Imperfect Flower

Just for the two of us


    バクマン。- Shinta to Mari

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    Maririn

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    バクマン。- Shinta to Mari

    Beitrag von Maririn am So 21 Jul 2013, 11:23

    福田 真太
    服部
    真理

    Eto…konnichi wa allerseits.
    Mein Name ist Mari und ich erzähl euch mal was mir vor kurzem passiert ist.
    Für mich ist es äußerst spannend und hoffe, dass ist es auch für euch.

    Ich bin vor einem Jahr aus Europa nach Japan gezogen und habe mir seither die Kultur und die Sprache gut angeeignet.
    Langsam aber wurde auch das Geld zum leben knapp und um weiterhin hier bleiben zu können brauchte ich dringend einen Job.
    Also überlegte ich, was ich gut konnte.
    Kaufmännisch hatte ich Erfahrungen in meiner Heimat gemacht.
    Jedoch wusste ich nicht, ob das auf Japan übertragbar sei.
    Andererseits hatte ich künstlerisch ein bisschen Talent.
    Zumindest hatte ich damit schon minimal Geld im Internet verdient und tat es immer noch.
    Viel kommt dabei aber leider nicht rum, was vermutlich daran liegt, dass die Preise für meine Bilder recht niedrig sind.
    Aber auch nur, weil ich nicht allzu viel von mir halte.
    Jemand gab mir mal die Idee beim Jump nachzufragen, ob sie mich jemandem als Assistentin empfehlen würden.
    Daher schickte ich wenige meiner Zeichnungen ein und wartete derzeit noch auch Antwort.
    Und ab hier beginnt das Ganze:

    09.07., 8.30 Uhr
    Mein Handy schellte mich laut aus dem Bett.
    Als ich erkannte, dass es ein Anruf war fiel ich fast zu Boden.
    Mitsamt Handy.
    „J-ja, hallo?!“, fragte ich, nachdem ich mich gefangen hatte und horchte der Stimme auf der anderen Seite der Leitung, die ziemlich schnell begann zu reden.
    „Hallo, Hattori-san mein Name, spreche ich da mit Eles-san?“
    Ja, Eles, so hatte ich mich genannt.
    Das ist die japanische Übersetzung meines Namens und die fand ich gar nicht mal so schlecht.
    „Ja, richtig.“, antwortete ich und setzte mich auf: „Wie kann ich Ihnen helfen, Hattori-san?“
    „Sie hatten uns vor kurzem einige ihrer Zeichnungen zugesendet und nach einer Assistentenstelle gefragt, richtig?“
    Kurz trat Stille ein, bis ich begriff, dass ich antworten sollte: „Un.“
    Hattori-san verstummte ebenfalls kurz und ich hörte wie im Hintergrund gemurmelt wurde.
    Ebenfalls das knittern oder umblättern von Unterlagen.
    „Würde es Ihnen etwas ausmachen, um 12 Uhr kurz in der Redaktion vorbei zu schauen?“, fragte er dann sehr höflich.
    „Oh, eeto…12 Uhr…“, dabei sah ich auf die Uhr: „Ja, das dürfte ich schaffen.“
    „Gut. Melden Sie sich unten am Empfang und sagen Sie, dass Sie einen Termin mit Hattori Yuujirou haben, ich werde Sie dort abholen.“
    „I-in Ordnung, danke.“
    „Bis dann.“, danach legte er auf.

    Sofort flog mein Handy aufs Bett und ich sprang auf ins Badezimmer.
    Mein Herz raste vor Aufregung.
    Nur nicht zu doof anstellen, dann schaffst du das. ヽ(*≧ω≦)ノ
    Damit sprach ich mir selbst Mut zu.

    Um Punkt 12 Uhr kam ich bei der Reaktion Shueisha an.
    Shueisha brachte die Jump und noch andere Magazine heraus.
    „Hallo.“, sagte ich, als ich an die Empfangsdame geriet: „Suiitopii mein Name. Ich bin für 12 Uhr mit Hattori Yuujirou verabredet.“
    Sie nickte mir zu und begann kurz zu telefonieren.
    Als sie auflegt entgegnete sie mir: „Nehmen Sie doch bitte noch einen Augenblick platz. Hattori-san wird gleich bei Ihnen sein.“
    Ich nickte, bedankte mich und ging zu den kleinen Sesseln ein bisschen abseits des Tresens hinter dem die Empfangsdame saß.
    Mit einem „plumps“ ließ ich mich in den grauen, unglaublich weichen Ledersessel fallen.
    Ich sank so tief ein, dass es klar war, wie unglaublich schwer es sein würde, gleich wieder aus dem Sessel herauszukommen.
    Mehrere Menschen betraten das Gebäude und verließen es gleichermaßen.
    Aufmerksam beobachtete ich also das hektische Treiben, während ich wartete.
    Wenig später kam ein Herr vom Empfang zu mir.
    Er hatte dunkelblondes, struppiges Haar, hatte eine normale Statur, und seine braunen großen Augen lächelten mich mit seinem Mund zusammen freundlich an.
    „Eles-san?“, fragte er mit einem höflichen Unterton.
    Ich nickte und erhob mich.
    Dann verbeugte ich mich, während er mir aber die Hand reichte.
    Er hatte meinen Lebenslauf anscheinend mehr als aufmerksam gelesen und sich informiert wie es bei in meiner alten Kultur war.
    Etwas irritiert erhob ich mich wieder und schüttelte zurückhaltend seine Hand, wobei ich mich verbeugte.
    „Es freut mich Sie kennen zu lernen.“, antwortete ich und grinste breit.
    „Ganz meinerseits.“, entgegnete er und schüttelte ebenfalls meine Hand.

    Kurz darauf befand ich mich mit ihm in einem Abteil weit hinter der Lobby.
    Er setzte sich mit mir an einen Tisch und bot mir etwas zu trinken an, was ich dankend entgegen nahm.
    Danach ging es ans eingemacht.
    Mit meinen Unterlagen, die ich Shueisha zugeschickt hatte, gezückt, saß er vor mir und musterte abwechselnd mich und die Blätter in seinen Händen.
    „Sie kommen also aus Deutschland, wie ich sehe. Was führt Sie denn nach Japan?“, fragte er vorweg.
    Meine Antwort musste ich mir genau überlegen und legte mir die Vokabeln zurecht.
    „Nun…den größten Teil meiner Aufmerksamkeit widmete ich schon lange der japanischen Kultur. Egal ob es Manga oder Anime waren. Die Sprache und nicht zuletzt auch alles andere. Dieses Lang inspirierte mich, und nachdem ich letztlich auch aus Deutschland wenige Bekanntschaften mit Japanern knüpfen konnte, entschloss ich mich, erstmals nur urlaubsmäßig herzureisen. Letztlich bezog ich ein Appartement du lebe nun schon gut ein Jahr hier.“, das sollte als Erklärung genügen.
    Hattori-san schien sich auch damit zufrieden zu geben.
    „Interessant. Nun…und jetzt sind Sie auf der Suche nach einer Arbeit.“
    Ich nickte.
    Sein Blick fiel zurück auf meine Zeichnungen, die er nun eine nach dem anderen auf dem Tisch ausbreitete und aufmerksam musterte.
    „Sie haben in der Tat Talent. Darf ich fragen, warum Sie nur eine Assistenzkraft und nicht Mangaka werden wollen?“
    Eine Frage, die mir sprichwörtlich das Genick brach.
    Was sollte ich ihm denn nun erzählen?
    Vermutlich einfach den Grund, aus dem ich auch die Preise für, die Bilder die ich im Internet verkaufte, so niedrig hielt.
    „Ehrlich gesagt…“, begann ich: „Empfinde ich mich selbst als nicht SO gut, dass ich das stemmen könnte. Zumal mir die Panelaufteilungen und die darin enthaltenen Zeichnungen selbst zu erstellen unglaublich schwer fällt.“
    Das traf es ziemlich genau.
    Hattori-san nickte nur.
    „Und ich kann Sie nicht dazu animieren, Mangaka zu werden?“
    Entschlossen schüttelte ich den Kopf woraufhin Hattori-san zu seufzten begann: „Das ist schade. Aber ich werde Ihrem-„
    „Verzeihung!“, sprach ich ihm dazwischen: „Nennen Sie mich ruhig Mari.“
    Zögerlich nickte er: „Okay, Mari-chan, eto…jedenfalls werde ich DEINEM Wunsch nachgehen.“
    „Haben Sie vielen Dank.“, ich war sehr erleichtert.
    Jetzt fragte ich mich nur, ob ich auf Probe beschäftigt wurde, oder länger so arbeiten durfte, wenn ich mich nicht allzu ungeschickt anstellte.
    „Entschuldige mich kurz.“, dabei erhob er sich und trat in eine Ecke zurück, zückte sein Handy und hielt es sich an Ohr.
    Was er nun zu Besprechen hatte, wusste ich nicht und konnte auch kein Wort verstehen.
    Aber das war mir auch nicht so wichtig.
    Es schien so, als würde er mehrere Telefonate führen.
    Ein viel beschäftigter Mann.
    So wie ich mir das in Japan immer vorgestellt hatte.

    Als er wieder zu mir kam blieb er stehen und bat mich ebenfalls aufzustehen.
    „Haben Sie…ehh…hast du noch etwas Zeit?“, fragte er mich vorerst.
    Ich warf einen Blick auf die Uhr und nickte.
    Immerhin hatte ich sowieso nichts vor.
    „Würde es dir etwas ausmachen, mich zu einem frisch heranwachsenden Mangaka zu begleiten?“
    Meine Augen weiteten sich und ich wusste nicht was ich antworten sollte.
    Ich nickte einfach, denn ich brauchte den Job, da konnte ich schlecht „Nein“ sagen.
    Mit gemischten Gefühlen also, fuhr ich mit Hattori-san zu diesem „Mangaka“.
    Hoffentlich kam ich mit dem- oder derjenigen aus.

    Vor dem Haus angekommen trat ich langsam mit Hattori-san die Treppen zu dem Apartment des Mangaka hinauf.
    Mein Herz begann zu rasen und mir war, als würde mir die Luft ausgehen.
    Auf der Fahrt hier hin, hatte Hattori-san mir wenigstens schon mal den Hinweis gegeben, dass ich mit einem männlichen Mangaka das Vergnügen hatte und mit 2 männlichen Assistenten.
    Das war mir auch ganz lieb so, und ich hoffte sehr, dass das gut ginge.
    Er sagte, dass der Mangaka sehr aufbrausend sei und vermutlich auch sehr streng, da er mehr als zielstrebig arbeitete.
    Ich strich mir mein langes, blondes Haar mit eisblauen Haarspitzen aus den Augen und richtete es ein wenig ordentlich her.
    Hattori-san musterte mich und nickte: „Bereit?“
    Mutig nickte ich ihm zu.
    Dann klingelte er.
    Jemand machte die Tür auf und wir konnten eintreten.
    Der Assistent lief an uns vorbei, nachdem er die Tür geschlossen hatte.
    Es roch nach Fertig-Nudelsuppe gemischt mit Tusche und Copics.
    „Hattori-san ist da. Mit der neuen Assistentin.“, sagte der Assi und setzte sich wieder an seinen Arbeitsplatz.
    Leicht versteckt blieb ich hinter Hattori-san zurück.
    „Hallo Shinta-“
    „Oi, Hattori-san, da sind Sie ja.“, rief Shinta ihm dazwischen, als er seinen Satz fortführen wollte.
    Der Junge vor ihnen hatte weißes, etwas länger, als schulterlanges Haar, trug eine weiße Beanie und war von der Statur her, so wie alle Männer hier, recht schmal.
    Er war etwa 1,80 groß und seine dunkelbraunen Augen musterten sie eindringlich.
    „Ist das dieses Mädchen aus Europa, die Sie mir als Assistentin zur Verfügung stellen?“
    „Ja-„, wieder kam Hattori-san nicht vollständig zu Wort.
    „Ich hoffe sie enttäuscht mich nicht!“, raunzte Shinta.
    Glaubte er ich verstünde ihn nicht?
    „Shinta! Sei doch mal etwas freundlicher! Ich bin mir sicher, dass sie ihre Sache gut machen wird!“
    Damit hielt der Weißhaarige endlich die Luft an und schwieg eine Weile.
    Er trat zu mir herüber und beugte sich vor um mir tief in die Augen zu sehen.
    Wenn das eine Prüfung war, ob ich zurückhaltend oder schüchtern war, würde ich sie mit meinem Mut bestehen.
    Mir klopfte das Herz bis zum Hals als er mich so anstarrte.
    Doch hielt ich seinem Blick stand.
    „Sie gefällt mir.“, lachte Shinta dann und richtete sich dabei auf, wobei er mit dem Kopf herumfuhr und auf mich zeigte.
    Dann reichte er mir die Hand.
    Fuuh, wie ungewöhnlich, sich in Japan die Hände zu reichen.
    Aber sie hatten ihre Hausaufgaben wohl gemacht, was meine alter Kultur anging.
    Fest ergriff ich seine Hand und lächelte: „Eles Mari.“
    „Fukuda Shinta. Freut mich dich kennen zu lernen, Mari-chan.“
    Es verschlug mir doch etwas den Atem, dass er mich direkt beim Vornamen nannte.
    Und wieder fühlte ich, wie sehr ich diese Sprache doch liebte.
    Für ihn war diese Aussprache, meines Vornamens normal, aber in meinem Heimatland legte man einen Wert auf die DEUTLICHE Aussprache.
    Das „R“ meines Namens so undeutlich und elegant zu rollen, konnte ich keinem beibringen, außer meinen engsten Freunden.
    Kurz hielt ich Inne.
    Durfte ich ihn auch beim Vornamen nennen?
    Vermutlich.
    Ich nickte nur.
    Er hob eine Augenbraue und musterte mich verwirrt.
    Irritiert ihn, dass ich wenig sagt?
    „Wie ich sehe, ist alles klar. Shinta, sag ihr was sie machen soll, und sie wird diese Arbeit übernehmen.“, sagte Hattori-san zu ihm, warf sich seine Tasche neu um und begab sich mit wenigen Schritten zur Tür.
    „Ich bin dann mal weg. Und Shinta, morgen hol ich die nächste Folge ab!“
    Damit schloss er die Tür.

    Nun war ich mit den Jungs allein.
    Shinta betrachtete mich nun auch genauer als zuvor.
    Er ging einmal um mich herum.
    Die beiden Assistenten blickten ebenfalls auf und musterten mich.
    Mensch, machte mich das nervös…
    „Mari-chan…“, begann Shinta und dachte nach: „Du…übernimmst das weißen und die Rasterfolie. Das kannst du doch.“
    Ich nickte.
    Wie das System funktionierte wusste ich wohl.
    Und wenn ich Hilfe brauchte, könnte ich doch immer noch fragen, nicht?
    „Frag die anderen beiden, wenn etwas unklar ist. Oder mich.“, dann lächelte er breit und legte mir seine Hand auf den Kopf und wuschelte meine Haare.

    Ich setzte mich kurz darauf auf meinen neuen Arbeitsplatz und sah mich um.
    Ganz schön unübersichtlich hier.
    Aber damit musste ich mich wohl erst mal anfreunden.
    Schon bekam ich eine Seite mit Rasterfolie in die Hand gedrückt.
    Alles war durchnummeriert.
    Also doch machbar.


    Zuletzt von Ragnar am Mo 23 Jun 2014, 13:56 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Nachnamen geändert, beim überfliegen Fehler korrigiert (sicher nicht ALLE))
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    Maririn

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    Re: バクマン。- Shinta to Mari

    Beitrag von Maririn am Mo 23 Jun 2014, 14:19

    Eine ganze Weile trat komplette Stille ein.
    Wie unheimlich. (__=w=__)
    Solange ich mich jedoch auf die Arbeit konzentrierte ließ sich auch das ganz gut aushalten.
    Einer der Assistenten stupste mich an und schaute mir unnormal lange in die Augen.
    Das wurde sogar mir peinlich.
    „Und du kommst echt aus Europa? Wie ist es da so?“, er wich mit seinem Blick wieder auf seine Arbeit.
    Shinta blickte auf und horchte.
    Auch der andere Assistent schien neugierig.
    WAS sollte ich denen denn jetzt erzählen?
    „Nun…“, begann ich meinen Satz: „Normal, würde ich sagen.“, und musste kichern.
    ‚Normal’ würde denen sicherlich nicht viel sagen.
    „Werd’ mal etwas konkreter, Kleines.“, raunzte Shinta neugierig und kritzelte wieder drauf los.
    Für einen kurzen Moment hielt ich Inne und dachte nach, während ich mich wieder an der Rasterfolie zu schaffen machte.
    „Genau genommen komme ich aus Deutschland.“, warf ich ein.
    Schnell fragte ein Assi: „Sind die da nicht so Ernst und Pünklichkeitswahnsinnig?“
    Ich konnte nur lachen: „Ernst, kommt drauf an, würde ich sagen. Pünklich…“, ich erinnerte mich an meinen besten Freund, dem Zeit vermutlich als Fremdwort begegnete: „Eher nicht so. Es gibt zwar viele die pünktlich sind, aber es gibt auch so richtige Deppen denen Zeit kein Begriff ist.“
    Die 3 Jungs sahen mich an und nickten sich dann zu.
    War hier vermutlich nichts anderes.
    „Dafür, dass du aus Deutschland kommst, hört man davon aber kaum noch was. Kannst du überhaupt noch Deutsch?“, Shinta wedelte mit seiner Tuschefeder in meine Richtung.
    Natürlich nickte ich.
    „Sag mal was.“
    Irgendwie hatte ich geahnt, dass so was kommen würde.
    Nie aber hatte ich dann einen Satz parat, denen ich den Leuten mal eben so um die Ohren hauen konnte.
    Als mein Zögern und Denken im Raum greifbar war sahen mich die 3 wieder eindringlich an.
    Besonders der Weißschopf Shinta.
    „Na komm schon. Oder muss ich dir was vorgeben?“
    „Bitte…?“, ich schaute leidend und lächelte dabei vergeblich.
    „Stell dich einfach mal auf Deutsch vor. Mit Alter, Hobbys, Lieblingsessen, Lieblingsmangas etc.“, die Feder legte er zur Seite und auch die Assi’s legten ihr Werkzeug nieder.
    Ich folgte dem Beispiel.
    „…das ist peinlich. Muss ich wirklich?“
    Shinta begann zu lachen: „Gott, bist du süß! Mach doch einfach. Wir verstehen dich doch eh nicht!“
    Meine Wangen wurden warm und mit Sicherheit auch rot.
    Das konnte ich spüren.
    Um Eindruck zu schinden räusperte ich mich und atmete tief ein, bevor ich anfing mich auf meiner Sprache vorzustellen: „Mein Name ist Mari Eles.“, meinen richtigen Namen würden sie hier nicht erfahren: „Ich bin 20 Jahre alt, und vor einem Jahr nach Japan gezogen. In der 6. Klasse habe ich angefangen zu zeichnen und es wurde eins meiner wichtigsten Hobbys in meinem Leben. Dazu kommen noch übliche wie Musik hören, Yoga machen und natürlich weiterhin fleißig japanisch lernen. Lieblingsessen…na wenn Schokolade dazuzählt, dann die. Und Lieblingsmangas derzeit sind Bleach, Love Trouble, Death Note und ein paar Shojo Manga die mir peinlich sind aufzuzählen.“, ich vergrub mein Gesicht kurz in meinen Händen: „Und ab heute bin ich bei Fukuda Shinta als Assisstentin eingestellt, verdiene ‚n bisschen Geld und bin jetzt schon zufrieden. (__=w=__)“
    Dann setzte verstummte ich und blickte die Jungs an.
    Denen stand der Mund offen: „Dann übersetzt mal.“
    Ich musste lachen und übersetzte alles ins japanische.
    Natürlich auch mit meiner Geste Mein-Gesicht-in-den-Händen-zu-verstecken.
    In dem Moment mussten sie alle drei lachen und horchten dann weiter.
    „Deutsch klingt echt übel.“, sagte einer der Assis.
    „Ja, aber wenn ich so was im Internet gehört hab, klang es härter. Bei Mari klingt es total weich.“
    „Die Sprache klingt auch normalerweise nicht so wie ein Schlag in die Fresse.“, warf ich ein: „Nur die Leute im Internet übertreiben immer ein klein wenig. Ich habe noch kein Deutsches Video angesehen, was auch nur halbwegs annehmbar der Sprache gegenüber klang.“
    Allgemeines nicken in der Runde.
    Nach kurzer Zeit begaben sich alle wieder an ihre Arbeit.

    Schon am 1. Tag bekam ich so viel Spaß an der Arbeit, dass ich nicht mal merkte wie spät es wurde.
    Die Assis waren schon gegangen und ich arbeitete noch die letzten angehäuften Blätter neben mir ab.
    Shinta stellte mir einen Tee auf den Tisch: „Hier. Trink.“
    „Oh, danke.“, ich lächelte und führte die Tasse zum Mund, pustete und nippte daran.
    Mit einem faszinierten Blick setzte Shinta sich wieder an seinen Platz.
    Ich konnte seinen Blick spüren und sah auf.
    „Ah, mach nur weiter. Ich schau dir nur zu.“, lachte er.
    „Musst du nicht noch Seiten machen?“, verwirrt blinzelte ich ihn an.
    „Nee, ich bin durch für heute. Aber es fasziniert mich, wie tüchtig du dran bleibst obwohl wir…“, er sah auf die Uhr: „Schon bald 23 Uhr haben.“
    Meine Augen weiteten sich: „SO SPÄT SCHON?!“
    Er nickte und ein klein wenig geriet ich in Panik.
    Wie kam ich denn nun nach Hause?
    Meine letzte Bahn war schon seit 10 Minuten weg.
    Um nachzudenken arbeitete ich erstmal fleißig weiter.

    Als ich auch mit der letzten Seite fertig war seufzte ich: „Wie komm ich denn nun nach Hause?“
    Shinta lief durch das kleine Apartment und schlürfte Kaffee.
    „Nun, ich würde dich ja bringen, aber ich hab kein Auto. Nur ein Motorrad. Traust du mir? Dann fahr ich dich. Wenn nicht, biete ich dir an hier zu bleiben.“
    Unsicherheit breitete sich in mir aus.
    Falle ich ihm nicht auf die Nerven wenn ich blieb?
    Und auch nicht, wenn er mich fahren muss?
    Immerhin war es meine Schuld, dass ich die Bahn verpasst hatte.
    Er unterbrach meine Gedanken: „Mir ist beides recht. Würde mich das stören, hätte ich es nicht angeboten. Darüber musst du dir also keine Gedanken machen, Mari-chan.“
    Konnte er Gedanken lesen?
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    Maririn

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    Re: バクマン。- Shinta to Mari

    Beitrag von Maririn am Di 24 Jun 2014, 11:00

    Legende: In der Story wird deutsch-gesprochenes in Zukunft kursiv geschrieben, damit nicht weiter erwähnt wird, auf welcher Sprache gesprochen wird! biron 

    Letztlich entschied ich mich für den 2. Weg.
    Da er es mir so lieb anbot, bat ich ihn mich nach Haus zu fahren.
    Er zog sich kurz um, da er im Trainingsanzug –den er zumeist nur beim „Arbeiten“ trug- nicht raus wollte.
    In einer Jeans, eine Sweatshirt und einer Motorradjacke darüber kam er wieder aus dem Raum in den er sich zum Umziehen verzogen hatte.
    „Hast du alles?“, fragte er und kramte einen zweiten Helm heraus.
    Meinen Blick ließ ich durch das Atelier schweifen und nickte dann: „Ja.“
    Ich ertastete meinen Haustürschlüssel in der einen und mein Mobiltelefon in der anderen Jackentasche.
    Shinta öffnete die Haustür, reichte mir einen Helm und schloss hinter sich und mir die Tür.
    „Dann folg mir mal.“, dabei grinste er breit und lief vor.
    In einer Art kleinen Garage hatte er seine Maschine untergebracht.
    Irgendwie war ich echt aufgeregt und blieb ein paar Meter entfernt von ihm und dem Motorrad stehen.
    „Sieht so aus als müsste ich unterwegs tanken. Mit der Tankfüllung komm ich vielleicht gerade mal bis zu dir.“, dabei schwang er sich auf die Maschine und wendete sich mir zu.
    Er hob eine Augenbraue: „Na, komm schon her. Oder hast du doch Angst? Ich fahr auch langsam.“, versicherte er.
    Mit geballten Fäusten nahm ich all meinen Mut zusammen und setzte mich hinter ihm auf das Gefährt.
    Ich setzte mir den Helm auf und fuhr mit dem Kopf herum: „Wo…äh…soll ich mich festhalten?“
    Ohne Worte packte er meine Handgelenke und schlang sie um seine Talie: „Gut festhalten.“
    Das Einigste was ich nun hörte war der Schall der durch die Garage schoss, als er die Maschine startete.
    Es war wirklich ein ohrenbetäubender Lärm innerhalb dieser Halle.
    Als wir unter dem leicht bedeckten Nachthimmel die Freiheit erreicht hatten breitete sich der Schall aus.
    Mir wurde ehrlich gesagt etwas schwindelig und meine Angst stieg stetig mehr an.
    Mehr und mehr drückte ich mich an ihn und entschuldigte mich innerlich bei ihm und hoffte, dass ich ihm weder weh tat ihn noch zerquetschen würde.
    Bei der Geschwindigkeit von etwa 200 km/h auf dem Highway pfiff der Wind mir ununterbrochen um die Ohren und ich begann mich etwas in seinem Windschatten zu verstecken.
    Von wegen „Ich fahr auch langsam.“, wenn 200 km/h für ihn langsam waren, was waren dann 100 km/h?
    Vielleicht Schneckentempo?
    Ich wagte so langsam den einen oder anderen Blick um mich herum und bewunderte die Lichter die an uns vorbeizischten.
    Viele bunte Farben auf dem Highway und innerhalb der Stadt.
    Zusammen ergaben sie beinnahe eine Art Regenbogen, währen sie nur regelmäßig in einem Streifen durchgegangen.
    Nach nicht mal ganz 30 Minuten hielt er vor meiner Haustür an und schaltete den Motor aus: „So, da wären wir.“
    Unsicher und zittrig versuchte ich verzweifelt von dem hohen Gefährt abzusteigen.
    Natürlich stolperte ich mehr als alles andere.
    Letztlich half Shinta mir wieder Fuß zu fassen und kicherte leise und fies: „Scheint, als wärst du nicht Motorrad fest.“
    „Wer schon? Ich saß zum ersten Mal auf so einer Maschine. Und da 200 km/h für dich ‚langsam’ sind, muss ich mir vielleicht doch ein bisschen Sorgen über deine Wahrnehmung machen.“, erwiderte ich leicht gereizt.
    Leidend blickte er mich an und brachte mich zur Haustür: „Tut mir leid. Vielleicht hab ich wirklich etwas übertrieben. Aber ich liebe es ordentlich gas zugeben.“
    „Hab ich bemerkt.“
    Er legte eine Hand auf meinen Kopf und wuschelte mein Haar: „Mach dir nichts draus. Beim nächsten Mal bist du vorgewarnt und sicherer. Du wirst schon sehen!“
    Erschrocken blickte ich ihn an.
    Dachte er wirklich, ich würde seine Dienste etwa noch mal in Anspruch nehmen?
    Größenwahnsinnig war er also auch noch?
    Na, tolle Wurst.

    Nachdem er mir den Helm vom Kopf genommen und das Motorrad wieder gestartet hatte, wank er kurz und fuhr dann wieder los.
    Meine weit aufgerissenen Augen schlossen sich langsam und ich schüttelte den Kopf.
    In der Wohnung angekommen zog ich mir einen Schlafanzug an und musterte die Uhr, wie die Zeit schneller verging, als ich mich Bettfertig machen konnte.
    Ich ließ mich ins Bett fallen und mein Finger wanderte auf den langgezogenen Knopf auf dem Wecker zu.
    Mit etwas Druck ließ er sich eindrücken, der Wecker begann mit einem blauen Hinterlicht zu leuchten und schleuderte mir die Zahlen 01:54 entgegen.
    Es war mitten in der Nacht.
    So langsam aber fielen mir auch die Augen zu und ohne bewusst nach meiner Decke greifen zu können, um sie über meinen Körper zu ziehen, schlief ich ein.

    Am nächsten Morgen wachte ich relativ stressfrei auf.
    Mein Handy würde ich erst checken, wenn ich wenigstens geduscht war und gefrühstückt hatte, denn ich konnte schon sehen, dass es blinkte.
    Also war wohl schon eine Nachricht oder ein Anruf eingegangen.
    Während ich mich also fertig machte überlegte ich mir schon mal was heute anstehen könnte.
    Natürlich würde ich ins Atelier müssen, wenn Shinta das sagte, und ich schätze das musste ich auch.
    Beim Frühstück klingelte dann mein Haustelefon auf welchem ich erstmal die Nummer checkte, bevor ich abhob.
    Sie war mir unbekannt, aber erschien mir als vertraulich, also nahm ich ab.
    „Hallo?“
    „Mari-chan! Endlich gehst du ans Telefon! Ich hatte Angst, du wärst doch noch überfallen worden, bevor du in der Wohnung ankamst.“, es war Shinta mit seiner wie immer lauten Stimme.
    „Mir geht’s gut. Was gibt’s?“, fragte ich und lächelte.
    Irgendwie freute ich mich über seine Stimme.
    Er war mir wirklich sympathisch und dabei kannte ich ihn erst seit ein paar Stunden.
    Aber ich hatte ihn und seine Assistenten doch irgendwo lieb gewonnen.
    „Mir fiel eben ein, dass ich nicht gesagt hatte, wann du hier her kommen musst. Daher wollte ich dich
    darüber informieren. Montags und mittwochs reicht es mir, wenn du zwischen 14 und 15 Uhr hier aufschlägst.
    Dienstags, donnerstags und freitags bitte um 10 Uhr. Was eigentlich für sich spricht ist, wenn wir mal im Rückstand stehen oder etwas schnell fertig sein muss, wir es aber nicht anders schaffen, dass deine Hilfe länger benötigt wird. Manchmal trommle ich euch dann auch samstags zusammen. Das kommt besonders häufig vor Abgabeterminen vor. Denn oft sind dann noch Verbesserungen zu machen, nachdem ich mir eure Arbeit angesehen habe, verstanden? Hallo?“
    „Ja! Ja, habe verstanden.“, so viel wie er redete, kam ich ja nicht mal dazu etwas dazu sagen zu können.
    Oder sollte ich auch am Telefon einfach dazwischen quatschen?
    Ich musste zugeben, dass mir Telefonieren in Japan noch nie leicht fiel.
    Mir war es immer lieber wenn die Leute vor mir standen, dann konnte ich besser agieren, wenn ich mal was falsch verstand.
    Am Telefon war das extrem schwierig.
    „Gut. Bis später mal!“, dann legte er auf.
    Verdutzt legte auch ich auf und kicherte.
    Shinta war ein ganz schön aufbrausender, junger Mann und wusste wirklich was er wollte.
    Ich schüttelte den Kopf.
    „Was für eine verrückte Welt.“

    Heute war Mittwoch, daher begab ich mich erst um 13 Uhr zum Bahnhof Richtung Shinta’s Atelier.
    Die Nachrichten auf meinem Handy umfassten Mail’s und Anrufe von Shinta.
    Unter anderem aber auch eine aus meiner Heimat.
    Meine Freundin Saeko arbeitete nun erfolgreich in einem Amt ihres Traumes und war ganz darauf fixiert mich bald zu besuchen.
    Sie hatte so viel angespart, dass sie sogar 2x hätte herfliegen können.
    Ich musste mir wirklich verkneifen mich nicht ZU auffällig zu freuen.
    Lange hatte ich sie nicht mehr gesehen, nur öfters mal über Internet mit ihr eine Videounterhaltung geführt.
    Saeko konnte fließend Japanisch.
    Wieso auch nicht, es war immerhin IHRE Muttersprache.
    Sie war mit ihren Eltern nach Deutschland gezogen als sie noch klein war und lernte Deutsch und Japanisch.
    Jedoch freute sie sich über alles auf der Welt mal wieder nach Japan zu fliegen.
    Und da ich schon eine Weile ohne meine Freunde auskommen musste, freute ich mich, wenn sie mal hier vorbeischauten.
    Es stand anscheinend sogar noch nicht mal ganz fest ob sie allein kommt, oder doch noch jemand anders mitkam.

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    Re: バクマン。- Shinta to Mari

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      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Sa 15 Dez 2018, 17:22