
    gemeint.
    Doch bedankte ich mich und verließ den Raum schließlich gemeinsam mit Kisame-san.
    Noch immer traute ich mich nicht mit ihm zu sprechen.
    Ich hatte wieder genau soviel Angst vor ihm, wie zu beginn, als ich in das Dorf kam.
    Umso mehr verwunderte es mich, dass er mich bis zum Tor begleitete.
    „Eine gute Heimreise, Ojou-san.“, murmelte er und betrachtete mich mit einem
    merkwürdigen Blick, den ich nicht ganz einzuordnen wusste.
    Mir zitterten etwas die Hände.
    Als er dann nah an mich herantrat und mir eine Hand auf den Kopf legte zuckte ich eher
    zusammen.
    Ich dachte, jetzt sei es um mich geschehen.
    JETZT müsse ich sterben.
    Er hatte sicher nur auf den passenden Moment gewartet um meinem Leben wie den anderen
    ein Ende zu setzen.
    Fest kniff ich die Augen zusammen und hoffte, dass alles schnell vorbei war.
    Doch das Einigste was ich spürte war, dass er mir die Haare verwuschelte und wieder einen Kuss
    auf die Stirn setzte.
    Diesmal schüttelte ich den Kopf danach und blickte ihn verwirrt an: „Was soll das?“
    Kisame-san sah mich nur mit halbgeöffneten Augen an und lächelte sanft dabei.
    Dann schüttelte er den Kopf und verschwand.
    Ein paar Schritte lief ich ins Dorf hinein blieb dann aber stehen.
    Ich hatte ihn aus den Augen verloren.
    Mit dem Blick am Boden dachte ich kurz über die Situation nach, machte kehrt und verließ
    Kirigakure.
    Am Rand der Insel von Mizu no Kuni angekommen lief ich locker über das Wasser.
    Hätte ich mich auch nur noch einmal umgesehen, wäre ich vermutlich zurückgelaufen.
    Denn von Mangetsu und seinem Bruder hatte ich mich gar nicht richtig verabschiedet…

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    Re: ~longterm-mission~

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